Archiv der Kategorie: Fotografie

Allerheiligen

Während viele andere Menschen in den Feiertagsbundesländern an Allerheiligen auf die Friedhöfe gehen, greife ich mir fast jedes Jahr meine Kamera und gehe auf Fotospaziergang. Anfang November ist die Natur ganz speziell, das lohnt sich immer. Eine Überraschung für mich waren die vielen Sonnenblumen, ich kann mich nicht daran erinnern im November schon einmal so viele blühende Sonnenblumen gesehen zu haben.

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Ponta de São Lourenço

Die Ponta de São Lourenço ist der östlichste Zipfel von Madeira und ein wunderschönes Stück Natur. Die Vegetation gab Ende August nicht mehr so viel her, aber dafür hat man einen wunderbaren Blick auf die Felsen, die einmalig schön sind. Die verschiedenen Gesteinsschichten in unterschiedlichen Farben, lange Rillen, die nach uralten Lavaströmen aussehen – wunderbar.

Ponta de São Lourenço

Ponta de São Lourenço

Und Meer, überall Meer. Die Ponta de São Lourenço ist eine schmal Halbinsel, immer wieder sieht man auf beiden Seiten der Wege das Meer aufblitzen. Schon beim Anflug auf Madeira fällt die Ponta de São Lourenço ins Auge, denn sie befindet sich direkt in der Anflugschneise und gehört zu den ersten Dingen, die man von der Insel sieht.

Ponta de São Lourenço

Ponta de São Lourenço

Ponta de São Lourenço

Die Wanderwege sind schmal und stellenweise etwas steil, aber gut gesichert und nicht zu verfehlen. Bei Gegenverkehr kann man recht gut ausweichen, was auch wichtig ist. Die Wanderroute ist sehr beliebt, außer uns waren noch jede Menge andere Menschen unterwegs.

Ponta de São Lourenço

Der steilste Abschnitt ist der Anstieg zum Pico du Furado, den höchsten Berg der Halbinsel. Teilweise muss man sich die ausgetretenen Stufen regelrecht hochziehen, aber der Aufstieg lohnt sich sehr. Auf dem nächsten Bild kann man den Weg auf den Gipfel recht gut erkennen.

Ponta de São Lourenço

Ganz in der Nähe der Ponta de São Lourenço befindet sich der einzige natürliche Sandstrand Madeiras, die Prainha. Die geschützte Badebucht ist recht klein und wunderschön gelegen. Der schwarze Lavastrand heizt sich in der Sonne wahnsinnig auf und das Ende August ca. 24 Grad warme Wasser fühlt sich im Kontrast eiskalt an. Eine herrliche Erfrischung.

Prainha

Ferien auf Korsika: Porto-Ota

Blick auf Porto-Ota
Blick auf Porto, den Hafen von Ota

Die erste Woche auf Korsika haben wir in dem Örtchen Porto-Ota verbracht. Porto ist kein eigener Ort, sondern nur der Hafen des Bergdorfes Ota. Dieser Hafen wurde einzig und alleine für den Tourismus ausgebaut, was man dort auch richtig merkt. Direkt am Meer gibt es keinerlei Privathäuser, nur Restaurants und Hotels.

Blick auf den Hafen
Blick auf den Hafen, wo auch wir unser Hotelzimmer hatten

Um reine Touristenorte mache ich normalerweise einen sehr weiten Bogen, zumal sich diese Orte oft durch hässliche Bauten und viel Lärm auszeichnen. In Porto ist dies aber nicht der Fall. Auf Korsika haben die Einheimischen ein Auge darauf, dass ihre schöne Insel nicht hässlich verbaut wird.

Genueserturm
Blick auf den Genueserturm

Porto ist ein hübscher kleiner Ort und relativ ruhig, zumindest zur Nebensaison. Zur Hauptsaison wird es vermutlich zumindest tagsüber wesentlich schwerer sein, sich durch die Touristenmassen zu kämpfen. Wir waren jedoch Ende September dort und von Tag zu Tag wurden die Straßen und Restaurants leerer und immer mehr Restaurants schlossen ohne Vorwarnung ihre Pforten. Man merkte richtig, wie sich der Ort auf den Winterschlaf vorbereitete.

Strand von Porto
Strand von Porto

Bojen im Hafen
Bojen im Hafen, dessen herrlich petrolfarbenes Wasser so klar ist, dass man von der Brücke aus mühelos kleine Fische erkennen kann.

