Salzburg II

Blick auf die Altstadt von der Hohensalzburg
Salzburger Altstadt

In Salzburg war ich nicht zum ersten Mal, ganz sicher aber auch nicht zum letzten Mal. Der Kontrast zwischen den beiden Reisen könnte kaum größer sein: Im Mai 2011 konnte man sich vor lauter Menschen kaum bewegen, im Februar 2015 gehörte die Stadt gefühlt uns alleine. Die Weite hat richtig gut getan, vor allem konnte ich endlich mal Mozarts Geburtshaus bewundern, ohne dass ich im Gedränge fast verloren ging.

Mozarts Geburtshaus
Mozarts Geburtshaus

Sonnige Judengasse
Judengasse

Viel Neues habe ich nicht gesehen, aber das machte nichts. Vor allem Mozarts Geburtshaus und die Hohensalzburg ist immer einen Besuch wert. Auch die Residenz war interessant, allerdings haben wir die am Sonntag noch kurz vor der Heimfahrt reingequetscht und waren viel zu müde, um viel aufnehmen zu können. Die Informationsflut in Museen ermüdet mich immer sehr schnell, vor allem, wenn ich einen Audioguide in die Hand gedrückt bekomme und nichts zum Nachlesen habe.

Fiaker
Fiaker am Dom

Hohensalzburg
Kapitelplatz mit Blick auf die Hohensalzburg

Hohensalzburg
Irgendwo in der Hohensalzburg

Gegessen haben wir in Salzburg wieder wunderbar, ich bin auch endlich zu meinen Salzburger Nockerln gekommen. Ein Gedicht. Als ich 2011 in Salzburg war, wurden mir die Nockerln verweigert, weil sie nur für 2 Personen zubereitet wurden und ich alleine war. Diesmal war ich nicht alleine, und was ist? Wir landen prompt im einzigen Restaurant in Salzburg, das Einzelportionen anbietet. Hätte ich das mal 2015 gewusst … Wer alleine in Salzburg unterwegs ist und Salzburger Nockerln essen will, sollte beim Sternbräu vorbeischauen. Übersehen kann man das Restaurant vor allem nachts nicht, der riesige Stern auf dem Dach des Hauses ist meilenweit zu sehen.

Hohensalzburg
Hohensalzburg

Sehr interessant fand ich die Brauereiführung der Stiegl-Brauerei, die etwas außerhalb der Innenstadt liegt, aber noch gut zu Fuß erreichbar ist. Die Brauereiführung begann mit einem kleinen Film zum Thema Bier, der es in sich hatte. In dem richtig gut gemachten Kino saß man nämlich quasi mitten auf der Leinwand, die Bilder wurden sowohl auf dem Boden als auch auf der halbrunden Wand ausgestrahlt. So rollten plötzlich von rechts Trecker in mein Blickfeld, oder unter unseren Füßen begann ein Gebirgsbach zu rauschen. Ich war begeistert, auch wenn ich ob der Bilderflut um mich herum einige Male ein leichtes Schwindelgefühl verspürte.

Stiegl Brauerei
Stiegl-Brauerei

Auch der restliche Teil der Führung war sehr informativ und interessant. Stiegl hat ein riesiges Biermuseum gebaut und dabei weder Kosten noch Mühen gescheut. Wer sich für Bier interessiert und in Salzburg ist, sollte dort unbedingt vorbeischauen.

Baum im Hof der Hohensalzburg
Hof der Hohensalzburg

Zum Abschluss der Führung durften wir noch 3 verschiedene Biere testen. Stiegl hat verschiedene Hausbiersorten, die nur saisonal verfügbar sind. Im Februar war die Männerschokolade dran, ein wunderbares wohlschmeckendes Stout, das sogar tatsächlich etwas Kakao enthält. Die Hausbiere sind sehr experimentell und meistens nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut. Wenn ich näher an Salzburg wohnen würde, würde ich sicherlich ab und zu hinfahren und die anderen Hausbiere testen. Leider werden die nicht nach Deutschland verkauft, was aber angesichts des geringen Angebots auch verständlich ist. Immerhin konnten wir vor Ort zwei Flaschen Männerschokolade kaufen, die kann ich mir sehr gut zu einem schokoladigen Nachtisch vorstellen.

Alpenpanorama
Alpenpanorama

Hach, Salzburg. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch.

