Bücher im Juni

Joe Abercrombie – Kriegsklingen

Das Buch wurde mir öfters ans Herz gelegt, aber leider musste ich feststellen, dass es für mich nicht das Richtige ist. Ich fand es etwas zu träge von der Handlung her und auch der Stil konnte mich nicht fesseln. Da ich absolut nicht voran kam, habe ich es zur Seite gelegt. Allerdings an einer Stelle, an der ich jederzeit wieder problemlos einsteigen kann, wenn es mir danach ist.

Jörg Maurer – Unterholz

Ich habe eine Macke: Wenn ich in Urlaub fahre, besorge ich mir einen Roman, der in der jeweiligen Region spielt und lese ihn vorher, im Urlaub oder auch danach. Die Romane um den Wildschütz Kommissar Jennerwein mag ich eh, also war klar, zu welchem Buch ich greifen würde.

Unterholz bietet die von Jörg Maurer gewohnte lockere Unterhaltung. Ich mag den feinen Humor des Autors sehr. Die ganzen Figuren im Buch habe ich ohnehin schon vor langer Zeit ins Herz geschlossen. Jedes Mal kriege ich wieder das Gefühl, dass es all die Leute wirklich gibt. Dieses Gefühl wurde am Urlaubsort verstärkt: die Romane von Jörg Maurer spielen in Garmisch-Partenkirchen, allerdings nennt er den Namen nie, sondern schreibt immer nur „der Kurort“. Trotzdem ist klar, wo die Bücher spielen und als ich im Kurort angekommen war, wurde ich überall mit den Namen aus den Büchern konfrontiert. Vor allem Ostler und Grasegger scheinen dort weit verbreitete Namen zu sein. Mir gefällt es, dass der Autor Namen gewählt hat, die in der Region tatsächlich üblich sind.

Das Buch ist das fünfte Buch der Reihe. Das sechste fehlt mir noch, das werde ich allerdings erst kaufen, wenn es als Taschenbuch verfügbar ist, damit es zu meiner Sammlung passt.

Astrid Lindgren – Ronja Räubertochter

Angefangen hat es auf Twitter. Durch einen Tweet wurde ich wieder auf dieses Buch aufmerksam und bekam Lust, es wieder zu lesen. Ich durchschaute mehrmals mein Regal und musste dann entsetzt feststellen, dass ich es gar nicht besitze, sondern als Kind nur ausgeliehen hatte. Diesen Missstand korrigierte ich mit einer schnellen Bestellung.

Ronja ist zauberhaft. Ich liebe es, wie sehr sie den Wald liebt und sich dort heimisch fühlt, dadurch fühle ich mich sehr mit ihr verbunden. Ich habe jede Sekunde genossen und mich gefreut, dass meine Erinnerung aufgefrischt wurde. Ich hatte zum Beispiel die gruseligen Wilddruden total vergessen, die mir als Kind im Film so eine Heidenangst einjagten. Brrr.

Meine allerliebste Geschichte von Astrid Lindgren wird allerdings immer „Im Land der Dämmerung“ bleiben, eine Geschichte, die wir in der Grundschule gelesen hatten und die mich nachhaltig beeindruckte.

Enzo Fileno Carabba – Wie zwei alte Schachteln einmal versehentlich die Welt retteten

Dieses Buch habe ich in erster Linie wegen des Titels gekauft und wunderte mich dann durch das Buch hindurch, was der Titel denn mit dem Buch zu tun haben soll. Es ist ja oft so, dass der Titel so viel Aufmerksamkeit wie möglich erregen soll und total am Inhalt des Buches vorbeigeht. Hier ist das allerdings nicht der Fall, nur kommt die Auflösung recht spät.

Das Buch ist sehr skurril und der Humor ist rabenschwarz. So richtig sympathisch waren mir sämtliche Charaktere nie, trotzdem fand ich das Buch lesenswert und unterhaltsam.

Tim Sohr – Woanders is‘ auch scheiße

Noch so ein Titelkauf. Hinten stand was von 90er drauf, von Jugend, Fußball und Metallica: Gekauft. Eine Jugend in den 90ern ist meine Jugend und ich hoffte auf ein Erinnerungsfeuerwerk.

Meine Hoffnungen wurden nicht enttäuscht, auch wenn Fußball deutlich mit Vordergrund stand und ich damit nicht gerechnet hatte. Trotzdem, es passt alles. Der Protagonist war mir nicht so extrem sympathisch, dazu war er zu eingebildet, aber ich mochte die Erzählung. Der Stil des Autors ist genau meins.

Meir Shalev – Meine russische Großmutter und ihr amerikanischer Staubsauger

Falls es noch nicht aufgefallen ist: Ich habe eine Schwäche für seltsame Buchtitel. Dieses Buch stand allerdings einige Jahre ungelesen in meinem Regal bis ich mich seiner endlich annahm.

Obwohl der Autor durchaus schreiben kann, hat mir das Buch nicht besonders gefallen. Die vielen Geschichten aus dem Leben der Großmutter des Autors sind zu zusammengewürfelt und unstrukturiert. Zu oft deutet der Autor etwas an, um dann zu schreiben, dass er diese Geschichte später erzählen würde. Oder gar nicht. Oder man kann sie in einem seiner anderen Bücher nachlesen. Mir wurde das irgendwann zu bunt, deshalb habe ich nur noch quergelesen, einige interessante Stellen herausgepickt und das Buch dann wieder ins Regal gestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.