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Nikana’s coming home (und sucht eine Wohnung)

Im Herbst ist es soweit: Ich werde zurück nach Karlsruhe ziehen und bin gerade intensiv auf Wohnungssuche. Meine Traumwohnung habe ich aber leider noch nicht gefunden. Vielleicht hat jemand Tipps oder sogar eine Wohnung für mich? Meine Vorstellungen:

– Ab 2 Zimmer und 60 m2
– Großer Balkon
– Gerne mit Einbauküche
– Badewanne wäre schön
– Kein Teppichboden
– Nichtraucherwohnung
– Bevorzugte Stadtteile: Südstadt, Oststadt, Rintheim, Waldstadt, Nordstadt
– Außerhalb geht auch, dann aber mit guter Verkehrsanbindung nach Karlsruhe (kein Auto vorhanden)
– Bis 750,- Euro warm
– Ab dem 1.9. oder später, möglichst aber vor dem 1.10.

Ich bin für alle Tipps sehr dankbar. Vielleicht liest das ja auch ein Vermieter, der mir eine Wohnung anbieten möchte? Über das Kontaktformular bin ich schnell per E-Mail erreichbar.

Sitzen vier Polen im Auto

Nein, das ist nicht der Anfang eines flachen Polenwitzes, sondern der Titel eines wunderschönen Buches von Alexandra Tobor. Ich hätte mir das Buch nie gekauft, hätten es nicht von mir sehr geschätzte Blogger in höchsten Tönen gelobt. Doch so wurde ich irgendwann so neugierig, dass ich mir mitten in der Nacht die Kindle-Leseprobe besorgte, diese gierig verschlang und mir im Anschluss sofort das Buch kaufte, weil ich nicht aufhören konnte zu lesen.

Das Buch erinnert mich an meine Kindheit. Zwar bin ich in Deutschland aufgewachsen, aber Ende 80, Anfang 90 wurden auch bei uns im Dorf Migranten aus Osteuropa untergebracht. Woher die alle kamen, weiß ich gar nicht mehr so genau; aber ich erinnere mich noch zu gut an Martin aus Polen.

Martin sprach kein Wort Deutsch, als er zum ersten Mal bei uns im Klassenzimmer stand. Obwohl er ein Jahr älter war als wir, wurde er in meiner Klasse untergebracht. Während der meisten Schulstunden war er damit beschäftigt, hektisch in seinem Deutsch-Polnisch-Wörterbuch zu blättern, aber in Mathe brauchte er das trotz der Sprachbarriere nicht. Er steckte uns alle locker in die Tasche und langweilte sich während der Unterrichtsstunden fürchterlich, weil das alles für ihn nichts Neues war. Er lernte Deutsch in einem Tempo, das mich zutiefst faszinierte. Schon bald konnten wir uns unterhalten, während wir auf den Bus warteten.

Nach den Sommerferien trennten sich unsere Wege. Martin ging für ein Jahr nach Köln, in ein Internat, in dem er besser gefördert wurde und speziellen Deutschunterricht erhielt. Als er ein Jahr später wieder zurück kam, meldet er sich in einer anderen Schule an. Wir sahen uns nur noch sehr selten, und als ich nach Karlsruhe zog, verloren wir uns ganz aus den Augen.

Trotz Martin war mir nie bewusst, wie sich die Migrantenkinder fühlten, als sie nach Deutschland kamen. In meinem Heimatdorf gingen Migrantenfamilien eine Weile ein und aus, blieben oft nur wenige Tage, manchmal aber auch ein ganzes Jahr. Mit einigen spielte ich manchmal, weil mir die Kommunikationsbarriere nicht viel ausmachte. Im Gegenteil, ich hatte durch meine Schwerhörigkeit selbst mit riesigen Kommunikationsproblemen zu kämpfen und zog die Kommunikation mit Händen und Füßen vor. Dennoch vergaß ich die meisten Kinder recht schnell, wenn sie wieder wegzogen, denn echte Freundschaften bildeten sich nie.

Alexandra Tobor erinnert mich auf unterhaltsame und kluge Weise an diese Zeit. Sie erzählt von den Problemen, denen sich Flüchtlingsfamilien stellen mussten, und setzt dabei auf einen sehr feinsinnigen Humor. Sie ermöglicht dem Leser einen Einblick, wie sich die Einwanderer fühlten, welchen Problemen sie sich stellen mussten und wie sie diese meisterten. Mir gefällt es, wie sie mit dem Thema umgeht. Ein sehr empfehlenswertes Buch!

Der Lusen

Gipfelkreuz
Gipfelkreuz am Lusen

Der Lusen ist ein Berg im Bayerischen Wald, direkt an der Grenze zu Tschechien. Die Bilder im Internet beeindruckten uns so sehr, dass wir den Berg unbedingt mit eigenen Augen sehen wollten. Von Regensburg aus fährt man zwar gut 1 1/2 Stunden mit dem Auto, aber die Anreise lohnt sich definitiv.

Kleine Ohe
Kleine Ohe

Los ging es am Wanderparkplatz Fredenbrücke, der direkt neben dem Gebirgsbach „Kleine Ohe“ liegt. Einige Meter vom Parkplatz entfernt gab es schon die erste Besonderheit: Eine Toilette, mitten im Wald. Grandiose Idee, allerdings finde ich solche Plumpsklos nicht ungefährlich. Nicht auszudenken, wenn einem dort der Schlüssel oder das Handy aus der Hosentasche fällt …

Martinsklause
Martinsklause – perfekte Spiegelung

Der Weg zum Gipfel beginnt mit einem sehr sanften Anstieg, der trotz vieler Stolperfallen in Form von kleinen Felsbrocken und Wurzeln gut zu bewältigen ist. Nach ca. 45 Minuten Fußmarsch kommt das erste echte Highlight: Die Martinkslause, ein Stauweiher, in dem sich der Himmel und die umliegenden Bäume herrlich spiegelten.

Martinsklause
Martinkslause

Ich verliebte mich sofort, tänzelte begeistert mit meiner Kamera am Ufer entlang und war kaum loszueisen. Wäre nicht irgendwann ein Wind aufgekommen, der sämtliche Spiegelungen zerstörte, würde ich wohl jetzt noch dort am Ufer sitzen und begeistert knipsen.

Martinsklause
Martinkslause

Nach der Martinsklause ging es steil den Berg hoch, Richtung Teufelsloch.

Teufelsloch
Teufelsloch

Das Teufelsloch ist eine sehr beeindruckende mit riesigen Felsentrümmern übersäte Schlucht, unter der ein unterirdischer Bach verläuft. Die vielen von Borkenkäfern zerstörten abgestorbenen Fichten, die teils noch kahl in den Himmel ragen, teils auf den Felsbrocken liegen, lassen das Teufelsloch noch beeindruckender erscheinen.

Tote Fichten
Tote Fichten am Teufelsloch

Weiter ging es über Felsentreppen, Wurzeln und Holzplanken.

Steinweg
Steiniger Weg

Die Holzplanken sollen das Hochmoor schützen, das eine beeindruckende Flora und Fauna aufweisen kann. Die meisten Tiere haben wir direkt verscheucht, weil wir uns keine Mühe gaben, leise zu sein, aber ein Schmetterling flatterte mir vor die Linse und ließ sich brav ablichten.

Schmetterling
Schmetterling im Hochmoor

An der nächsten Weggabelung wartete eine Überraschung auf uns: Eine Arche aus Glas, die von einer riesigen Hand gehalten wird. Ich fand das Kunstwerk sehr beeindruckend.

Glasarche

Glasarche
Glasarche

Hinter der Lichtung ging es weiter zum Gipfel. Der Anstieg war zunächst steil, aber bequem zu begehen. Wir dachten schon, dass wir den schwierigsten Teil mit dem Teufelsloch bereits hinter uns hätten, als der Gipfel und der sehr steile Weg dorthin sichtbar wurde. Schon aus der Ferne sah die Himmelsleiter sehr beeindruckend aus.

Gipfelweg
Weg zum Gipfel

In der oberen Region des Lusen steht kaum noch ein gesunder Baum. Die meisten wurden von den Borkenkäfern zerfressen und zerstört. Es sieht trostlos aus, aber auch beeindruckend. Immerhin wachsen schon viele junge Kiefern nach, in 30 Jahren sollte der Gipfel wieder von kräftigen Fichten gesäumt sein. Vorausgesetzt, es gibt keine neue Borkenkäferplage.

Tote Fichten

Tote Fichten
Tote Fichten am Gipfel

Der Aufstieg auf der Himmelsleiter ging mächtig in die Beine. Der Weg besteht aus riesigen Felsbrocken, die ich dank meiner Größe gerade so noch bewältigen konnte, ohne die Hände zur Hilfe zu nehmen.

Himmelsleiter
Himmelsleiter

Das letzte Stück zum Gipfelkreuz bestand nur noch aus riesigen Felsbrocken, ohne Wegesmarkierung oder dergleichen. Manche Steine waren etwas wackelig, aber wenn man genau schaute, konnte man recht gut sehen, welche Steine üblicherweise als Aufstieg genutzt wurden.

Steinig

Gipfelkreuz
Steingipfel

Die Steine sind von neongrünen Moosflechten überzogen, die in der Sonne richtig leuchten.

Moos
Moosflechten

Die Sicht von oben war beeindruckend, ich mochte vor allem die Sonnenstrahlen, die in der Ferne durch die Wolken brachen.

Gipfelkreuz
Ausblick

Nach einer ausgiebigen Bewunderung der Umgebung und einer Fotopause ging es wieder einige Meter abwärts, zum Lusenschutzhaus, wo wir uns das wohlverdiente Gipfelbier gönnten.

Gipfelbier
Gipfelbier

Zurück zum Parkplatz ging es über den bequemen Winterweg. Die Tour ist absolut empfehlenswert, ich würde die jederzeit wiederholen.

Berlin

Stilisierter Grenzturm Bernauer Straße Berlin
Stilisierter Grenzturm an der Bernauer Straße (Gedenkstätte Berliner Mauer)

 

Stühle am Haus der Kulturen Berlin
Stuhlsammlung am Haus der Kulturen der Welt

 

Sony Center am Potsdamer Platz
Dach-Spiegelung im Sony Center am Potsdamer Platz

 

Dach am Eingang zum Fernsehturm Berlin
Dach am Eingang zum Fernsehturm am Alexanderplatz

 

Holocaust-Mahnmal Berlin
Holocaust-Mahnmal

 

Holocaust-Mahnmal Berlin
Holocaust-Mahnmal II

 

Trabi
Auf dem richtigen Weg … (Miet-Trabi für Touristen)

Hörgerät, CI und Hybrid – was ist das eigentlich?

Wenn ich anfange, von meinem CI zu erzählen, neige ich dazu, meine Zuhörer mit den Begriffen „CI“, „Hörgerät“ und „Hybrid“ gnadenlos zu verwirren. Das führt immer wieder zu denselben Rückfragen, die ich hier beantworten möchte.

Was ist ein Hörgerät?
„Hörgerät“ ist strenggenommen der Oberbegriff für alle Hörhilfen, wird aber in der Regel für herkömmliche Schallverstärkungsgeräte verwendet. Diese Geräte können Schwerhörigkeit häufig ausgleichen und somit eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität von Schwerhörigen erreichen. Allerdings funktioniert das nur dann, wenn die Haarzellen im Ohr noch intakt sind. Haarzellen sind winzig kleine Härchen im Innenohr, die für die Weiterleitung des Schalls (= alle Geräusche) an die Hörnerven zuständig sind. Die Hörnerven wiederum gegeben den Schall an das Gehirn weiter, wo das Gehörte entschlüsselt und verarbeitet wird. Wenn die Haarzellen nicht mehr intakt sind, kann ein Hörgerät nichts ausrichten. Der verstärke Schall landet im Innenohr und verpufft dort, weil es nichts mehr gibt, was den Schall weiterleiten könnte.