Blick auf die Altstadt
Salzach-Ufer

Die Sache mit den Schuhen

Eigentlich dachte ich, dass mir mein innerer Schweinehund massive Probleme bereiten würde. Immerhin haben wir Januar, die Welt besteht überwiegend aus Grautönen und die Temperaturen laden auch nicht gerade dazu ein, in dünnen Klamotten nach draußen zu gehen. Trotzdem bin ich gerade so hoch motiviert, dass der Schweinehund keine Chance hat. Dafür pfuschen mir jetzt die Schuhe ins Handwerk. Irgendwas ist halt immer.

Mein rechter Fuß möchte sich einfach nicht an die neuen Laufschuhe gewöhnen. Ich habe oft das Gefühl, dass der Schuh falsch geschnürt ist, aber egal was ich ändere: das Ergebnis ist dasselbe. Ab ca. 2 km werden die Zehen langsam taub, erst die große, dann der Rest.

Dass die Füße während des Laufs anschwellen ist bekannt, deshalb habe ich die Schuhe gleich eine Nummer größer gekauft. Ich habe jede Menge Platz darin, auch nach 2 km kann ich noch mit den Zehen wackeln. Während des Laufs. Aber irgendwo muss es drücken, doch spüre ich abgesehen vom Taubheitsgefühl in den Zehen keinen Schmerz und weiß deshalb nicht sicher, wo die böse Stelle ist.

Da ich in letzter Zeit nur kurze Strecken von bis zu 8 km gelaufen bin und der Schmerz sofort nach dem Lauf aufhörte, habe ich das weitgehend ignoriert. Der Fuß würde sich schon irgendwann daran gewöhnen, dachte ich. Leider war das ein Trugschuss, die Belastung war wohl doch zu hoch. Jetzt sitze ich hier mit einem geschwollenen und schmerzenden Fuß und darf mich erstmal auf eine kleine Pause einstellen.

Nachdem ich mich auf Twitter ausgeheult hatte, bekam ich einige gute Tipps. Sobald der Fuß komplett ausgeheilt ist, werde ich den ersten langsamen Lauf mit meinen alten Schuhen absolvieren und dann abwechselnd mit beiden, die schnelleren und längeren Läufe mit den alten Schuhen und die kürzeren erstmal mit den neuen, bis sich mein Fuß hoffentlich daran gewöhnt hat. Ich hoffe sehr, dass er sich daran gewöhnen wird, denn die Schuhe sind längst zu schmutzig, als dass ich sie wieder zurückgeben könnte.

Immerhin glaube ich jetzt, was in all den Lehrbüchern steht: Schmerzen beim Laufen nie ignorieren, sonst darf man früher oder später die Rechnung dafür bezahlen.

Herausforderungen 2015

Ein von Nikana (@nikanaaa) gepostetes Foto am

2015 wird ein sportliches Jahr werden. So langsam komme ich richtig auf den Geschmack. Angefangen zu laufen habe ich eigentlich nur, weil ich bei meinen Wanderungen mehr Kondition haben möchte. Inzwischen macht mir aber auch das Laufen an sich Spaß, vor allem in der wunderbar frischen, aber nicht zu kalten Winterluft. Zum Glück, denn schon im letzten September habe ich mich für meinen ersten Halbmarathon angemeldet: Der Mittelrhein-Marathon in Koblenz. Die Strecke sagt mir sehr zu, von Boppard geht es direkt am Rhein entlang bis zum Deutschen Eck. Diese Strecke ist nicht nur wunderschön, sie hat auch den großen Vorteil, dass es keine nennenswerten Steigungen gibt. Die meiste Zeit sollte es sogar leicht bergab gehen, schließlich laufen wir mit dem Strom.

Bei der Anmeldung habe ich mit 2:30 eine eher pessimistische Zielzeit angegeben, mein eigentliches Ziel ist aber mittlerweile bei ca. 2 Stunden. Unter 2 Stunden bleiben werde ich wahrscheinlich nicht schaffen, aber 2 Stunden bis 2:15 sollte mit einem ordentlichen Training machbar sein. Um das Ziel zu erreichen, werde ich mich auch zum ersten Mal an einem von Profis angefertigten Trainingsplan orientieren. Damit fange ich aber erst Ende Februar an, weil der Plan auch zeitlich genau festgelegt ist. Bis dahin versuche ich mich, mit meinem üblichen Training stetig zu steigern. Dazu will ich zweimal in der Woche jeweils ca. 5-7 km laufen und am Wochenende lange Strecken von mindestens 10 km mit stetigen Steigerungen absolvieren.

