Die Sache mit den Schuhen

Eigentlich dachte ich, dass mir mein innerer Schweinehund massive Probleme bereiten würde. Immerhin haben wir Januar, die Welt besteht überwiegend aus Grautönen und die Temperaturen laden auch nicht gerade dazu ein, in dünnen Klamotten nach draußen zu gehen. Trotzdem bin ich gerade so hoch motiviert, dass der Schweinehund keine Chance hat. Dafür pfuschen mir jetzt die Schuhe ins Handwerk. Irgendwas ist halt immer.

Mein rechter Fuß möchte sich einfach nicht an die neuen Laufschuhe gewöhnen. Ich habe oft das Gefühl, dass der Schuh falsch geschnürt ist, aber egal was ich ändere: das Ergebnis ist dasselbe. Ab ca. 2 km werden die Zehen langsam taub, erst die große, dann der Rest.

Dass die Füße während des Laufs anschwellen ist bekannt, deshalb habe ich die Schuhe gleich eine Nummer größer gekauft. Ich habe jede Menge Platz darin, auch nach 2 km kann ich noch mit den Zehen wackeln. Während des Laufs. Aber irgendwo muss es drücken, doch spüre ich abgesehen vom Taubheitsgefühl in den Zehen keinen Schmerz und weiß deshalb nicht sicher, wo die böse Stelle ist.

Da ich in letzter Zeit nur kurze Strecken von bis zu 8 km gelaufen bin und der Schmerz sofort nach dem Lauf aufhörte, habe ich das weitgehend ignoriert. Der Fuß würde sich schon irgendwann daran gewöhnen, dachte ich. Leider war das ein Trugschuss, die Belastung war wohl doch zu hoch. Jetzt sitze ich hier mit einem geschwollenen und schmerzenden Fuß und darf mich erstmal auf eine kleine Pause einstellen.

Nachdem ich mich auf Twitter ausgeheult hatte, bekam ich einige gute Tipps. Sobald der Fuß komplett ausgeheilt ist, werde ich den ersten langsamen Lauf mit meinen alten Schuhen absolvieren und dann abwechselnd mit beiden, die schnelleren und längeren Läufe mit den alten Schuhen und die kürzeren erstmal mit den neuen, bis sich mein Fuß hoffentlich daran gewöhnt hat. Ich hoffe sehr, dass er sich daran gewöhnen wird, denn die Schuhe sind längst zu schmutzig, als dass ich sie wieder zurückgeben könnte.

Immerhin glaube ich jetzt, was in all den Lehrbüchern steht: Schmerzen beim Laufen nie ignorieren, sonst darf man früher oder später die Rechnung dafür bezahlen.

Herausforderungen 2015

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2015 wird ein sportliches Jahr werden. So langsam komme ich richtig auf den Geschmack. Angefangen zu laufen habe ich eigentlich nur, weil ich bei meinen Wanderungen mehr Kondition haben möchte. Inzwischen macht mir aber auch das Laufen an sich Spaß, vor allem in der wunderbar frischen, aber nicht zu kalten Winterluft. Zum Glück, denn schon im letzten September habe ich mich für meinen ersten Halbmarathon angemeldet: Der Mittelrhein-Marathon in Koblenz. Die Strecke sagt mir sehr zu, von Boppard geht es direkt am Rhein entlang bis zum Deutschen Eck. Diese Strecke ist nicht nur wunderschön, sie hat auch den großen Vorteil, dass es keine nennenswerten Steigungen gibt. Die meiste Zeit sollte es sogar leicht bergab gehen, schließlich laufen wir mit dem Strom.

Bei der Anmeldung habe ich mit 2:30 eine eher pessimistische Zielzeit angegeben, mein eigentliches Ziel ist aber mittlerweile bei ca. 2 Stunden. Unter 2 Stunden bleiben werde ich wahrscheinlich nicht schaffen, aber 2 Stunden bis 2:15 sollte mit einem ordentlichen Training machbar sein. Um das Ziel zu erreichen, werde ich mich auch zum ersten Mal an einem von Profis angefertigten Trainingsplan orientieren. Damit fange ich aber erst Ende Februar an, weil der Plan auch zeitlich genau festgelegt ist. Bis dahin versuche ich mich, mit meinem üblichen Training stetig zu steigern. Dazu will ich zweimal in der Woche jeweils ca. 5-7 km laufen und am Wochenende lange Strecken von mindestens 10 km mit stetigen Steigerungen absolvieren.

Zusätzlich werde ich jetzt endlich mit Krafttraining anfangen, das ist etwas, was mir richtig schwer fällt. Mir macht es keinen Spaß, es erinnert mich an den Schulsport und die Wiederholungen sind nervig. Großer Vorteil ist aber: Ich muss das Haus nicht verlassen und kann das problemlos bei jedem Wetter ausführen. Ich hoffe darauf, dass schnell eine Routine reinkommt und es mir dann irgendwann doch Spaß bereitet. Dazu sollten aber auch relativ schnell Erfolge spürbar sein, sonst verliere ich garantiert wieder die Lust daran. Hier dran zu bleiben wird eine echte Herausforderung sein. Ich habe mir vorsorglich ein Buch für Krafttraining ohne Geräte gekauft, das ich jetzt einfach unters Kopfkissen lege. Wird schon.

Eine weitere Herausforderung wird der Karwendelmarsch sein: 52 KM durch das Karwendelgebirge, an einem Tag. Man kann die Strecke laufen oder wandern, zum Laufen fehlt mir definitiv der Ehrgeiz. Mehr als 22 km kann ich mir ohnehin nicht vorstellen, und dann auch noch im alpinen Gelände? Das schaffe ich nicht. Wandern dagegen ist gerade in den Alpen herrlich. Zwar werde ich bei dem Plan nicht viel Zeit für Pausen oder gar Fotos haben, aber der sportliche Aspekt reizt mich sehr. Ich bin schon sehr gespannt auf diese besondere Herausforderung.