An Sehenswürdigkeiten hat Porto nicht so viel zu bieten. Ein Genueserturm, der gegen ein geringes Eintrittsgeld besucht werden kann, ein ziemlich düsteres, kleines und teueres Aquarium, in dem man innerhalb von 5 Minuten alles gesehen hat und natürlich das Meer.

Treppe zum Genueserturm
Treppe zum Genueserturm

Genueserturm
Genueserturm

Der Strand ist steinig und für meine verwöhnten Füße nicht so bequem, aber dennoch wunderschön. Außerdem hat man in Porto angeblich den schönsten Sonnenuntergang auf der ganzen Insel – ob das so ist, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber wunderschön war er auf jeden Fall.

Sonnenuntergang im Hafen
Sonnenuntergang am Genueserturm

Porto ist außerdem ein guter Ausgangsort für Wanderungen. Genau deshalb hatten wir den Ort ausgewählt, wir orientierten uns an unserem Wanderführer und suchten einen Ort, der am Meer ist und von dem man relativ schnell an schöne Wanderorte fahren kann. Porto war in dieser Hinsicht ein absoluter Volltreffer. Für einen reinen Strandurlaub dagegen würde ich Porto nicht empfehlen, für diesen Zweck gibt es auf Korsika wesentlich schönere Strände.

Strand
Strand von Porto

November

Es ist ein nebeliger Start in den November, hier im schönen Kraichgau. Leider nicht so nebelig, wie ich es mir für den kleinen Fotospaziergang gewünscht hätte, aber dennoch herrlich novembrig.

Noch sind viele Blätter auf den Bäumen, allerdings flattern sie in einem immer schnelleren Rhythmus auf den Boden. Im sonst ruhigen Wald hört sich das unglaublich laut an. Am liebsten würde ich mich auf den Boden setzen und inmitten dieser Pracht lesen, doch dazu ist es leider zu ungemütlich.

Wie wunderbar es draußen momentan ist, lässt sich nicht richtig in Worte fassen. Deshalb lasse ich meine Bilder sprechen.

Herzchen
Herzchen

Wein
Die Weinlese ist eigentlich schon vorbei …

Smile
… dennoch hängen einige Trauben fröhlich lächelnd an den Reben

Birnen
Auch Obst hängt zum Teil noch an den Bäumen,

Tau
während andere Teile bereits der Schwerkraft nachgegeben haben.

Obstbäume
Hier dagegen ist oben wie unten alles abgeerntet.

Blätterdach
Löchrige Blätterdächer

Blätterteppich
und nahezu lückenlose Blätterteppiche

Lochfraß
Klarer Fall von Lochfraß. So ein Blatt hat es ja auch nicht leicht.

Fast Schottland

Calanches
Les calanches de Piana

Die Urlaubspläne für dieses Jahr standen lange fest. Erst eine mehrtägige Wanderung auf dem West Highland Way von Glasgow nach Fort William, dann einige Tage Edinburgh. Die Route war festgelegt, eine lange Liste notwendiger Anschaffungen wie wasserabweisende Hosen, etwas wärmere atmungsaktive Jacken und zig Schichten Funktionskleidung lag bereit; eigentlich war alles perfekt geplant. Nur die Buchung stand noch aus, denn wir wollten die Buchungen der Unterkünfte und den Gepäcktransfer einer qualifizierten Firma überlassen. Da wir nicht damit rechneten, dass noch mehr Bekloppte Anfang Oktober durch die Highlands wandern wollen, ließen wir uns damit viel Zeit. Zu viel, um genau zu sein. Denn als wir buchen wollten, war bereits seit Wochen alles ausgebucht.

Nicht Schottland
Nicht Schottland, auch wenn es hier fast so aussieht.

Pietra
Kastanienbier. Der Regen kann mir gar nichts.

Zum Glück hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts gebucht und konnten uns schnell umorientieren. Denn von dem Vorhaben, alles auf eigene Faust zu regeln, kamen wir angesichts der Preise für die Unterkünfte schnell wieder ab. Wahnsinn, wie teuer so ein Bed & Breakfast mitten in der Pampa sein kann. Und faszinierend, dass der auch nicht ganz billige Anbieter der Wandertouren im Endeffekt deutlich günstiger ist.