Zusätzlich werde ich jetzt endlich mit Krafttraining anfangen, das ist etwas, was mir richtig schwer fällt. Mir macht es keinen Spaß, es erinnert mich an den Schulsport und die Wiederholungen sind nervig. Großer Vorteil ist aber: Ich muss das Haus nicht verlassen und kann das problemlos bei jedem Wetter ausführen. Ich hoffe darauf, dass schnell eine Routine reinkommt und es mir dann irgendwann doch Spaß bereitet. Dazu sollten aber auch relativ schnell Erfolge spürbar sein, sonst verliere ich garantiert wieder die Lust daran. Hier dran zu bleiben wird eine echte Herausforderung sein. Ich habe mir vorsorglich ein Buch für Krafttraining ohne Geräte gekauft, das ich jetzt einfach unters Kopfkissen lege. Wird schon.

Eine weitere Herausforderung wird der Karwendelmarsch sein: 52 KM durch das Karwendelgebirge, an einem Tag. Man kann die Strecke laufen oder wandern, zum Laufen fehlt mir definitiv der Ehrgeiz. Mehr als 22 km kann ich mir ohnehin nicht vorstellen, und dann auch noch im alpinen Gelände? Das schaffe ich nicht. Wandern dagegen ist gerade in den Alpen herrlich. Zwar werde ich bei dem Plan nicht viel Zeit für Pausen oder gar Fotos haben, aber der sportliche Aspekt reizt mich sehr. Ich bin schon sehr gespannt auf diese besondere Herausforderung.

Bücher im Oktober

Seth Grahame-Smith und Jane Austen – Pride and Prejudice and Zombies

Die Idee dahinter ist großartig: Einen Klassiker der Weltliteratur mit Fantasy-Elementen würzen und somit etwas ganz neues kreieren. Die Umsetzung allerdings hat mir nicht so ganz behagt, was in erster Linie daran lag, dass der originale Stil Jane Austens verwendet wurde. Ich hatte auf eine Modernisierung gehofft, stattdessen wurden in Austens Original einfach einige Szenen umgeschrieben.

Das ist zwar an sich nichts schlimmes, aber das Buch ist für mich kein gutes Bahnbuch, weil der Stil ziemlich ermüdend ist. Deshalb habe ich das Buch abgebrochen und werde es wohl nach und nach an Sonntagen zu Ende lesen.

Erik Axl Sund – Narbenkind

Sehr starke Fortsetzung von Krähenmädchen, die gehörig alles über den Haufen geworfen hat, was ich zu wissen glaubte. Neue Wendungen, neue Erkenntnisse und maximale Verwirrung. Ich kann es kaum erwarten, endlich die Fortsetzung zu lesen, die in den nächsten Tagen in meinem Briefkasten liegen wird.

George R. R. Martin – A Dance With Dragons (Game of Thrones 5)

Zu den Büchern von George R. R. Martin habe ich ein sehr seltsames Verhältnis. Ich mag die Geschichten sehr, aber mit seinem Stil kann ich meistens nicht so viel anfangen. Es kommt bei mir darauf an, welcher seiner vielen Protagonisten gerade die Hauptrolle spielt. Oft finde ich die Kapitel furchtbar langweilig, meistens sind sie mir zu aufgebläht. Manche Kapitel fesseln mich aber auch dermaßen, dass ich dann doch weiterlesen möchte.

Am Stück habe ich allerdings noch kein Game-of-Thrones-Buch geschafft, ich lese die immer mit Unterbrechungen. Diesmal bin ich bis zu Seite 222 gekommen, bevor ich wieder zu genervt war. Weiterlesen werde ich das Buch wahrscheinlich im Weihnachtsurlaub.

Gillian Flynn – Gone Girl

Gone Girl war für mich die Überraschung des Monats. Im ersten Drittel der Geschichte dachte ich noch: “Ganz gut, aber das soll ein Thriller sein?” Im zweiten Drittel des Buches erfuhr ich, warum das Buch als Thriller verkauft wird. Zwar ist es immer noch kein Thriller im klassischen Sinne, aber doch deutlich spannender und düsterer. Ich mag es, wie sich die Geschichte entwickelt und geradezu vor Bosheit trieft. Das letzte Drittel fand ich wieder nicht ganz so prickelnd, die Entwicklung war recht realistisch.