Genau das ist bei mir der Fall: Die meisten Haarzellen sind kaputt. Deshalb konnte man mir mit Hörgeräten nie helfen. Ich habe in meinem Leben schon sehr viele Geräte getestet, analoge wie digitale, aber keines davon konnte eine spürbare Verbesserung erreichen. Meine Schwerhörigkeit ist zu tückisch: ich habe einen sogenannten Hochtonsteilabfall. Das bedeutet, dass ich tiefe Töne gut höre (manche Frequenzen sogar sehr gut), hohe Töne aber gar nicht mehr. Nur an der Stelle, an der die Kurve steil nach unten geht, könnte man vielleicht noch mit einem Hörgerät ein bisschen was machen. Allerdings würde das mein Sprachverständnis absolut nicht verbessern, weil mir die meisten fürs Sprachverständnis notwendigen Frequenzen fehlen.

Was ist ein CI?
Ein Cochlea-Implantat, kurz CI, kommt dann zum Einsatz, wenn die Haarzellen nicht mehr funktionieren, aber der Hörnerv noch intakt ist. Das Implantat wird im Rahmen einer 2-3 stündigen Operation eingesetzt. Dabei wird eine Elektrode in die Hörschnecke (Cochlea) geschoben. Diese Elektrode ersetzt die zerstörten Haarzellen und leitet fortan die Geräusche in Form von elektronischen Impulsen weiter.

Die Elektrode ist mit einem Magneten verbunden, der hinter dem Ohr unter der Haut sitzt. Dort kommt von außen die sognenannte Spule drauf, in der ein wesentlich stärkerer Magnet sitzt, so dass die Spule nicht verrutscht. Über diese Spule werden die Impulse übermittelt, die vom Soundprozessor zuvor verarbeitet wurden.

Der Soundprozessor selbst sitzt hinter dem Ohr und sieht wie ein herkömmliches Hörgerät aus, ist aber in der Regel wesentlich größer als die modernen Hörgeräte.


CI-Soundprozessor von der Firma Cochlear (Modell Freedom)

Cochlea-Implantate sind für gehörlose oder fast gehörlose Menschen geeignet. Allerdings sollte das CI so schnell wie möglich nach Eintreten der Gehörlosigkeit eingesetzt werden, wenn man eines haben möchte. Also entweder bald nach der Geburt, oder, falls man spätertaubt ist, bald nach der Ertaubung. Gehörlose Menschen, die taub zur Welt gekommen sind, werden sehr wahrscheinlich nicht vom CI profitieren können, wenn sie dieses erst im Erwachsenenalter bekommen. Das Gehirn muss Sprache erkennen und mit den Signalen umgehen können, um sie richtig verarbeiten zu können.

Was ist ein Hybrid-CI?
Das Hybrid-CI ist eine Mischung aus Cochlea-Implantat und Hörgerät. Es ist für mich am besten geeignet, denn es wurde für Menschen mit Hochtonsteilabfall und an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit entwickelt. Bei einem Hybrid-CI wird ebenfalls eine Elektrode in die Hörschnecke geschoben, diese ist aber in der Regel etwas dünner und kürzer als die normalen CI-Elektroden. Daduch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Restgehör bei der Operation erhalten bleibt.

Der Soundprozessor ist beim Hybrid-CI noch etwas komplexer als beim normalen CI; dieser wird so programmiert, dass bestimmte Frequenzen über die Schallleitung (also das Hörgerät) übermittelt werden, und alle anderen Frequenzen über die Elektrode, also über das CI. Beim Hybrid gibt es im Gegensatz zum CI auch noch ein Ohrpassstück, in dem sich der Lautsprecher für das Hörgerät befindet. Beim CI ist der Gehörgang frei.