Schwein auf der Bergstraße bei Evisa
Schwein auf der Bergstraße bei Évisa

Nur in den Städten wollten wir uns nicht aufhalten und viel Autofahren reizt uns bei Linksverkehr überhaupt nicht, also war umplanen angesagt. Da das Wetter zu diesem Zeitpunkt bei uns richtig ekelhaft war, surften wir mit Google Maps das Mittelmeer ab und landeten schnell auf Korsika. Berge von alpinen Ausmaßen, Meer und wunderbar warme Temperaturen – gebucht.

Meeresblick beim Capu d'Ortu
Meeresblick beim Capu d’Ortu

Blick vom Capu d'Ortu
Blick vom Capu d’Ortu

Statt durch die Highlands wanderten wir also durch die Macchia, statt dicker wasserabweisender Kleidung waren Shorts, T-Shirts und Bikini angesagt, kein schlechter Kompromiss. Natürlich habe ich wieder viele Bilder mitgebracht, dazu tausende von Eindrücke, die nicht fotografierbar waren. Ein guter Grund, diesem Blog wieder etwas mehr Leben einzuhauchen und das Urlaubsgefühl noch aufrecht zu erhalten, auch wenn ich längst wieder im deutlich kälteren Deutschland bin. Jetzt muss ich aber erst meine Festplatte ausmisten, damit ich die vielen Bilder sichten, sortieren und bearbeiten kann.  Bis dahin gibt es hier und bei Instagram einige Smartphone-Bilder.

L'Auberge Corse in Bonifacio
L’Auberge Corse in Bonifacio

Bonifacio
Bonifacio und die Treppe des Königs von Aragon

Übrigens: Schottland ist natürlich nicht abgeschrieben, sondern nur auf den Frühling 2016 verschoben. Diesmal mit rechtzeitiger Buchung. Ich freue mich schon total.

Sonnenuntergang im Hafen von Porto
Sonnenuntergang im Hafen von Porto

Salzburg II

Blick auf die Altstadt von der Hohensalzburg
Salzburger Altstadt

In Salzburg war ich nicht zum ersten Mal, ganz sicher aber auch nicht zum letzten Mal. Der Kontrast zwischen den beiden Reisen könnte kaum größer sein: Im Mai 2011 konnte man sich vor lauter Menschen kaum bewegen, im Februar 2015 gehörte die Stadt gefühlt uns alleine. Die Weite hat richtig gut getan, vor allem konnte ich endlich mal Mozarts Geburtshaus bewundern, ohne dass ich im Gedränge fast verloren ging.

Mozarts Geburtshaus
Mozarts Geburtshaus

Sonnige Judengasse
Judengasse

Viel Neues habe ich nicht gesehen, aber das machte nichts. Vor allem Mozarts Geburtshaus und die Hohensalzburg ist immer einen Besuch wert. Auch die Residenz war interessant, allerdings haben wir die am Sonntag noch kurz vor der Heimfahrt reingequetscht und waren viel zu müde, um viel aufnehmen zu können. Die Informationsflut in Museen ermüdet mich immer sehr schnell, vor allem, wenn ich einen Audioguide in die Hand gedrückt bekomme und nichts zum Nachlesen habe.

Fiaker
Fiaker am Dom

Hohensalzburg
Kapitelplatz mit Blick auf die Hohensalzburg

Hohensalzburg
Irgendwo in der Hohensalzburg

Gegessen haben wir in Salzburg wieder wunderbar, ich bin auch endlich zu meinen Salzburger Nockerln gekommen. Ein Gedicht. Als ich 2011 in Salzburg war, wurden mir die Nockerln verweigert, weil sie nur für 2 Personen zubereitet wurden und ich alleine war. Diesmal war ich nicht alleine, und was ist? Wir landen prompt im einzigen Restaurant in Salzburg, das Einzelportionen anbietet. Hätte ich das mal 2015 gewusst … Wer alleine in Salzburg unterwegs ist und Salzburger Nockerln essen will, sollte beim Sternbräu vorbeischauen. Übersehen kann man das Restaurant vor allem nachts nicht, der riesige Stern auf dem Dach des Hauses ist meilenweit zu sehen.

Hohensalzburg
Hohensalzburg

Sehr interessant fand ich die Brauereiführung der Stiegl-Brauerei, die etwas außerhalb der Innenstadt liegt, aber noch gut zu Fuß erreichbar ist. Die Brauereiführung begann mit einem kleinen Film zum Thema Bier, der es in sich hatte. In dem richtig gut gemachten Kino saß man nämlich quasi mitten auf der Leinwand, die Bilder wurden sowohl auf dem Boden als auch auf der halbrunden Wand ausgestrahlt. So rollten plötzlich von rechts Trecker in mein Blickfeld, oder unter unseren Füßen begann ein Gebirgsbach zu rauschen. Ich war begeistert, auch wenn ich ob der Bilderflut um mich herum einige Male ein leichtes Schwindelgefühl verspürte.

