Immer die Radfahrer

Eigentlich wollte ich mit dem Rad nach Straßburg fahren, habe ich dann aber für das etwas näher gelegene Speyer entschieden, weil ich zu spät losgekommen bin und nicht noch im Dunkeln durch die Gegend fahren wollte.

Im Nachhinein stellte sich diese Entscheidung als ganz gut heraus, denn unterwegs gab es jede Menge Arbeit für meine Digitalkamera.

Die Wildgänse mögen es gar nicht, wenn man ihr Bad in der Alb unterbricht. Mit bedrohlichem Flügelflattern versuchten sie mich zu vertreiben und schafften es auch.

Die Enten dagegen blieben im Wasser, flügelflattern beherrschen sie allerdings auch.

Der Hagebuttebusch erinnerte mich an meine Kindheit. Die Früchte sammelten wir, allerdings nicht um Tee daraus zuzubereiten, sondern als Malwerkzeuge. Straßenkreide gab es damals noch nicht, und Hagebutten stellten eine gute Alternative dar. Außerdem konnte man die Kerne wunderbar als Juckpulver verwenden. Die Dornen an den Büschen mochte ich noch lieber als die Früchte, die klebte ich mir immer auf die Nase und spielte Nashorn.

Auf der richtigen Seite des Rheins, nämlich in der Pfalz, durfte ich noch einen Hauch von Indian Summer einfangen.

An beiden Ufern des schmalen Sees, der vermutlich zum Altrhein gehört, befinden sich unzählige Anglerhütten. Sie stehen auf Stelzen im Wasser und sehen aus wie kleine Logen, die an drei Seiten geschlossen und nur zum See hin offen sind.

Der Himmel war zeitweise so strahlend blau, dass er mich an den Mittelmeer-Urlaub erinnerte. Nur die Temperaturen passten leider nicht.

Immer wieder Bäume voller Mistelzweige. Leider hingen die hübschen Schmarotzerpflanzen viel zu weit oben.

Gänseblümchen gibt es noch jede Menge, erstaunlich.

Ebenso Pusteblumen. Da es relativ windstill war, ließen die sich auch ganz gut fotografieren.

Ca. die Hälfte des Weges hatte ich an dieser Stelle hinter mir. Die Beschilderung der Radwege ist übrigens großartig, ich konnte meine Radwanderkarte im Rucksack lassen und musste kein einziges Mal nach dem Weg fragen.

Die roten Deichwachhäuser waren ständig anzutreffen. Ich muss unbedingt mal herausfinden, welche Funktion diese Häuser erfüllen.


Endlich, Speyer! Spaß gemacht hat es, aber etwas anstrengend war es doch. Ich sollte das öfter machen. Schade nur, dass dieses Wochenende wahrscheinlich die letzte Gelegenheit für dieses Jahr war.

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4 Kommentare

  1. Erstellt am 26. Oktober 2008 um 20:21 | Permanent-Link

    Schoene Motive, und eindeutig besseres Wetter als hier. Heute war’s am Morgen nebelig wie immer und ab 11:00 dann recht stark bewoelkt. Immerin kein Regen…
    Wie lange hast Du fuer Karlsruhe-Speyer gebraucht, und welche Strecke bist Du gefahren?

  2. Nikana
    Erstellt am 26. Oktober 2008 um 20:48 | Permanent-Link

    Heute war das Wetter bei uns auch nicht so toll, die Tour fand schon gestern statt. Ich wollte heute zwar auch erst noch raus, bin aber nicht so beweglich, weil ich in Speyer beinahe mit einem Mann zusammengestoßen wäre und stattdessen Bekanntschaft mit dem Asphalt gemacht habe. Keine Sorge, ist nichts ernsthaftes passiert, nur blaue Flecken und Prellungen.

    Von Speyer habe ich leider auch kein gutes Bild, beim Fernsicht-Bild hat das Wetter nicht mehr so richtig mitgespielt und in der Stadt selbst klappte es nicht mehr so mit dem Fotografieren. Naja.

    Ich habe ca. 5 Stunden für die Strecke gebraucht, Pausen mitgerechnet. Die Route führte über Wörth, Leimersheim, Germersheim und Lingenfeld. Sehr schöne Gegend, diese Strecke kann ich sofort weiterempfehlen. Vor allem weil ab und zu mal gänzlich unerwartete Schätze auftauchen, wie zum Beispiel der Altrhein mit den Anglerhütten.

  3. Erstellt am 26. Oktober 2008 um 21:39 | Permanent-Link

    Blaue Flecken und Prellungen sind doch schon mehr als genug :-/

    Die Strecke klingt verdaechtig nach der, die ich zu meiner Karlsruher Zeit auch oefters gefahren bin. Wenn’s auch etwas huegeliger sein darf, dann kannst Du ja auch mal einen Abstecher ueber Jockgrim, Rheinzabern und Neupotz ins Auge fassen. Ist nicht ganz so flach das Rheintal und landschaftlich auch sehr schoen.

  4. nikana
    Erstellt am 27. Oktober 2008 um 10:37 | Permanent-Link

    Danke, diese Strecke werde ich mir für den Frühling merken. Bei Jockgrim bin ich ja schon einmal eine Steigung hochgekeucht, da war ich aber auf dem Weg nach Offenbach an der Queich. In den nächsten Wochen beschränke ich mich wohl eher auf die nähere Umgebung und suche dort nach Motiven, um meine Fotografiekünste zu verbessern. Ich denke ja, dass ich aus jedem Motiv noch viel mehr hätte herausholen können, wenn ich die Techniken richtig beherrschen würde.

Ein Trackback

  1. Von Krempelkiste » » Rheintour am 30. April 2009 um 11:12

    [...] Wörth stattete ich wieder dem Altrhein einen Besuch ab. Auch im Frühling ist dieser See sehr sehenswert, und die Fahrt dahin [...]

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