Hybrid-Soundprozessor von der Firma Cochlear

Für mich ist das Hybrid-CI ein Segen. Jahrelang habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, mein Gehör zu verbessern, bin aber immer wieder gescheitert. Man sagte mir, dass ich für ein Hörgerät zu schlecht hören würde, für ein CI aber zu gut. Es schien kein medizinisches Hilfsmittel zu geben, das mir mein Wunschleben ermöglichen konnte. Zwar kam ich mit meiner Schwerhörigkeit durchaus zurecht, aber es gab zu viele Situationen, die unnötig stressig oder gar unmöglich zu bewältigen waren. Alltägliches wie Meetings mit mehreren Leuten, simple Telefonate, lockere Gespräche in der Kneipe nach Feierabend – all das war für mich entweder nicht möglich oder nur unter allergrößter Anstrengung zu bewältigen.

Als ich das Hybrid entdeckte und man mir auch sagte, dass ich tatsächlich eine Kandidatin bin, war ich überglücklich. Allerdings war der Weg von der Operation zum sorgenfreien Einsatz des Hybrids nicht einfach, es dauerte gut zwei Jahre, bis ich wirklich vom Hybrid profitierte. Der Lernprozess ist langwierig und anstrengend, vor allem, wenn man wie ich erst spät operiert wird und nie gehörte Töne ganz neu lernen muss. Mir war von Anfang an bewusst, dass es nicht einfach sein wird; nur deshalb war die Herausforderung zu meistern. Es war sehr viel Geduld notwendig, sowohl von mir, als auch von meiner Familie, meinen Freunden und Kollegen.

Ich bin sehr froh, dass ich mich für das Hybrid entschieden habe. Zwar bin ich immer noch schwerhörig und es ist immer noch schwierig, weil nur ein Ohr versorgt wurde, aber im Vergleich zu früher ist doch alles um einiges leichter geworden. Nur für Meetings und laute Umgebungen bräuchte ich beide Ohren, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Deshalb möchte ich demnächst auch noch das linke Ohr operieren lassen, und zwar ebenfalls nach dem restgehörerhaltendem EAS-Verfahren (EAS = Elektrisch-akustische Stimulation).

War das schon alles?
Nein. Dieser Artikel ist weit davon entfernt, vollständig zu sein. Es gibt noch viel mehr Hörgeräte, wie z.B. Knochenleitungsimplantate. Da diese für meine Art der Schwerhörigkeit aber ungeeignet sind, habe ich mich noch nie mit diesen Geräten auseinandergesetzt und kann folglich auch nichts dazu sagen. Auch Hörgerät, CI und Hybrid sind nicht vollständig beschrieben, sondern sehr oberflächlich, um einen allgemeinen Überblick zu bieten.

In Karlsruh‘ ist die Residenz

Am Wochenende war ich endlich wieder in Karlsruhe unterwegs. Und merkte einmal mehr, wie sehr ich diese Stadt liebe und vermisse. Die vertrauten Häuser, bekannte Gesichter, Freunde, die einem unverhofft über den Weg laufen, selbst die vielen vielen Baustellen … Es ist toll, in Karlsruhe zu sein!

Karlsruher Schloss
Karlsruher Schloss

Eigentlich wollte ich die Badische Meile laufen, aber leider hat mir eine Erkältung einen Strich durch die Rechnung gemacht. So genoss ich das Spektakel an der Ziellinie, gönnte mir Kaffee und Kuchen, statt Kalorien zu verbrennen und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als der erste Läufer schon nach 26 Minuten und ein paar Sekunden über die Ziellinie sprintete. 26 Minuten! Meine Zeit wäre bei ca. 1:10 gewesen. Stunden, versteht sich. Immerhin habe ich beschlossen, auf ein neues Ziel hinzuarbeiten: Nächstes Jahr auf jeden Fall dabei sein und eine Zeit unter 50 Minuten erreichen.