Stiegl Brauerei
Stiegl-Brauerei

Auch der restliche Teil der Führung war sehr informativ und interessant. Stiegl hat ein riesiges Biermuseum gebaut und dabei weder Kosten noch Mühen gescheut. Wer sich für Bier interessiert und in Salzburg ist, sollte dort unbedingt vorbeischauen.

Baum im Hof der Hohensalzburg
Hof der Hohensalzburg

Zum Abschluss der Führung durften wir noch 3 verschiedene Biere testen. Stiegl hat verschiedene Hausbiersorten, die nur saisonal verfügbar sind. Im Februar war die Männerschokolade dran, ein wunderbares wohlschmeckendes Stout, das sogar tatsächlich etwas Kakao enthält. Die Hausbiere sind sehr experimentell und meistens nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut. Wenn ich näher an Salzburg wohnen würde, würde ich sicherlich ab und zu hinfahren und die anderen Hausbiere testen. Leider werden die nicht nach Deutschland verkauft, was aber angesichts des geringen Angebots auch verständlich ist. Immerhin konnten wir vor Ort zwei Flaschen Männerschokolade kaufen, die kann ich mir sehr gut zu einem schokoladigen Nachtisch vorstellen.

Alpenpanorama
Alpenpanorama

Hach, Salzburg. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch.

Blick auf die Altstadt
Salzach-Ufer

Château de Quéribus

Das Château de Quéribus liegt direkt über Cucugnan und ist gut zu Fuß erreichbar. Der Weg dorthin ist allerdings recht steil, so dass man trotz der kurzen Strecke von nur knapp 4 km schnell ins Schwitzen kommt.

Beim Aufstieg war es die meiste Zeit bewölkt, wofür ich ziemlich dankbar war. Schatten sucht man in der Gegend nämlich vergeblich, die wenigen und niedrigen Bäume können nicht viel ausrichten.

Château de Quéribus
Der Aufstieg. Die Wege waren großteils leuchtend rot, wunderschön.

Die Burg ist sehr beeindruckend. Riesig thront sie auf dem Felsen und ist in mehrere Ebenen unterteilt. In der Burg selbst kann man sich ewig aufhalten und einiges entdecken.

Château de Quéribus

Beeindruckend ist auch der Fernblick. In östlicher Richtung sieht man das Meer glitzern, im Westen erhascht man einen Blick auf die Burg Peyrepertuse, die man aber nur als solche erkennt, wenn man es weiß. Peyrepertuse sieht aus der Ferne aus wie eine Felsenkette.

Château de Quéribus

Château de Quéribus

Château de Quéribus

Château de Quéribus
Blick nach Peyrepertuse. Die Burg ist ziemlich genau in der Mitte des Bildes, aber kaum als solche zu erkennen.

Der Wind machte uns auf Quéribus zu schaffen, dabei war es gar nicht so extrem windig. Dort oben verwandelt sich aber jeder Windhauch in eine ausgewachsene Böe und obwohl wir nicht gerade federleicht sind, hatten wir teilweise Probleme, uns an Ort und Stelle zu halten. Überall wird man darauf hingewiesen, dass man sich bei starkem Wind nicht auf der Burg aufhalten solle, weil das lebensgefährlich sei. Diese Hinweise konnte ich bei dem Besuch gut nachvollziehen.

Château de Quéribus

Château de Quéribus

In der Burg gibt es noch erhalten Kasematten, die man mehr oder weniger erklettern kann. Die Treppe ist steil und dunkel, alles ist recht eng. Mit meinem Rucksack hatte ich teilweise ziemliche Probleme.

Château de Quéribus
Nicht die Treppe zu den Kasematten, sondern ein wunderschöner Aufgang auf den höchsten Turm, von dem aus man einen herrlichen Fernblick hat.

Detailinformationen zur Burg gibt es bei Wikipedia.