John Scalzi – Agent der Sterne

Ein ziemlich beklopptes Buch, wenn auch nicht ganz so abgedreht, wie ich es erwartet hatte. Eine nette Lektüre, die mich gut unterhalten hat. Von Scalzi werde ich vermutlich noch mehr lesen, zum Glück steht hier bereits einiges im Regal.

Bücher im September

Andreas Eschbach – Todesengel

Ich mag die Bücher von Andreas Eschbach sehr. Weil ich weiß, dass ich mit seinen Büchern nichts falsch machen kann, lasse ich mir mit der Lektüre der einzelnen Romane Zeit, so dass es immer noch ein paar Eschbach-Romane gibt, die ich noch nicht gelesen habe.

Todesengel behandelt ein interessantes Thema, nämlich sinnlose Gewalt, die von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ausgeht. Das Buch ist jetzt nicht so extrem spannend, aber trotzdem sehr fesselnd.

Wer der Todesengel ist, ist relativ schnell klar. Aber das macht nichts, denn es ist viel spannender zu beobachten, wie sich alle anderen Figuren verhalten. Was sie denken und machen. Wie sie dort hin gekommen sind, wo sie jetzt sind. Am Interessantesten fand ich die Übersetzerin Victoria, die ich erst gar nicht einordnen konnte. Gar nicht mochte ich die Entwicklung des Journalisten, aus dessen Sicht am häufigsten erzählt wurde. Realistisch war sie aber auf jeden Fall.

Stefan Zweig – Schachnovelle

Die Schachnovelle lesen die meisten vermutlich bereits als Jugendliche, das Buch dürfte die Standard-Schullektüre sein. Bei uns wurde die Schachnovelle nicht in der Schule durchgenommen, wofür ich recht dankbar war. Die meisten Schullektüren habe ich nämlich in schlechter Erinnerung, als Jugendliche machten mir solche Bücher einfach keinen Spaß. Inzwischen kann ich sie aber richtig genießen.

Pia Ziefle – Länger als sonst heißt nicht für immer

Das perfekte Straßenbahnbuch. Nicht, weil es simpel wäre, sondern weil die Inhalte in perfekte kleine Häppchen aufgeteilt sind. Kein Absatz zieht sich über eine ganze Seite. Man kann jederzeit problemlos kurz aufhören zu lesen, was bei der häufigen Umsteigerei während der Bauarbeiten in den Sommerferien ideal war. Finger zwischen die Seiten, raus aus der Bahn, rein in die nächste, weiterlesen.

Auch inhaltlich ist das Buch sehr empfehlenswert. Ganz besonders mag ich den recht knappen Stil. Die Autorin verwendet keinerlei überflüssige Wörter, alles sitzt. Dahinter steckt eine enorme Arbeit; es ist sehr viel einfacher, einen aufgeblasenen Roman voller Füllwörter und nichtssagenden Wendungen zu schreiben.

Ich mag die Geschichten, die Lebenswege der Protagonisten. Man ist mittendrin, lebt, liebt und leidet mit den Protagonisten. Ein wirklich schönes Buch, bei dem das etwas knappe Ende Raum für Interpretationen lässt.

Que Du Luu – Totalschaden

Dieses Buch stand ewig ungelesen im Regal, weil ich kurz nach dem Kauf keine Lust mehr auf das Buch hatte. So geht es mir ganz oft mit Büchern: Ich entdecke etwas, will es unbedingt sofort haben und dann liegt es jahrelang rum, bis ich tatsächlich Lust auf die Lektüre habe. Das hat den Vorteil, dass ich immer jede Menge ungelesene Bücher im Regal habe und auch mal sonntags spontan etwas ganz neues anfangen kann.

Jetzt aber zum Buch: Totalschaden ein schönes Büchlein mit einer interessanten Geschichte, die gut erzählt ist. Ein Buch, das man locker an einem gemütlichen Sonntagnachmittag verputzen kann. Allerdings finde ich das Ende nicht so gut gelungen, der Schlusssatz wirkt so, als ob noch etwas nachkommen würde. Hätte die Autorin auf den letzten Absatz verzichtet, wäre das Ende perfekt gewesen. Ich vergesse jetzt einfach, dass ich diesen letzten Absatz gelesen habe, dann passt es.