Badische Meile
Läufer bei der Badischen Meile

Nach der Badischen Meile gings zum EL 29, noch mehr Kalorien anfuttern. Die Schnitzel dort sind aber auch unschlagbar!

EL 29
EL 29

Danach machte ich etwas, was ich in 13 Jahren Karlsruhe kein einziges Mal tat: Das Schloss fotografieren. Das ist Touristensache, fand ich immer. Da ich aber diesmal auch als Tourist da war, durfte ich das. Das Wetter war perfekt dafür: strahlend blauer Himmel, herrliche Schäfchenwolken – das konnte ich mir unmöglich entgehen lassen.

Karlsruher Schloss
Schlossgarten in Karlsruhe

Der Schlossgarten ist im Frühling eine herrlicher Aufenthaltsort. Im Gras liegen, den Frühling riechen und hören und nur alle 20 Minuten aufschrecken, wenn sich die Schlossbahn wieder mit einem lauten Schuuuhuuuu ankündigt, das gehört zum Leben in Karlsruhe einfach dazu. Natürlich habe ich mir auch den obligatorischen Schlossgartensonnenbrand geholt, zum Glück hielt er sich aufgrund der milden Temperaturen aber in Grenzen.

Bahn im Schlosspark
Schlossgartenbahn

Total begeistert war ich vom Umbau vor dem Schloss. Als ich zuletzt am Schloss war, wurde noch gebaut, mittlerweile ist das meiste fertig. Ich mag die langen Brunnen, die wie Laufbahnen aussehen und in denen man sich im Sommer sicher wunderbar die Füße kühlen kann. Die Skulpturen dahinter spiegeln sich außerdem herrlich im Wasser und geben tolle Fotomotive ab.

Brunnen
Brunnen am Schlossvorplatz

Ich bin gespannt, welche Veränderungen Karlsruhe bei meinem nächsten Besuch zu bieten hat.

Luxembourg Land

Bei den meisten meiner Luxembourg-Ausflüge konnte ich aus Zeitmangel nur die Stadt sehen, doch diesmal reichte es auch für einen Ausflug durch fast das ganze Land. Martin packte mich kurzerhand in sein Auto und zeigte mir bemerkenswerte Landstriche und Bauwerke. Martin hatte seine Bilder vom Ausflug bereits kurz danach gepostet, meine folgen heute.

Wenn ich mit einem anderen Hobby-Fotografen unterwegs bin, finde ich es immer wieder interessant zu sehen, wie und was er fotografiert. Nicht selten wählen wir dieselben Motive, aber oft aus komplett unterschiedlichen Perspektiven. Kein Lehrbuch der Welt kann mir das vermitteln, was ich lerne, wenn ich einen anderen Fotografen beobachte. Eigentlich sollte ich viel öfter mit anderen Fotografen losziehen.

Der einzige Wermutstropfen war das Wetter: Es war fast den ganzen Tag über grau. Deshalb sind die Bilder leider nicht so toll geworden, wie ich es mir erhofft hatte. Die Sonne zeigte sich meistens nur, wenn gerade kein brauchbares Motiv in der Nähe war und als wir wieder auf dem Rückweg waren. Der Ausflug war allerdings trotzdem genial, diese Gegend möchte ich mir im Sommer unbedingt noch einmal anschauen.

Esch-sur-Sûre
Esch-sur-Sûre (Esch an der Sauer) – malerisches Dorf im Norden Luxembourgs

 

Esch-sur-Sûre-Talsperre
Esch-sur-Sûre-Talsperre – leider konnten wir den Stausee aufgrund einer Baustelle nicht umrunden, aber die Aussicht von oben war grandios.

