Bei diesem Roman der französischen Autorin Anna Gavalda geht es um vier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Camille, eine Künstlerin, die sich ihr Geld als Putzfrau verdient und längere Zeit keinen Pinsel mehr angerührt hat. Phillibert, ein verarmter Adeliger, der alles über die Geschichte Frankreichs weiß, aber ins Stottern gerät, wenn er mit anderen Menschen sprechen muss. Franck, ein wortkarger Koch, der dem Leben kaum etwas positives abgewinnen kann und ständig am fluchen ist. Paulette, Francks Oma, die so langsam senil wird und sich nicht damit abfinden kann.
Diese vier Menschen finden sich im Laufe des Romanes in einer gemeinsamen Wohnung wieder. Dass das nicht immer gut geht, ist klar. Zumal jeder Bewohner mit seiner Vergangenheit zu kämpfen hat.
Anna Gavalda erzählt die Geschichte in einer beschwingten Schreibweise, die ich so nur aus französischen Romanen kenne. In einer Rezension bei Amazon vergleicht eine Leserin das Buch mit dem Film “Die fabelhafte Welt der Amélie” und hat damit nicht unrecht, auch wenn die Geschichte total anders ist. Doch der Stil ist unverwechselbar französisch. Bei Büchern wie diesen bedaure ich es, dass ich die Sprache nicht beherrsche, denn im Original kommt der besondere Charme mit Sicherheit noch viel besser zur Geltung.
Der Leser hat bei diesem Buch das Gefühl, ein Gast im Leben der vier Protagonisten zu sein. Ein Beobachter, der in einem gemütlichen Café sitzt, einen Cappuccino nach dem anderen schlürft und dabei an einer wunderbaren Geschichte teilhaben darf. Wunderbar ist die Geschichte vor allem deshalb, weil sie erschreckend ehrlich ist. Die Charaktere werden unverfälscht und natürlich dargestellt, sie existieren wirklich.
Nur eins gefällt mir nicht: Der Epilog. Nicht wegen des Inhalts, sondern weil er existiert. Ein halbwegs offenes Ende hätte mir besser gefallen.




Ein Kommentar
Inzwischen hab’ ich das Buch auch zu Hause und gelesen.
Es gefällt mir recht gut. Nur eine Stelle finde ich traurig.