Erik Axl Sund – Krähenmädchen

“Dieser schwedische Thriller ist eine literarische Sensation”, so steht auf der Innenseite des Buchumschlages. Dem kann ich jetzt nicht zustimmen, dennoch finde ich den Thriller recht gut. Nicht übermäßig spannend, aber wahnsinnig düster. Das Autorenduo geht schonungslos an das sensible Thema Pädophilie heran und beschreibt relativ nüchtern ziemlich brutale Szenen. Das Buch erinnert mich ein bisschen an den Todesengel von Eschbach, den ich am Anfang des Monats gelesen habe, denn die Thematik ist ähnlich. Auch hier geht es darum, weshalb Menschen zu Verbrechern werden; im Fall von Krähenmädchen kann man sogar von Monster sprechen. Es geht um verlorene Kindheit, Traumata und deren Folgen.

Gegen Ende wird das Buch spannender. Ein erstes Rätsel löste sich in etwa so auf, wie ich es vermutet hatte; wahrscheinlich habe ich einfach schon zu viele Bücher dieser Art gelesen. Nachdem meine Vermutung bestätigt wurde, fand ich das Buch viel interessanter, denn ab dem Zeitpunkt konnte ich nicht mehr so richtig ahnen, wohin es sich entwickeln wird. Deshalb freue ich mich jetzt auch auf den zweiten Band, den ich mir recht bald besorgen werde. Das Ende war nämlich extrem offen und ziemlich gemein, ein Cliffhanger, dem ich nicht widerstehen kann.

Haruki Murakami – Die unheimliche Bibliothek

Ein sehr seltsames Büchlein, das ich innerhalb von 30 Minuten ausgelesen hatte. Die Geschichte habe ich nicht wirklich verstanden, ich habe keine Ahnung, worauf der Autor hinaus wollte. Aber im Grunde ist es egal, ich habe mich durch den tollen Schreibstil, die fantasievollen Figuren und die schönen Bilder gut unterhalten gefühlt.

Astrid Lindgren – Die Brüder Löwenherz

Ein Klassiker aus der Kindheit, den ich allerdings bisher nur aus dem Fernsehen kannte und an den ich mich nur bruchstückenhaft erinnerte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich einfach nicht alle Folgen gesehen hatte oder ob es zu lange her ist, auf jeden Fall wollte ich mein Gedächtnis auffrischen.

Die Geschichte ist etwas düster, aber wirklich schön und fantasiereich. Allerdings ist mir der typische Lindgren-Stil für dieses Buch doch ein bisschen zu kindlich, auch wenn ich den eigentlich mag.

Stefan Nink – Freitags in der Faulen Kobra

Sehr kurzweilige Lektüre, wie auch der erste Teil. Zwar habe ich nicht ganz verstanden, weshalb sich alle so mehr oder weniger bereitwillig auf dieses neue Abenteuer eingelassen haben, aber im Grunde ist das auch egal. Hauptsache, es macht Spaß. Von Stefan Nink würde ich gerne noch mehr lesen.

Château de Quéribus

Das Château de Quéribus liegt direkt über Cucugnan und ist gut zu Fuß erreichbar. Der Weg dorthin ist allerdings recht steil, so dass man trotz der kurzen Strecke von nur knapp 4 km schnell ins Schwitzen kommt.

Beim Aufstieg war es die meiste Zeit bewölkt, wofür ich ziemlich dankbar war. Schatten sucht man in der Gegend nämlich vergeblich, die wenigen und niedrigen Bäume können nicht viel ausrichten.

Château de Quéribus
Der Aufstieg. Die Wege waren großteils leuchtend rot, wunderschön.

Die Burg ist sehr beeindruckend. Riesig thront sie auf dem Felsen und ist in mehrere Ebenen unterteilt. In der Burg selbst kann man sich ewig aufhalten und einiges entdecken.

Château de Quéribus

Beeindruckend ist auch der Fernblick. In östlicher Richtung sieht man das Meer glitzern, im Westen erhascht man einen Blick auf die Burg Peyrepertuse, die man aber nur als solche erkennt, wenn man es weiß. Peyrepertuse sieht aus der Ferne aus wie eine Felsenkette.

Château de Quéribus

Château de Quéribus

Château de Quéribus

Château de Quéribus
Blick nach Peyrepertuse. Die Burg ist ziemlich genau in der Mitte des Bildes, aber kaum als solche zu erkennen.

Der Wind machte uns auf Quéribus zu schaffen, dabei war es gar nicht so extrem windig. Dort oben verwandelt sich aber jeder Windhauch in eine ausgewachsene Böe und obwohl wir nicht gerade federleicht sind, hatten wir teilweise Probleme, uns an Ort und Stelle zu halten. Überall wird man darauf hingewiesen, dass man sich bei starkem Wind nicht auf der Burg aufhalten solle, weil das lebensgefährlich sei. Diese Hinweise konnte ich bei dem Besuch gut nachvollziehen.

