Projekt Kochen, der weitere Verlauf

Auch wenn ich nicht mehr darüber schreibe, koche ich nach wie vor täglich etwas anderes und habe einen riesigen Spaß dabei. Die Motivation darüber zu bloggen hält sich aber in Grenzen, was großteils daran liegt, dass ich keine Foodbloggerin bin und auch gar keine werden möchte.

Dennoch kann ich jedem ein solches Projekt ans Herz legen, ob mit oder ohne Blog. Man lernt so viele Gerichte kennen, von denen man gar nicht ahnte, dass es sie in dieser Form gibt, und kriegt immer Lust auf mehr. Bis jetzt habe ich noch kein einziges Mal das Bedürfnis verspürt, ein Gericht zweimal zu kochen, auch wenn die meisten sehr lecker waren. Der Entdeckungstrieb hält mich davon ab. Bis jetzt habe ich auch nur einmal Abends aus reiner Faulheit zum unkreativen Wurstbrot gegriffen, mit der Entschuldigung, dass die Wurst ja eh weg musste. Ansonsten gab es immer ein frisch zubereitetes Gericht.

Was ich alles gekocht habe in den letzten Wochen? Linsensuppe mit roten Linsen und Kokosmilch, Pasta mit Champignonsoße, Rostige Ritter mit Vanillesoße und Himbeeren, Kartoffelpuffer mit Rohkostsalat, Apfel-Walnuss-Risotto, asiatisch angehauchte Hühnersuppe mit viel Ingwer und Chili, Pasta mit Tomaten-Fenchel-Sugo, Pasta mit Kastanien und Mangold, Kartoffelstampf und Butterkarotten, Hamburger National (eine Steckrübensuppe, die mir leider nicht so gut schmeckte), Butter-Salbei-Spaghetti, Gebrannte Grießsuppe, Kartoffelauflauf mit Rosenkohl und Schinken, Süßkartoffelsuppe mit Kokosmilch, Ingwer und Chili und und und.

Heute gibt es endlich mal Grünkohl, den man in Karlsruhe nur selten zu kaufen kriegt und auf den ich mich gestern freudig stürzte. Dazu gibt es Pfefferbirnen und karamellisierte Kartoffeln nach einem Rezept aus „Deutschland Vegetarisch“.

Rezepte werde ich künftig vielleicht auch noch dann und wann posten, aber nicht mehr so Hals über Kopf wie bisher, sondern nur wirklich intensiv ausgetestete Eigenkreationen, wie sie im Rahmen meines aktuellen Projekts gar nicht möglich sind, weil ich dazu dasselbe Gericht mehrmals kochen müsste.

Ein Rezept aus der Projektzeit gibt es aber trotzdem noch, weil ich vor Wochen versprochen hatte, es zu posten:

Asiatisch angehauchte Hühnersuppe

Bei einer hartnäckigen Erkältung hilft irgendwann nur noch der Klassiker: Frische Hühnersuppe. Da Chili und Ingwer ebenfalls eine heilsame Wirkung nachgesagt wird und wir gerne scharf essen, bot sich die asiatische Variante an.

Mein Rezept:
1 Suppenhuhn
1 Zwiebeln
1 Bund Suppengrün
1 Stück Ingwer, ca. 3-4 cm
1 scharfe Chilischote
3 Karotten
3 Frühlingszwiebeln
Sojasoße
2 EL Zitronensaft
Nudeln

Ich habe kein frisches Suppenhuhn bekommen und wollte kein gefrorenes Exemplar nehmen, da wir nicht viel Zeit zum Kochen hatten. Deshalb habe ich 2 Hähnchenschlegel und 6 Flügel gekauft und diese anstelle des Huhns verwendet.

Einen großen Topf mit 3 Liter Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Suppenhuhn kurz abbrausen, gut innen reinigen und eventuell vorhandene Fettblasen und den Bürzel entfernen – Hähnchenteile nur abbrausen. Das Hühnerfleisch in das kochende Wasser geben und 2 Minuten kochen lassen. Mit einer Schaumkelle wieder aus dem Topf holen und das Wasser wegschütten. Topf kurz reinigen, Huhn in den Topf geben und gerade so viel kaltes Wasser zugeben, dass das Fleisch knapp bedeckt ist. Keinen zu weiten Topf verwenden, sonst wird die Brühe verwässert.

Topf wieder auf den Herd stellen und zum Kochen bringen. Derweil das Suppengrün, die Zwiebel und den Ingwer putzen und in grobe Stücke schneiden. Die Zwiebel verwendet man in der Hühnersuppe normalerweise mit der Schale, weil das eine schönere Farbe gibt. Meine war aber nicht so ansehnlich, deshalb habe ich sie komplett geschält. Wenn das Wasser kocht, das Gemüse zum Huhn geben und die Hitze reduzieren, so dass die Suppe vor sich hinköchelt. Je nach Größe des Suppenhuhns ca. 1 bis 1 1/2 Stunden kochen lassen. Kleinere Hühnerteile sind entsprechend früher gar, ich habe meine Suppe 40 Minuten kochen lassen.

Sobald das Fleisch gar ist, den Topf vom Herd nehmen und den Inhalt am besten komplett erkalten lassen. Wenn das wie bei mir aus Zeitgründen nicht drin ist, dann gleich vorsichtig das Fleisch aus dem Topf angeln, kurz abkühlen lassen und das Fleisch von den Knochen lösen. Vorsicht, das kann zu einer sehr schmerzhaften Angelegenheit werden! Lieber etwas länger warten als ich es immer mache…

Suppe durch ein Sieb in einen anderen Topf gießen, Fleisch zugeben und wieder zum Kochen bringen. Die Möhren putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Chili waschen, halbieren und ggf. die Kerne entfernen, falls sie sehr scharf sein sollte. Chili in schmale Streifen schneiden und das Gemüse in den Topf geben. Mit Salz und Pfeffer würzen und kochen lassen, bis die Karotten gar sind.

In einem zweiten Topf derweil die Suppennudeln kochen – gerade so viele, dass es für alle Esser am Tisch reicht.

Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden. Die Suppe mit Sojasoße und ca. 2 EL Zitronensaft abschmecken und die Frühlingszwiebeln zugeben. Vom Herd nehmen, damit die Frühlingszwiebeln schön knackig bleiben. Nudeln in die Teller verteilen, Suppe darüber geben und genießen.

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