Bücher im September

Andreas Eschbach – Todesengel

Ich mag die Bücher von Andreas Eschbach sehr. Weil ich weiß, dass ich mit seinen Büchern nichts falsch machen kann, lasse ich mir mit der Lektüre der einzelnen Romane Zeit, so dass es immer noch ein paar Eschbach-Romane gibt, die ich noch nicht gelesen habe.

Todesengel behandelt ein interessantes Thema, nämlich sinnlose Gewalt, die von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ausgeht. Das Buch ist jetzt nicht so extrem spannend, aber trotzdem sehr fesselnd.

Wer der Todesengel ist, ist relativ schnell klar. Aber das macht nichts, denn es ist viel spannender zu beobachten, wie sich alle anderen Figuren verhalten. Was sie denken und machen. Wie sie dort hin gekommen sind, wo sie jetzt sind. Am Interessantesten fand ich die Übersetzerin Victoria, die ich erst gar nicht einordnen konnte. Gar nicht mochte ich die Entwicklung des Journalisten, aus dessen Sicht am häufigsten erzählt wurde. Realistisch war sie aber auf jeden Fall.

Stefan Zweig – Schachnovelle

Die Schachnovelle lesen die meisten vermutlich bereits als Jugendliche, das Buch dürfte die Standard-Schullektüre sein. Bei uns wurde die Schachnovelle nicht in der Schule durchgenommen, wofür ich recht dankbar war. Die meisten Schullektüren habe ich nämlich in schlechter Erinnerung, als Jugendliche machten mir solche Bücher einfach keinen Spaß. Inzwischen kann ich sie aber richtig genießen.

Pia Ziefle – Länger als sonst heißt nicht für immer

Das perfekte Straßenbahnbuch. Nicht, weil es simpel wäre, sondern weil die Inhalte in perfekte kleine Häppchen aufgeteilt sind. Kein Absatz zieht sich über eine ganze Seite. Man kann jederzeit problemlos kurz aufhören zu lesen, was bei der häufigen Umsteigerei während der Bauarbeiten in den Sommerferien ideal war. Finger zwischen die Seiten, raus aus der Bahn, rein in die nächste, weiterlesen.

Auch inhaltlich ist das Buch sehr empfehlenswert. Ganz besonders mag ich den recht knappen Stil. Die Autorin verwendet keinerlei überflüssige Wörter, alles sitzt. Dahinter steckt eine enorme Arbeit; es ist sehr viel einfacher, einen aufgeblasenen Roman voller Füllwörter und nichtssagenden Wendungen zu schreiben.

Ich mag die Geschichten, die Lebenswege der Protagonisten. Man ist mittendrin, lebt, liebt und leidet mit den Protagonisten. Ein wirklich schönes Buch, bei dem das etwas knappe Ende Raum für Interpretationen lässt.

Que Du Luu – Totalschaden

Dieses Buch stand ewig ungelesen im Regal, weil ich kurz nach dem Kauf keine Lust mehr auf das Buch hatte. So geht es mir ganz oft mit Büchern: Ich entdecke etwas, will es unbedingt sofort haben und dann liegt es jahrelang rum, bis ich tatsächlich Lust auf die Lektüre habe. Das hat den Vorteil, dass ich immer jede Menge ungelesene Bücher im Regal habe und auch mal sonntags spontan etwas ganz neues anfangen kann.

Jetzt aber zum Buch: Totalschaden ein schönes Büchlein mit einer interessanten Geschichte, die gut erzählt ist. Ein Buch, das man locker an einem gemütlichen Sonntagnachmittag verputzen kann. Allerdings finde ich das Ende nicht so gut gelungen, der Schlusssatz wirkt so, als ob noch etwas nachkommen würde. Hätte die Autorin auf den letzten Absatz verzichtet, wäre das Ende perfekt gewesen. Ich vergesse jetzt einfach, dass ich diesen letzten Absatz gelesen habe, dann passt es.

Erik Axl Sund – Krähenmädchen

“Dieser schwedische Thriller ist eine literarische Sensation”, so steht auf der Innenseite des Buchumschlages. Dem kann ich jetzt nicht zustimmen, dennoch finde ich den Thriller recht gut. Nicht übermäßig spannend, aber wahnsinnig düster. Das Autorenduo geht schonungslos an das sensible Thema Pädophilie heran und beschreibt relativ nüchtern ziemlich brutale Szenen. Das Buch erinnert mich ein bisschen an den Todesengel von Eschbach, den ich am Anfang des Monats gelesen habe, denn die Thematik ist ähnlich. Auch hier geht es darum, weshalb Menschen zu Verbrechern werden; im Fall von Krähenmädchen kann man sogar von Monster sprechen. Es geht um verlorene Kindheit, Traumata und deren Folgen.

Gegen Ende wird das Buch spannender. Ein erstes Rätsel löste sich in etwa so auf, wie ich es vermutet hatte; wahrscheinlich habe ich einfach schon zu viele Bücher dieser Art gelesen. Nachdem meine Vermutung bestätigt wurde, fand ich das Buch viel interessanter, denn ab dem Zeitpunkt konnte ich nicht mehr so richtig ahnen, wohin es sich entwickeln wird. Deshalb freue ich mich jetzt auch auf den zweiten Band, den ich mir recht bald besorgen werde. Das Ende war nämlich extrem offen und ziemlich gemein, ein Cliffhanger, dem ich nicht widerstehen kann.

Haruki Murakami – Die unheimliche Bibliothek

Ein sehr seltsames Büchlein, das ich innerhalb von 30 Minuten ausgelesen hatte. Die Geschichte habe ich nicht wirklich verstanden, ich habe keine Ahnung, worauf der Autor hinaus wollte. Aber im Grunde ist es egal, ich habe mich durch den tollen Schreibstil, die fantasievollen Figuren und die schönen Bilder gut unterhalten gefühlt.

Astrid Lindgren – Die Brüder Löwenherz

Ein Klassiker aus der Kindheit, den ich allerdings bisher nur aus dem Fernsehen kannte und an den ich mich nur bruchstückenhaft erinnerte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich einfach nicht alle Folgen gesehen hatte oder ob es zu lange her ist, auf jeden Fall wollte ich mein Gedächtnis auffrischen.

Die Geschichte ist etwas düster, aber wirklich schön und fantasiereich. Allerdings ist mir der typische Lindgren-Stil für dieses Buch doch ein bisschen zu kindlich, auch wenn ich den eigentlich mag.

Stefan Nink – Freitags in der Faulen Kobra

Sehr kurzweilige Lektüre, wie auch der erste Teil. Zwar habe ich nicht ganz verstanden, weshalb sich alle so mehr oder weniger bereitwillig auf dieses neue Abenteuer eingelassen haben, aber im Grunde ist das auch egal. Hauptsache, es macht Spaß. Von Stefan Nink würde ich gerne noch mehr lesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.