Château de Quéribus

Château de Quéribus

In der Burg gibt es noch erhalten Kasematten, die man mehr oder weniger erklettern kann. Die Treppe ist steil und dunkel, alles ist recht eng. Mit meinem Rucksack hatte ich teilweise ziemliche Probleme.

Château de Quéribus
Nicht die Treppe zu den Kasematten, sondern ein wunderschöner Aufgang auf den höchsten Turm, von dem aus man einen herrlichen Fernblick hat.

Detailinformationen zur Burg gibt es bei Wikipedia.

Château de Quéribus

Château de Quéribus

Bücher im August

Nikon – D7100 Benutzerhandbuch

Wahrscheinlich gibt es nicht viele Menschen, die in der Bahn ein Benutzerhandbuch von vorne bis hinten lesen. Ich kann sowas. Die D7100 ist wesentlich komplexer als meine alte Kamera, deshalb wollte ich mir einen guten Überblick verschaffen. Außerdem konnte ich in den Sommerferien in der Bahn nicht so gut lesen, da meine Bahn aufgrund von Bauarbeiten nicht die übliche Strecke fuhr und ich einmal mehr umsteigen musste. Dadurch saß ich maximal 12 Minuten in einer Bahn, bevor ich umsteigen musste – da geht jeder Lesefluss verloren. Meine eigentliche Lektüre, nämlich “Vor dem Fest” von Saša Stanišić, musste ich deshalb auch abbrechen. Es war mir absolut unmöglich, mich auf dieses Buch zu konzentrieren.

Arno Strobel – Der Trakt

Auch dieses Buch habe ich nach wenigen Seiten abgebrochen, aber nicht, weil es mir nicht gefallen hätte, sondern weil ich es schon mal gelesen habe. Schon als ich anfing zu lesen war ich mir diesbezüglich sehr unsicher, aber so richtig erinnern konnte ich mich nicht. Zum Glück hatte ich aber damals in der Büchereule eine Mini-Rezension zu diesem Buch geschrieben, die ich dann auch fand. Dieses Erlebnis hat mich darin bestärkt, die Rubrik “Bücher im …” in diesem Blog fortzuführen, denn so etwas kommt bei meinem Sieb-Gedächtnis durchaus öfter vor.

Karen Rose – Des Todes liebste Beute

Die Kurzbeschreibung hat so gut geklungen, aber leider war das auch der beste Teil des Buches. Ich hatte einen knallharten Thriller erwartet, erhalten habe ich jedoch typische Chick-Lit im Thrillergewand. Dieses Genre lese ich zwar manchmal ganz gerne, aber nur, wenn ich dazu in der Stimmung bin und es mir bewusst aussuche. Zudem war mir das Buch alles in allem zu flach. Nach der gefühlt hundertsten Beteuerung auf 50 Seiten, welche schönen Augen und breite Schultern der Held doch hätte, war ich nahe dran, das Buch ebenfalls abzubrechen. Gelesen habe ich es dann aber doch, weil es für das Bahnchaos ganz gut geeignet war. Bei dem Buch war es nicht schlimm, wenn ich beim Umsteigen rausgerissen wurde. Und besser als die ganze Zeit gelangweilt aus dem Fenster zu starren war es dann doch.

Markus Wäger – Kreativ fotografieren mit Nikon D7100

Noch ein Sachbuch zur D7100, das ich mir zur Ergänzung des Handbuchs gekauft hatte. Der Autor beschreibt in erster Linie, wie er beim Fotografieren vorgeht, was für ihn wichtig ist und erläutert auch die Technik sehr anschaulich. Ein gutes Buch für alle, die gerne mehr aus ihrer Kamera herausholen möchten.

Charlotte Thomas – Die Madonna von Murano

Meine Urlaubslektüre entführte mich dieses Mal in den Urlaub vom letzten Jahr, nämlich nach Venedig. Die Geschichte ist gut geschrieben, wenn auch teilweise etwas langatmig. Aber für den Urlaub passte das richtig gut, die langen Bahnfahrten durch Frankreich wirkten dank dieses Buches deutlich kürzer. Die Autorin hat noch mehr historische Romane geschrieben, die ebenfalls in Venedig spielen. Die werde ich mir wahrscheinlich auch irgendwann besorgen, vielleicht im nächsten Urlaub.

