Thank God it's Friday!

Den Wecker ignoriere ich, wie immer. Ist ja erst 7 Uhr, noch jede Menge Zeit. Im Halbschlaf träume ich zur Strafe einen derartigen Schwachsinn, dass ich kurz darauf doch freiwillig aufstehe. Der drauffolgende Ablauf ist mehr oder weniger normal: Dusche, Klamotten suchen, feststellen, dass die Lieblingsjeans dringend in die Wäsche muss, tiefer im Kleiderschrank wühlen, uralte Sommerhose hervorkramen, schnell noch bügeln, Tasche packen, Tür auf und feststellen, dass es mal wieder regnet.

Ich trete wie wild in die Pedale, um den Regen zu überlisten. “Da müssen wir schnell unten durch rennen!”, sagte meine Mutter immer, wenn wir unterwegs waren und es auf einmal anfing zu regnen. Dieses Unten-Durch-Rennen ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Wenn es regnet, werde ich immer automatisch schneller. Der Radweg ist leer, die meisten Menschen ziehen es bei dem Wetter vor, mit der Straßenbahn zu fahren. Schwungvoll nehme ich eine Kurve und lege kurz darauf eine Vollbremsung hin: Mitten auf dem Radweg kommt mir ein Rasenmäher entgegen! Ich fahre um den Rasenmäher herum und bin für mein neues Rad mit den tollen Bremsen mehr als dankbar. Mit meinem alten Drahtesel wäre ich niemals rechzeitig zum Stehen gekommen.

Zwei Straßen weiter habe ich den Schock überwunden und fahre schnell an einem LKW vorbei, der mitten auf der Straße steht. Als ich kurz vor der Fahrertür des LKWs angekommen bin, geht diese plötzlich auf. Ich mache einen Schlenker und kann gerade noch ausweichen. Bremsen hätte da auch nichts mehr genützt. Der Fahrer schimpft hinter mehr her. Ist es etwa meine Schuld, dass er vor dem Öffnen der Tür nicht in den Rückspiegel geschaut hat? Brummelig fahre ich weiter.

Kurz darauf komme ich in der sicheren Firma an. Einige Stunden geht bis auf die üblichen kleinen Unfälle auch alles gut, doch dann versuche ich, meinen Geldbeutel in die hintere Hosentasche zu stecken. Ein lautes RATSCH! lässt mich zusammenzucken. Ich verbiege mich, um nach hinten zu schauen, und sehe die Bescherung: Hosentasche eingerissen, eine Ecke hängt runter und ein großes Stück Haut wird sichtbar. Großartig. Ich binde meine Regenjacke um, damit mir nicht jeder auf den Hintern starrt, während ich zum Dönerverkäufer gehe.

Eine Stunde später. Auf der Arbeit geht gar nichts mehr, das interne Netz hat seine Tage. Ich beschließe endlich mal meinen Schreibtisch aufzuräumen, bevor dieser unter der Blätterlast zusammenbricht. Beim Umsortieren der Papiere schaffe ich es, mir die scharfe Kante eines zusammengetackerten Papierblocks dermaßen heftig in den Finger zu rammen, dass eine recht tiefe und vor allem schmerzhafte Wunde bleibt. Mir reicht es für heute, Feierabend!

Zuhause räume ich als allererstes die Waschmaschine ein, bevor ich mich an den PC setze, um an meinem Blog-Layout zu basteln. Ungefähr 2 Stunden später bemerke ich, dass ich die Waschmaschine zwar eingeräumt, aber nicht eingeschaltet habe.

Thank God it’s Friday!

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