Château de Quéribus

Château de Quéribus

Wie ich einmal beinahe zur Ziegenhirtin wurde

Eigentlich wollten wir nur ein bisschen wandern. Für den Einstieg suchten wir uns eine Wanderung aus, die in unserem Wanderführer als leicht markiert war. Ein Rundweg von 9,5 km, ausgehend von Villefranche-de-Conflent. Blöderweise hatten wir aber vorher nicht nachgeschlagen, wie „leicht“ in diesem Wanderführer definiert ist. Wir guckten nicht großartig aufs Höhenprofil, sondern gingen automatisch von einer recht flachen Route raus. Ein Fehler. Die Route war mit 660 Höhenmetern alles andere als flach und letztendlich viel anstrengender als erwartet. Dennoch lohnte es sich, sowohl von den Sehenswürdigkeiten als auch von der Landschaft her.

Villefranche-de-Conflent
Blick auf Villefranche-de-Conflent

Fort Libéria
Fort Libéria

Weg
Die Wege sind teilweise sehr schmal und erinnern eher an Mauern

Gewitter
Gerade noch dem Gewitterregen entkommen

Als wir gerade an den Ruinen des verlassenen Dorfes Belloc ankamen, sahen wir plötzlich die Ziegen. Erst schaute eine um die Ecke, dann kam die nächste und schwuppdiwupp waren es zu viele, als das wir sie hätten zählen können. Die Ziegen blieben kurz stehen, schauten uns an und stürmten dann geschlossen auf uns los. Hilfe. Da wir beide keinerlei Erfahrung mit Ziegen hatten, wussten wir nicht, was wir tun sollen und entschieden uns zur gemäßigten Flucht in Richtung der Chapelle St-André, die wir ohnehin besichtigen wollten.

Ziege
Määääh!

Ziege
Hat jemand den Ziegenpeter gesehen?

Blöderweise interpretierten die Ziegen unseren Aufbruch wohl als Aufforderung zum Folgen und in Nullkommanichts waren wir von den Tieren umzingelt. Wir beschlossen, erstmal stehen zu bleiben, die Ziegen würden schon irgendwann wieder abhauen. Die dachten aber nicht im Traum daran und probierten lieber aus, wie unsere Schnürsenkel schmecken.

Freche Ziege
Frechdachsziege

Als wir gerade überlegten, ob wir einfach weitergehen sollen, hörten wir Pfiffe und Rufe und konnten sehen, dass eine Ziege die Rufe ebenfalls hörte. Die Leitziege lauschte zunächst angestrengt und stieß dann einige Määäääääh-Rufe aus. Ihre Herde reagierte auf diese Rufe und kam langsam angetrabt. Unter lautem Gemäääähe setzte sich die Herde in Bewegung und verschwand, allerdings ohne zu bemerken, dass vier junge Ziegen bei uns geblieben waren. Wir versuchten die Jungtiere zu verscheuchen, aber die starrten uns nur verständnislos an und begannen wieder zu grasen. Also beschlossen wir notgedrungen, der Herde zu folgen.

Die jungen Ziegen folgten uns erwartungsgemäß, allerdings hatten wir zu lange gezögert und inzwischen war von der restlichen Herde nichts mehr zu sehen. Da wir nicht wussten, wohin die Tiere verschwunden waren, riefen wir einfach einige Male, bis wir Antwort von der Ziegenhirtin bekamen. Sie kam zurück, erfasste die Situation sofort und versuchte, die Jungtiere zu sich zu locken. Diese hatten uns aber wohl zu ihren neuen Eltern auserkoren und dachten gar nicht daran, uns wieder zu verlassen. Für den Hütehund hatten sie auch keinen Blick übrig. Zum Glück befand sich aber zwischen den wenigen Ruinen der verlassenen Siedlung auch noch eine Hütte mit Tür. Die Ziegenhirtin bat uns, in die Hütte zu gehen und die Tür zu schließen. Nach gut 5 Minuten in der stockdunklen und etwas gruseligen Hütte waren die Tiere dann endlich verschwunden und wir konnten unseren Weg fortsetzen.

Chapelle St-André
Chapelle St-André

Chapelle St-Etienne
Chapelle St-Etienne

Weg
Fernblick

Villefranche-de-Conflent
Fort Libéria und Villefranche-de-Conflent

Der Rest der Strecke verlief ereignislos. Wir wanderten zunächst zur Chapelle St-Etienne und dann zum Fort Libéria, das wir auf dem Hinweg ignoriert hatten und uns erst auf dem Rückweg anschauten. Ich fand das Fort ziemlich beeindruckend, am besten hat mir die Kapelle gefallen. Interessant war auch der Wehrgang und der gefühlt unendliche Tunnel, in dem 754 Stufen direkt nach Villefranche-de-Conflent führen. In Villefranche-de-Conflent schauten wir uns noch ein bisschen die gemütliche Altstadt an, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten.