Wie ich einmal beinahe zur Ziegenhirtin wurde

Eigentlich wollten wir nur ein bisschen wandern. Für den Einstieg suchten wir uns eine Wanderung aus, die in unserem Wanderführer als leicht markiert war. Ein Rundweg von 9,5 km, ausgehend von Villefranche-de-Conflent. Blöderweise hatten wir aber vorher nicht nachgeschlagen, wie “leicht” in diesem Wanderführer definiert ist. Wir guckten nicht großartig aufs Höhenprofil, sondern gingen automatisch von einer recht flachen Route raus. Ein Fehler. Die Route war mit 660 Höhenmetern alles andere als flach und letztendlich viel anstrengender als erwartet. Dennoch lohnte es sich, sowohl von den Sehenswürdigkeiten als auch von der Landschaft her.

Villefranche-de-Conflent
Blick auf Villefranche-de-Conflent

Fort Libéria
Fort Libéria

Weg
Die Wege sind teilweise sehr schmal und erinnern eher an Mauern

Gewitter
Gerade noch dem Gewitterregen entkommen

Als wir gerade an den Ruinen des verlassenen Dorfes Belloc ankamen, sahen wir plötzlich die Ziegen. Erst schaute eine um die Ecke, dann kam die nächste und schwuppdiwupp waren es zu viele, als das wir sie hätten zählen können. Die Ziegen blieben kurz stehen, schauten uns an und stürmten dann geschlossen auf uns los. Hilfe. Da wir beide keinerlei Erfahrung mit Ziegen hatten, wussten wir nicht, was wir tun sollen und entschieden uns zur gemäßigten Flucht in Richtung der Chapelle St-André, die wir ohnehin besichtigen wollten.

Ziege
Määääh!

Ziege
Hat jemand den Ziegenpeter gesehen?

Blöderweise interpretierten die Ziegen unseren Aufbruch wohl als Aufforderung zum Folgen und in Nullkommanichts waren wir von den Tieren umzingelt. Wir beschlossen, erstmal stehen zu bleiben, die Ziegen würden schon irgendwann wieder abhauen. Die dachten aber nicht im Traum daran und probierten lieber aus, wie unsere Schnürsenkel schmecken.

Freche Ziege
Frechdachsziege

Als wir gerade überlegten, ob wir einfach weitergehen sollen, hörten wir Pfiffe und Rufe und konnten sehen, dass eine Ziege die Rufe ebenfalls hörte. Die Leitziege lauschte zunächst angestrengt und stieß dann einige Määäääääh-Rufe aus. Ihre Herde reagierte auf diese Rufe und kam langsam angetrabt. Unter lautem Gemäääähe setzte sich die Herde in Bewegung und verschwand, allerdings ohne zu bemerken, dass vier junge Ziegen bei uns geblieben waren. Wir versuchten die Jungtiere zu verscheuchen, aber die starrten uns nur verständnislos an und begannen wieder zu grasen. Also beschlossen wir notgedrungen, der Herde zu folgen.

Die jungen Ziegen folgten uns erwartungsgemäß, allerdings hatten wir zu lange gezögert und inzwischen war von der restlichen Herde nichts mehr zu sehen. Da wir nicht wussten, wohin die Tiere verschwunden waren, riefen wir einfach einige Male, bis wir Antwort von der Ziegenhirtin bekamen. Sie kam zurück, erfasste die Situation sofort und versuchte, die Jungtiere zu sich zu locken. Diese hatten uns aber wohl zu ihren neuen Eltern auserkoren und dachten gar nicht daran, uns wieder zu verlassen. Für den Hütehund hatten sie auch keinen Blick übrig. Zum Glück befand sich aber zwischen den wenigen Ruinen der verlassenen Siedlung auch noch eine Hütte mit Tür. Die Ziegenhirtin bat uns, in die Hütte zu gehen und die Tür zu schließen. Nach gut 5 Minuten in der stockdunklen und etwas gruseligen Hütte waren die Tiere dann endlich verschwunden und wir konnten unseren Weg fortsetzen.

Chapelle St-André
Chapelle St-André

Chapelle St-Etienne
Chapelle St-Etienne

Weg
Fernblick

Villefranche-de-Conflent
Fort Libéria und Villefranche-de-Conflent

Der Rest der Strecke verlief ereignislos. Wir wanderten zunächst zur Chapelle St-Etienne und dann zum Fort Libéria, das wir auf dem Hinweg ignoriert hatten und uns erst auf dem Rückweg anschauten. Ich fand das Fort ziemlich beeindruckend, am besten hat mir die Kapelle gefallen. Interessant war auch der Wehrgang und der gefühlt unendliche Tunnel, in dem 754 Stufen direkt nach Villefranche-de-Conflent führen. In Villefranche-de-Conflent schauten wir uns noch ein bisschen die gemütliche Altstadt an, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten.

