Bücher im Mai

Seit ich pendle, lese ich wieder viel mehr. Ein guter Grund, die sträflich vernachlässigte Kategorie Bücher zu entstauben und ein bisschen über Bücher zu plaudern.

Daniela Schreiter – Schattenspringer

Eigentlich bin ich keine Comic-Leserin. Asterix mag ich, Lucky Luke auch und als Teenager habe ich über Clever & Smart Tränen gelacht, aber mit den meisten Comic-Büchern oder Graphic Novels kann ich nicht so viel anfangen. Schattenspringer habe ich mir in erster Linie deshalb gekauft, weil ich der Autorin seit einiger Zeit auf Twitter folge und ihre Zeichnungen mag. Außerdem interessiere ich mich für Autismus, seit ich vor rund 10 Jahren „Buntschatten und Fledermäuse“ von Axel Brauns gelesen habe.

Schattenspringer erklärt recht gut, wie sich Daniela mit ihrem Autismus fühlt, warum sie kein Rain Man ist und generell warum Rain Man ein ganz schlechtes Beispiel für den Autismus ist. Ich mag die Definition “Autisten sind Aliens” und kann das alles ein klitzekleines bisschen nachvollziehen, weil ich mit meiner Schwerhörigkeit lange Zeit auch in einer sehr eigenen Welt lebte. Ich will natürlich nicht behaupten, dass ich weiß, wie man sich mit Autismus fühlt; aber ich weiß, was es bedeutet, anders zu sein.

Schattenspringer ist so liebevoll gezeichnet und gut erzählt, dass ich mir vorgenommen habe, künftig Comics und Graphic Novels nicht mehr standardmäßig zu ignorieren. Wer weiß, welche Perlen es in diesem Bereich noch gibt.

Website der Autorin: http://www.fuchskind.de/
Ausführliche Leseprobe: http://www.fuchskind.de/galerie/schattenspringer/aspie.php

Haruki Murakami – Naokos Lächeln

Mein erster Murakami. Um genau zu sein: der erste, den ich vollständig gelesen habe. Vor Jahren habe ich mich an „Kafka am Strand“ versucht, habe aber nach nur wenigen Seiten wieder aufgehört, weil ich nicht in der Stimmung für dieses Buch war. Jetzt also Naokos Lächeln. Ich mochte den Stil sehr und war beeindruckt von der Übersetzung. Die Geschichte war einerseits ruhig, andererseits aber auch sehr aufwühlend. Ein ernstes und trauriges Thema, vorgetragen in einem komplett unaufgeregten Stil. Empfehlenswert.

Oliver Pötzsch – Die Burg der Könige

Ich gestehe: Ich habe das Buch nur gekauft, weil es in meiner Heimat spielt. Wie könnte ich auch einer Geschichte widerstehen, die auf dem Trifels angesiedelt ist? Vom Inhalt war ich positiv überrascht. Eine gut erzählte Geschichte, die zur Zeit der Bauernkriege spielt und gut recherchiert ist. Empfehlenswert für alle, die historische Romane mögen und nicht vor dicken Wälzern zurückschrecken. Auch wenn im Verlauf des Buches die Ramburg zerstört wird. Tz.

Straßenbahngeeignet ist das Buch allerdings nur bedingt, mit seinen 944 Seiten nimmt es in der Tasche arg viel Platz weg.

Website des Autors mit Leseprobe: http://www.oliver-poetzsch.de/home/index.php/die-burg-der-koenige

Alan Bradley – Mord im Gurkenbeet

Ein bisschen hat sie mich ja genervt, die neunmalkluge Flavia de Luce. Viel zu reif für ihr Alter und viel zu naseweis. Der Humor hat mir zwar gefallen, aber ich glaube nicht, dass ich die Serie weiterlesen werde.

Wiebke Lorenz – Alles muss versteckt sein

Ein beeindruckender Roman. Auf dem Cover steht zwar Thriller, aber meiner Meinung nach ist das eher eine Erzählung, wenn auch eine spannende. Ich mag gar nicht viel über das Buch schreiben, weil ich glaube, dass es am besten funktioniert, wenn man vorher kaum etwas von der Handlung weiß. Die Beschreibung der Zwangsgedanken und der entsprechenden Konsequenzen fand ich gut recherchiert und schlüssig. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass es drei verschiedene Erzählperspektiven gibt und die Wechsel zwischen den Perspektiven flüssig und logisch sind.

Website der Autorin: http://www.wiebke-lorenz.de/

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