 

Bänke
Windschiefe Bänke

 

Sonne!
Straße irgendwo im Müllerthal – einer der wenigen Sonnenmomente

 

Steinhütte
Verlassene Steinhütte im Müllerthal. Könnte ich mir gut als Drehort für einen Horrorfilm vorstellen.

 

Der alte Mann
Dieser Felsen im Müllerthal sieht aus wie ein alter Mann, der unter starken Schmerzen leidet.

 

Mini-Wasserfall
Mini-Wasserfall

 

Steinbrücke am Schiessentümpel
Was machen Fotografen, wenn sie gemeinsam unterwegs sind? Richtig, sie fotografieren sich beim Fotografieren. (Martin auf der Steinbrücke)

 

Schiessentümpel
Schiessentümpel mit Steinbrücke

The Raven

Eines Abends bin ich in Luxembourg oberhalb der Kasematten im alten Gemäuer herumgeschlendert, um die Aussicht zu genießen und natürlich Bilder zu schießen. Plötzlich flatterte mir ein Prachtexemplar von einem Raben vor die Linse, da konnte ich natürlich nicht widerstehen und musste abdrücken. Mehrmals.

Rabe
Ich will einfach nur hier sitzen!

 

Rabe
Wer bist du denn?

 

Rabe
Zur Hülf!

 

Rabe
Jetzt rette mich doch wer!

 

Rabe
Ich krieg keine Luft mehr.

 

Rabe
Mal gucken, ob da hinten jemand kommt.

 

Rabe
Nope!

 

Rabe
Du bist ja immer noch da!

 

Rabe
Ich ignorier dich jetzt.

 

Leere

Kurioses Luxembourg

An Luxembourg mag ich unter anderem, dass es an jeder Ecke etwas seltsames zu sehen gibt. Egal ob von der Stadt gewollt oder ob es sich einfach nur um Schmierereien von irgendwelchen Leuten handelt, gibt es neben den üblichen historischen Sehenswürdigkeiten interessante Sachen zu bestaunen, die man so in der Stadt nicht erwarten würde. Hässliche Kunstwerke, Ufos, Schuhe an ungewöhnlichen Plätzen oder kuriose Verkehrsschilder … Es lohnt sich, immer mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen. Mein Ausbeute nach sieben Tagen:

"Mir wölle bleiwe wat mir sin."
„Mir wölle bleiwe wat mir sin“ – Epic?

 

The Shoes
Da kommen also die kleinen Schuhe her!

 

Second Hand Food & Drinks
„Second-Hand Food & Drinks“ – Prost Mahlzeit!

 

Spaceship
Und dann stand ich auf einmal auf dem Ufolandeplatz.

 

"In Loving Memory Of Those Yet To Be Born"
Plakette auf dem Ufo: „In Loving Memory Of Those Yet To Be Born“

 

"We Might As Well Fail"
Aufkleber: „We might as well fail“

 

Evolution of bike
Evolution of bike?

 

Kunst?
Kuriose Kunst: In der hässlichsten Vitrine, die ich je gesehen habe, hängt genau ein Ausstellungsstück: Ein Bild der hässlichen Vitrine.

Frühlingserwachen

Letzte Woche durfte ich wieder beruflich nach Luxembourg fahren und habe natürlich jede Menge Bilder mitgebracht, die ich nach und nach sortieren, bearbeiten und posten werde. Bei meinen Feierabendspaziergängen war ich natürlich die ganze Zeit auf Motivjagd und erfreute mich vor allem an den Pflanzen, die so langsam wieder zum Leben erwachten. Die Bäume waren natürlich noch kahl, aber einige erste Knospen waren schon zu sehen. Und jede Menge Frühlingsblumen: Narzissen, Krokusse, fast verblühte Schneeglöckchen, Gänseblümchen und sogar schon Veilchen, über die ich mich ganz besonders gefreut habe. Die besten Blütenbilder gibt es hier:

Zarte Triebe

Narzissen

Veilchen

Krokusse

Krokusse in der Abendsonne

Krokusse in der Abendsonne II

Krokusse