Archiv der Kategorie: Fotografie

Falkenstein-Radweg

Der Falkenstein-Radweg führt entlang einer alten Bahntrasse von Regensburg nach Falkenstein. Ein wunderschöner Radweg, dessen Fahrbahnrand mit merkwürdigen Kunstwerken geschmückt ist, wie etwa übergroße Stühle und Gabeln, Blechmusikanten auf Stelzen und eine Leserin, die mittlerweile leider von ihrem Buch erschlagen wurde.

Auf dem Hinweg geht es stetig bergauf. Nicht steil, aber nach einer Weile merkt man es doch, dass man die Beine nicht richtig entspannen kann. Dafür wird natürlich der Rückweg zum Kinderspiel, oft genug kann man das Rad einfach nur rollen lassen und die Landschaft genießen.

Bis nach Falkenstein bin ich nicht gekommen. Nicht, weil es zu weit gewesen wäre, sondern, weil ich mich nicht traute. Mein Rad ist hochgradig reparaturbedürftig, die Mäntel haben kein Profil mehr, dafür aber tiefe Risse, in der rechten Pedale ist das Kugellager defekt und meine Kette giert nach einer ausgiebigen Reinigung und frischem Öl. Da ich außerdem mal wieder keinerlei Flickzeug dabei hatte, erklärte ich den Radlbahnhof in Hauzendorf zum Wendepunkt – natürlich erst nach einer kleinen Rast bei einem Glas Latte macchiato und einem herrlichen Stück Apfelkuchen.

Besonders toll fand ich, dass der Radweg über weite Strecken durch einen Wald führte. Es fährt sich angenehm dort, im Schatten der noch grünen Bäume, die schon so herrlich nach Herbst duften. Allerdings war es auch nicht ungefährlich, wimmelte es doch am Wegesrand vom Fotomotiven, die mich zu Vollbremsungen animierten.

Nicht zum Bremsen dagegen animierte ausgerechnet ein Schild, das genau zu diesen Zweck aufgestellt wurde. „Achtung -Biergarten-“ steht darauf, und etwas kleiner „Spielende Kinder!“. Bis ich den ganzen Inhalt des Schildes erfasst hatte und realisierte, dass es keine reine Biergartenwerbung ist, war ich an selbigem schon vorbei. Die Idee für das Schild ist wirklich gut, denn der Biergarten ist schlecht einsehbar und Radfahrer können auf dem Kiesweg nicht so gut bremsen. Einzig die Umsetzung lässt leider zu wünschen übrig.

Spaß hat sie gemacht, die Tour. Das nächste Mal werde ich auf jeden Fall die ganze Strecke zurücklegen und vielleicht einen Rundweg daraus machen. Ich hoffe, dass das Wetter in diesem Oktober noch einmal einen solchen langen Ausflug zulässt, denn ich würde diese Strecke zu gerne fahren, wenn alle Bäume herrlich bunt sind.

Fotofrust

Eigentlich wollte ich längst die England-Bilder bearbeitet und einen Reisebericht geschrieben haben, aber ich mag die Bilder von der Reise nicht sonderlich. Weil ich häufig mit schwerem Rucksack zu Fuß unterwegs war, verzichtete ich auf meine Spiegelreflexkamera und kaufte mir stattdessen die viel handlichere Panasonic Lumix DMC-LX3. Eigentlich ist sie ja nicht schlecht, die Lumix, und als immer-dabei-Kamera für Schnappschüsse sehr gut geeignet, aber im Urlaub hatte ich andere Ansprüche. So vermisste ich zum Beispiel den Sucher geradezu schmerzhaft, die Kamera vom Körper weghalten und anhand des Displays versuchen zu fokusieren fühlt sich für mich einfach nicht mehr nach fotografieren an. Auch die komplette Steuerung via Software, einem kleinen Joystick und einigen Pfeiltasten fand ich unhandlich. Ich will am Objektiv drehen können, wenn ich manuell fokusieren muss, und nicht anhand eines Joysticks und einer Lupenansicht auf dem Display versuchen, das Objekt halbwegs scharf zu kriegen. Es nervte.

