Meine ersten Eindrücke von einem interessanten Land:
- Flugreisen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Die lustige Sauerstoffmasken-Show der Flugbegleiter wurde bei der rumänischen Fluggessellschaft Tarom durch eine langweilige 3D-Animation ersetzt. Die Visualisierung des bisher zurückgelegten Wegs kurz vor der Landung war allerdings recht cool.
- Hilfe. Neben der Landebahn stehen ausrangierte Flugzeuge, teilweise in ihre Einzelteile zerlegt. Ersatzteillager? Zurück nehme ich wohl besser die Bahn.
- IKEA, Kaufland, Lidl … Ja bin ich denn überhaupt in Rumänien?
- Löcher, überall Löcher. Fehlende Gullydeckel mitten auf der Straße, aufgerissene Straßen und jede Menge ungesicherte Baustellen. Sehr gefährliche Umgebung für jemanden, der keiner Stolperfalle widerstehen kann.
- Kabelsalat ohne Ende. Telefonleitungen und anscheinend auch Stromleitungen werden einfach durch die Äste der Bäume geleitet. Überflüssige Kabel-Enden werden an den Strom-Masten aufgewickelt.
- Pfosten, die auf Kniehöhe enden, habe ich am ersten Tag gefühlte 4891 Stück gesehen. Einer davon hat auch direkte Bekanntschaft mit meinem Knie gemacht. Jetzt kann ich mal wieder 14 Tage lang keine Röcke mehr tragen. Hmpf.
- Hunde laufen hier größtenteils unangeleint rum, sehen sehr bedrohlich aus und bellen noch bedrohlicher. Mistköter, verdammte. Ich muss dringend rumänische Schimpfwörter lernen.
- Die Knoblauchsoße von KFC (ja, die gibt’s auch in Rumänien) ist wirklich empfehlenswert. Das Fenster lasse ich heute Nacht aber trotzdem zu, man muss ja sein Glück nicht noch unnötig herausfordern.
- Das größte Gebäude Europas ist durchaus beeindruckend, aber es wäre dennoch um einiges schöner, wäre es auf eine etwas humanere Art und Weise entstanden.
- Das, was von der Altstadt übrig geblieben ist, ist wirklich toll.
- Heiß! Draußen ist es frühlingshaft warm, in meinem Hotelzimmer herrschen aber gefühlte 30 Grad. Und die Heizung lässt sich nicht im Zimmer steuern. Meine Bitte an der Rezeption, die Hitze zu reduzieren, hat nicht viel gebracht, entweder hat der gute Mann die Heizung nur um ein Grad kälter gestellt, oder sie ist defekt. Vielleicht sollte ich doch das Fenster öffnen … oder die Klimaanlage anwerfen.
Bilder folgen demnächst.





9 Kommentare
Hunde! Heiß! Knoblauch! Genau meine Stadt, endlich weiß ich, wohin der nächste Urlaub *nicht* gehen wird ;-)
Das mit der Hitze im Hotelzimmer erinnert mich an “1408″ – ein sehr empfehlenswerter Film, wenn man das Genre mag. Eine der wenigen gelungenen Stephen-King-Verfilmungen!
Aber der Rest Deiner Schilderungen klingt auch recht gruselig. Schönen Aufenthalt noch!
Nee, gruselig ist es eigentlich nicht. Bis auf die Hunde, von denen ich vermute, dass sie in Wirklichkeit getarnte Werwölfe sind … ;)
Mein Hotelzimmer ist mittlerweile auch wieder ohne Sauna-Zuschlag bewohnbar. :)
Sooo, dann bist Du also mitten in der Walachei? Schoenes Land, nette und gastfreundliche Leute — die meisten jedenfalls. Bukarest kenne ich nicht, ich war seinerzeit (vor rd. 15 Jahren) in Brasov/Kronstadt. Damals noch die zweitgroesste Stadt Rumaeniens.
Wie lange wirst Du dort bleiben? Wie voll ist Dein Terminkalender und wie beweglich bist Du? Falls Du die Moeglichkeit hast, mache unbedingt mal einen Abstecher in die Karpaten.
BTW: Auch vor 15 Jahren gab’s schon Coca Cola, McDonalds, alle moegliche Westwaren usw… allerdings zu fuer rumaenische Verhaeltnisse exorbitanten Preisen.
Was mich mal interessieren wuerde: Wie sieht das Preisniveau mittlerweile aus? Das Durchschnittsgehalt in Rumaenien liegt ja AFAIK immer noch auf rd. 1/3 dessen, was man in Deutschland fuer einen vergleichbaren Job bekommt. Sind die Preise auch entsprechend niedrig?
Was Hunde/Woelfe angeht — vermutlich eher unwahrscheinlich in einer so grossen Stadt wie Bukarest, aber in Brasov konnten einem Woelfe in den aeusseren Regionen der Stadt durchaus mal begegnen.
Ach, und fahren da immer noch so viele Dacias herum? Damals kam ich mir fast vor wie in Frankreich. Dacia machte (bzw. macht immer noch, mit dem “Logan”) ja Lizenznachbauten von irgendwelchen Renault PKWs, und da unten gab’s ja sonst wenig Alternativen. Der russische Lada war selbst den Rumaenen suspekt, und Trabbi bzw. Wartburg hatten nicht nur in der DDR Lieferzeiten von 10 Jahren.
Morgen fliege ich leider schon wieder zurück, Abstecher sind nicht drin. Ich schon wieder dermaßen kaputt, dass ich heute selbst dann nichts mehr unternehmen würde, wenn ich die Leute hier verstehen würde. Schade, dass ich die Landessprache noch nicht mal ansatzweise beherrsche. Wenn ich das nächste Mal nach Bukarest fliege, bereite ich mich besser vor und wälze lieber einige Wörterbücher, statt nur “Tanz der Vampire” zu gucken. ;)
Die restlichen Fragen beantworte ich mit einem eigenen Blog-Eintrag.
In Bukarest wird nur Rumaenisch gesprochen? Ein Grund mehr, sich mal in die Karpaten, oder spezieller, nach Siebenbuergen/Transsilvanien zu verirren. Da kommt man mit Deutsch sehr weit.
Achja… italienisch soll auch helfen, da es dem Rumaenischen angeblich sehr aehnlich ist — wohl in etwa vergleichbar mit deutsch/hollaendisch. Da ich weder italienisch noch rumaenisch spreche, muss ich mich da allerdings auf die Aussage einer rumaenischen Bekannten verlassen.
Englisch klappt oft auch, allerdings haben viele Leute hier einen starken Akzent, der die Kommunikation etwas erschwert. Deutsch spricht hier allerdings kaum jemand, damit kommt man nicht weit.
*Gähn* Viel zu früh zum aufstehen! Wenn ich dran denke, dass ich heute nochmal eine Stunde verliere … (Hier ist es gerade 6 Uhr, in Deutschland jedoch erst 5)
Mir gefällt dieser Eindruck sehr gut. Wer schreibt da bei den Kommentaren was von Hitze, Hunden und Knoblauch ?
Gut, dass mich mein nächster Urlaub in eine ganz andere Richtung führen wird. ;)
Nachtrag: Meine natürlich den Eintrag über Rumänien.