Fort Libéria - Eingang
Eingang zum Fort Libéria

Fort Libéria - Kapelle
Blick durch’s Fenster

Fort Libéria
Im Fort

Fort Libéria - Soldatenunterkunft
Soldatenunterkunft

Fort Libéria - Wehrgang
Wehrgang im Fort

Fort Libéria - Kapelle
Kapelle im Fort

Fort Libéria - 754 Stufen
754 Stufen zur Stadt

Villefranche-de-Conflent
Villefranche-de-Conflent

Villefranche-de-Conflent
Villefranche-de-Conflent

Cucugnan

Die meiste Zeit des Urlaubs übernachteten wir in Cucugnan, einem kleinen Dorf in den Corbières. Cucugnan liegt auf einem recht steilen Hügel. Auf den Bildern sah es gar nicht so steil aus, aber die Straßen haben es in sich. Besonders schmerzhaft merkten wir die Steigungen, wenn wir nach langen Wanderungen zum Abendessen ins Restaurant spazierten.

Cucugnan

Rue du Pauzadou

Rue de l'Auberge

Eglise St Julien

Sehr gut gefallen hat mir die Windmühle, die an der höchsten Stelle des Ortes steht. Von der Ferne sieht das Dorf sehr idyllisch aus, aber auch im Ort selbst lässt es sich aushalten. Nette enge Gassen, typisch französische Häuser und so gut wie gar keine Hektik. Auch kulinarisch bietet Cucugnan einiges, die drei Restaurants vor Ort verarbeiten in erster Linie regionale Waren, wozu auch vorzügliche Weine gehören. Der sehr würzige Honig, der in Cucugnan hergestellt wird, kann sich ebenfalls sehen lassen.

Moulin d'Omer

Moulin d'Omer

Moulin d'Omer

Wir wohnten in einer schnuckeligen kleinen Frühstückspension, in der es nur zwei Zimmer gab und bei der wir vorher auf einem Fragebogen ankreuzen mussten, was wir zum Frühstück haben wollen.

Ich mochte die Zeit in dem Dorf, in dem die Zeit still zu stehen scheint. Wir hatten mit 6 Übernachtungen genau das richtige Maß getroffen; ein, zwei Tage länger und es wäre wahrscheinlich langweilig geworden. Direkt um Cucugnan gibt es zwar zwei wunderschöne und interessante Burgen, allerdings kann man die locker an nur einem Tag besichtigen. Für weitere Ausflüge muss man ins Auto steigen. Zwar sind die Wege zu schönen Ausflugsorten in der Luftlinie gar nicht so weit, aber durch die sehr kurvigen und steilen Straßen ist man bisweilen ewig unterwegs.

Moulin d'Omer

Carcassonne

Carcassonne ist die Stadt für alle, die ein bisschen Mittelalter vermischt mit der Moderne erleben möchten. In den Gassen der alten Festung wimmelt es von kleinen Lädchen, Bars und Restaurants. Ich fühlte mich sehr an San Gimignano erinnert, nur die hohen Türme fehlten.

Die Festung ist umfassend renoviert, trotz der vielen Touristenläden kann man sich gut vorstellen, wie Carcassonne im Mittelalter ausgesehen haben könnte.

Zum Essen suchten wir uns ein Restaurant an einem der vielen gemütlichen Plätzchen und bekamen zu überraschend günstigen Preisen ein sehr schmackhaftes Menü. Ich probierte regionale Spezialität Cassoulet, ein überbackenen Eintopf aus weißen Bohnen, in dem zu meiner Überraschung neben einigen Schweinefleischstückchen eine gekochte Bratwurst schwamm. Abgeschmeckt war das Gericht unter anderem mit etwas Zimt. Mir schmeckte es so gut, dass ich sogleich beschloss, das Gericht zuhause nachzukochen.

Die Bilder zeigen überwiegend die Cité de Carcassonne.

Cité de Carcassonne

Cité de Carcassonne

Carcassonne - Blick auf die Stadt

Cité de Carcassonne

Cité de Carcassonne

Cité de Carcassonne

Cité de Carcassonne

Pont vieux

Riesenrad