CI-Simulation

Es ist sehr schwer zu erklären, wie man eigentlich mit CI hört. Vor allem dann, wenn man hochgradig schwerhörig zur Welt gekommen ist und nicht die geringste Ahnung hat, was normales Hören eigentlich bedeutet. Deshalb war ich sehr efreut, heute online ein gutes Hörbeispiel zu finden: Demos zur elektro-akustischen Stimulation (EAS)

Zum ersten Abschnitt (Elektrische Stimulation) kann ich nicht viel sagen, weil sich die Hörprobe mit CI nicht mit meinem Hören vergleichbar ist. Der zweite Abschnitt jedoch passt. Die Hörprobe “Simulation Hochtonsteilabfall” trifft ziemlich genau mein Gehör, die abgebildete Hörkurve ist nur geringfügig besser als meine. Wenn ich mir zum Vergleich den originalen Satz ohne CI anhöre, klingt der für mich genauso wie die Simulation des Hochtonsteilabfalls mit eingeschaltetem Sprachprozessor. Anhand dieses Satzes können Normalhörende sich vermutlich ein recht gutes Bild davon machen, wie ich höre. Die Hörprobe “Simulation EAS” kann ich nicht so gut beurteilen, klingt aber mit CI ziemlich normal – also in etwa so, wie ich immer mit meinem Hybrid höre. Die Hörprobe “Simulation CI” aus dem ersten Abschnitt dagegen ist viel zu piepsig. So extrem habe ich selbst direkt nach der Erstanpassung nicht gehört, obwohl ich in der Zeit alles als zu schrill und piepsig empfand.

Den Satz habe ich übrigens auch nach mehrmaligem Hören nicht korrekt verstanden, egal in welcher Version. “Im ??? ziehen Anne(?) und Otto nach Afrika”? Oder doch etwas ganz anderes? Schwierig!

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6 Kommentare

  1. Andrea
    Erstellt am 6. April 2010 um 20:13 | Permanent-Link

    Das ist ein interessanter Bericht, Ann. So verstehe ich nun besser, wie du mit CI hörst.

  2. Erstellt am 8. April 2010 um 19:27 | Permanent-Link

    Oh, das war seltsam. Beim ersten Mal hören von dem Satz bei “Simulation CI” habe ich überhaupt nichts verstanden, dann aber nicht regelgemäß Satz ohne Simulation angehört, sondern das erste Beispiel noch zweimal und habe es dann ohne Probleme verstanden.
    Der Satz, den ich verstanden habe, war “Im Sommer fliegen Anna und Otto nach Afrika.” (Es kann aber auch Anne sein, das hört man nur selten raus bei den beiden Namen, finde ich.)
    Das zweite Beispiel klang für mich sehr dumpf, aber relativ gut verständlich.

  3. Erstellt am 9. April 2010 um 08:59 | Permanent-Link

    Interessante Demos. Schön auch, dass man mal EAS-simuliert sieht hört.
    Ich kann den Satz gerade leider nicht probehören…

  4. nikana
    Erstellt am 9. April 2010 um 10:15 | Permanent-Link

    Ja, finde ich auch toll. Am besten gefällt mir ja die Simulation des Hochtonsteilabfalls, weil ich damit endlich vorführen kann, wie ich ohne CI höre. Ich wurde schon so oft gebeten, das zu erklären, bin aber jedesmal sehr schnell an meine Grenzen gestoßen. Das lässt sich einfach nicht erklären, schon gar nicht, wenn man keine Vergleichsmöglichkeiten hat. Das CI zählt in der Hinsicht ja nicht, weil man das Hören ja auch nicht normal nennen kann.

  5. Erstellt am 15. April 2010 um 16:56 | Permanent-Link

    Nachtrag (wollte ich eigentlich gleich hinterher posten, bin dann aber nicht mehr dazugekommen, aber meine Pedanterie lässt mich nicht los ;-) ):
    Der Satz (ich habe erst später den Satz ohne Simulation angehört) lautet richtig:
    “Im Urlaub flugen Emil und Otto nach Afrika.”
    Keine Ahnung, wieso ich da “Anna” gehört habe (oder hören wollte, Beispiel-Anna taucht so oft mit Muster-Otto auf…), und das “flugen” konnte ich vom “fliegen” auch im Original-Satz schwer unterscheiden…
    (Ich habe beim Anhören der Simulation wohl eher gelernt, mir etwas zusammenzureimen, als etwas zu hören… ;-) )

  6. nikana
    Erstellt am 16. April 2010 um 10:25 | Permanent-Link

    Wahrscheinlich hast Du “Anna” gehört, weil ich im Ursprungsposting “Anne” geschrieben hatte. Wenn man etwas liest, fixiert man sich oft darauf und glaubt dann auch, genau das zu hören – zumindest unter erschwerten Bedingungen, also wenn man schwerhörig ist oder eben eine total verstümmelte Hörprobe hört. Bei mir ist es so, dass ich oft Dinge raushöre (bzw. mir zusammenreime), die ich schon im Hinterkopf habe. Gestern z.B. haben sich zwei Kollegen unterhalten, dabei war irgendwann von “5 Millionen Domains” die Rede. Da wir auch mit rumänischen Kollegen zusammenarbeiten und das in letzter Zeit oft ein Gesprächsthema war, habe ich automatisch “5 Millionen Rumänen” daraus gemacht. Tja.

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