Fort Libéria - Eingang
Eingang zum Fort Libéria

Fort Libéria - Kapelle
Blick durch’s Fenster

Fort Libéria
Im Fort

Fort Libéria - Soldatenunterkunft
Soldatenunterkunft

Fort Libéria - Wehrgang
Wehrgang im Fort

Fort Libéria - Kapelle
Kapelle im Fort

Fort Libéria - 754 Stufen
754 Stufen zur Stadt

Villefranche-de-Conflent
Villefranche-de-Conflent

Villefranche-de-Conflent
Villefranche-de-Conflent

Cucugnan

Die meiste Zeit des Urlaubs übernachteten wir in Cucugnan, einem kleinen Dorf in den Corbières. Cucugnan liegt auf einem recht steilen Hügel. Auf den Bildern sah es gar nicht so steil aus, aber die Straßen haben es in sich. Besonders schmerzhaft merkten wir die Steigungen, wenn wir nach langen Wanderungen zum Abendessen ins Restaurant spazierten.

Cucugnan

Rue du Pauzadou

Rue de l'Auberge

Eglise St Julien

Sehr gut gefallen hat mir die Windmühle, die an der höchsten Stelle des Ortes steht. Von der Ferne sieht das Dorf sehr idyllisch aus, aber auch im Ort selbst lässt es sich aushalten. Nette enge Gassen, typisch französische Häuser und so gut wie gar keine Hektik. Auch kulinarisch bietet Cucugnan einiges, die drei Restaurants vor Ort verarbeiten in erster Linie regionale Waren, wozu auch vorzügliche Weine gehören. Der sehr würzige Honig, der in Cucugnan hergestellt wird, kann sich ebenfalls sehen lassen.

Moulin d'Omer

Moulin d'Omer

Moulin d'Omer

Wir wohnten in einer schnuckeligen kleinen Frühstückspension, in der es nur zwei Zimmer gab und bei der wir vorher auf einem Fragebogen ankreuzen mussten, was wir zum Frühstück haben wollen.

Ich mochte die Zeit in dem Dorf, in dem die Zeit still zu stehen scheint. Wir hatten mit 6 Übernachtungen genau das richtige Maß getroffen; ein, zwei Tage länger und es wäre wahrscheinlich langweilig geworden. Direkt um Cucugnan gibt es zwar zwei wunderschöne und interessante Burgen, allerdings kann man die locker an nur einem Tag besichtigen. Für weitere Ausflüge muss man ins Auto steigen. Zwar sind die Wege zu schönen Ausflugsorten in der Luftlinie gar nicht so weit, aber durch die sehr kurvigen und steilen Straßen ist man bisweilen ewig unterwegs.

Moulin d'Omer

Carcassonne

Carcassonne ist die Stadt für alle, die ein bisschen Mittelalter vermischt mit der Moderne erleben möchten. In den Gassen der alten Festung wimmelt es von kleinen Lädchen, Bars und Restaurants. Ich fühlte mich sehr an San Gimignano erinnert, nur die hohen Türme fehlten.

Die Festung ist umfassend renoviert, trotz der vielen Touristenläden kann man sich gut vorstellen, wie Carcassonne im Mittelalter ausgesehen haben könnte.

Zum Essen suchten wir uns ein Restaurant an einem der vielen gemütlichen Plätzchen und bekamen zu überraschend günstigen Preisen ein sehr schmackhaftes Menü. Ich probierte regionale Spezialität Cassoulet, ein überbackenen Eintopf aus weißen Bohnen, in dem zu meiner Überraschung neben einigen Schweinefleischstückchen eine gekochte Bratwurst schwamm. Abgeschmeckt war das Gericht unter anderem mit etwas Zimt. Mir schmeckte es so gut, dass ich sogleich beschloss, das Gericht zuhause nachzukochen.

Die Bilder zeigen überwiegend die Cité de Carcassonne.

Cité de Carcassonne

Cité de Carcassonne

Carcassonne - Blick auf die Stadt

Cité de Carcassonne

Cité de Carcassonne

Cité de Carcassonne

Cité de Carcassonne

Pont vieux

Riesenrad