Trotzdem gab es auch Vorteile. Makros kriege ich mit der Panasonic besser hin als mit meiner Nikon; allerdings liegt das einzig daran, dass ich noch kein Objektiv habe, das für Makros geeignet ist. Und die Lumix ist handlicher, ich kann aus anderen Perspektiven fotografieren, wie zum Beispiel die Kamera auf den Boden unter eine kleine Blume legen, oder sie durch eng zusammenstehende Gitterstäbe eines Zauns schieben, um den Mauervorsprung als Stativersatz zu verwenden. Aber die Qualität der Bilder entspricht nicht dem, was ich von meiner Nikon gewohnt bin. Und deshalb habe ich es immer noch nicht geschafft, mir überhaupt erst alle Fotos vom Urlaub anzuschauen. Weil es mich nervt, ständig das Gefühl zu haben, dass ich genau dieses Motiv mit der Nikon viel besser hätte festhalten können. Und weil die Bilder trotz des kleinsten ISO-Wertes doch ziemlich verrauscht sind, kein Vergleich zur 1a-Qualität, die meine Nikon liefern kann.

Das nächste Mal, das weiß ich sicher, werde ich die Nikon mitschleppen. Selbst wenn ich hinterher zum Chiropraktiker muss, weil das zusätzliche Gewicht um meinen Hals zu viel war. Dann verzichte ich doch eher auf einige zusätzliche Klamotten. Davon packe ich ohnehin immer zuviel ein.

Zum Trost habe ich gestern noch einige Gegenlichtexperimente gemacht. Natürlich mit meiner Nikon und einem Objektiv, dessen Lichtstärke mich immer wieder aufs Neue beeindruckt. Spaß hat’s gemacht, auch wenn ich einmal zu oft in die Sonne schaute. Aber irgendwas ist ja immer.

Englandbilder gibt’s natürlich auch noch. Irgendwann.

Die Vögel

Ivar’s Fish Bar in Seattle ist eine Mischung aus Nordsee und Imbiss, nur viel besser. Dort gönnte ich mir einen Krabbencocktail und eine Portion Clams ’n Chips, bediente mich an der großen Essig-Auswahl, um die Pommes richtig britisch schmecken zu lassen, und setze mich nach draußen. Das heißt, ich wollte es, lies mich aber von den Möwen abschrecken, die dort zuhauf über dargebotene
Prommes herfielen.

In Deutschland sind wir es gewohnt, dass es nicht erwünscht ist, Wasservögel zu füttern. Deshalb ließen mich meine deutschen Wurzeln auch halb entsetzt „die kann man doch nicht einfach so füttern!“ denken, während ich kauend das Treiben beobachtete.

Das Schild, das das Füttern der Möwen ausdrücklich erlaubte, ja sogar erbat, und gleichzeitig darauf hinwies, dass man Möwen gar nicht überfüttern kann, weil sie aufhören zu fressen, sobald sie satt sind, dieses Schild sah ich erst viel später.

Kleine Kinder gingen auf die Möwen zu, eine Pommes in der Hand, ohne die geringste Angst zu zeigen. Ich traute mich nicht, mich nach draußen zu setzen, weil ich inmitten der unfassbar lauten Vogelschar ein Remake von Hitchcocks „Die Vögel“ befürchtete, und diese Kinder waren komplett furchtlos. Zu recht, wie ich später feststellte; die Vögel waren total harmlos und trauten sich nur deshalb so nahe an die Menschen heran, weil diese Futter hatten. Sobald sich ein Mensch aber zu schnell bewegte, suchten die Möwen das Weite.

Nachdem ich gegessen hatte, wagte ich mich doch nach draußen, um mir das Spektakel aus der Nähe anzuschauen. Vorher hatte ich tagelang versucht, Möwen aus der Nähe zu fotografieren, verscheuchte aber alle, ganz gleich wie vorsichtig ich mich bewegte. Hier, mit der Aussicht auf eine gute Mahlzeit, mutierten die Tiere zu perfekten Fotomodellen.

Es war äußerst interessant, diese Tiere eine Weile zu beobachten. Und das Gekreische, das wirklich ein bisschen nach „Mine! Mine! Mine! Mine!“ klang, werde ich nie wieder aus den Ohren kriegen.

Cat Content

Katzen zu fotografieren ist gar nicht so einfach, die Tiere scheinen genau zu wittern, in welcher Position man sie gerne fotografieren würde, und tun dann prompt genau das Gegenteil.

Hier einige Glückstreffer: