<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Nikanas Krempelkiste &#187; Lauscher</title>
	<atom:link href="http://nikana.de/category/lauscher/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://nikana.de</link>
	<description>Geschichten eines pfälzischen Schwarzwaldmädels in Bayern</description>
	<lastBuildDate>Sun, 20 May 2012 10:43:17 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	
		<item>
		<title>Hörgerät, CI und Hybrid &#8211; was ist das eigentlich?</title>
		<link>http://nikana.de/2012/05/horgerat-ci-und-hybrid-was-ist-das-eigentlich/</link>
		<comments>http://nikana.de/2012/05/horgerat-ci-und-hybrid-was-ist-das-eigentlich/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 May 2012 10:25:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikana</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lauscher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nikana.de/?p=1758</guid>
		<description><![CDATA[Wenn ich anfange, von meinem CI zu erzählen, neige ich dazu, meine Zuhörer mit den Begriffen &#8220;CI&#8221;, &#8220;Hörgerät&#8221; und &#8220;Hybrid&#8221; gnadenlos zu verwirren. Das führt immer wieder zu denselben Rückfragen, die ich hier beantworten möchte. Was ist ein Hörgerät? &#8220;Hörgerät&#8221; ist strenggenommen der Oberbegriff für alle Hörhilfen, wird aber in der Regel für herkömmliche Schallverstärkungsgeräte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich anfange, von meinem CI zu erzählen, neige ich dazu, meine Zuhörer mit den Begriffen &#8220;CI&#8221;, &#8220;Hörgerät&#8221; und &#8220;Hybrid&#8221; gnadenlos zu verwirren. Das führt immer wieder zu denselben Rückfragen, die ich hier beantworten möchte.</p>
<p><strong>Was ist ein Hörgerät?</strong><br />
&#8220;Hörgerät&#8221; ist strenggenommen der Oberbegriff für alle Hörhilfen, wird aber in der Regel für herkömmliche Schallverstärkungsgeräte verwendet. Diese Geräte können Schwerhörigkeit häufig ausgleichen und somit eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität von Schwerhörigen erreichen. Allerdings funktioniert das nur dann, wenn die Haarzellen im Ohr noch intakt sind. Haarzellen sind winzig kleine Härchen im Innenohr, die für die Weiterleitung des Schalls (= alle Geräusche) an die Hörnerven zuständig sind. Die Hörnerven wiederum gegeben den Schall an das Gehirn weiter, wo das Gehörte entschlüsselt und verarbeitet wird. Wenn die Haarzellen nicht mehr intakt sind, kann ein Hörgerät nichts ausrichten. Der verstärke Schall landet im Innenohr und verpufft dort, weil es nichts mehr gibt, was den Schall weiterleiten könnte. </p>
<p>Genau das ist bei mir der Fall: Die meisten Haarzellen sind kaputt. Deshalb konnte man mir mit Hörgeräten nie helfen. Ich habe in meinem Leben schon sehr viele Geräte getestet, analoge wie digitale, aber keines davon konnte eine spürbare Verbesserung erreichen. Meine Schwerhörigkeit ist zu tückisch: ich habe einen sogenannten Hochtonsteilabfall. Das bedeutet, dass ich tiefe Töne gut höre (manche Frequenzen sogar sehr gut), hohe Töne aber gar nicht mehr. Nur an der Stelle, an der die Kurve steil nach unten geht, könnte man vielleicht noch mit einem Hörgerät ein bisschen was machen. Allerdings würde das mein Sprachverständnis absolut nicht verbessern, weil mir die meisten fürs Sprachverständnis notwendigen Frequenzen fehlen.</p>
<p><strong>Was ist ein CI?</strong><br />
Ein Cochlea-Implantat, kurz CI, kommt dann zum Einsatz, wenn die Haarzellen nicht mehr funktionieren, aber der Hörnerv noch intakt ist. Das Implantat wird im Rahmen einer 2-3 stündigen Operation eingesetzt. Dabei wird eine Elektrode in die Hörschnecke (Cochlea) geschoben. Diese Elektrode ersetzt die zerstörten Haarzellen und leitet fortan die Geräusche in Form von elektronischen Impulsen weiter. </p>
<p>Die Elektrode ist mit einem Magneten verbunden, der hinter dem Ohr unter der Haut sitzt. Dort kommt von außen die sognenannte Spule drauf, in der ein wesentlich stärkerer Magnet sitzt, so dass die Spule nicht verrutscht. Über diese Spule werden die Impulse übermittelt, die vom Sprachprozessor zuvor verarbeitet wurden.</p>
<p>Der Sprachprozessor selbst sitzt hinter dem Ohr und sieht wie ein herkömmliches Hörgerät aus, ist aber in der Regel wesentlich größer als die modernen Hörgeräte.</p>
<p><img src="http://nikana.de/wp-content/uploads/2012/05/CI.jpg" alt="" title="CI" width="600" height="600" class="alignnone size-full wp-image-1767" /><br />
<em>CI-Sprachprozessor von der Firma Cochlear (Modell Freedom)</em></p>
<p>Cochlea-Implantate sind für gehörlose oder fast gehörlose Menschen geeignet. Allerdings sollte das CI so schnell wie möglich nach Eintreten der Gehörlosigkeit eingesetzt werden, wenn man eines haben möchte. Also entweder bald nach der Geburt, oder, falls man spätertaubt ist, bald nach der Ertaubung. Gehörlose Menschen, die taub zur Welt gekommen sind, werden sehr wahrscheinlich nicht vom CI profitieren können, wenn sie dieses erst im Erwachsenenalter bekommen. Das Gehirn muss Sprache erkennen und mit den Signalen umgehen können, um sie richtig verarbeiten zu können.</p>
<p><strong>Was ist ein Hybrid-CI?</strong><br />
Das Hybrid-CI ist eine Mischung aus Cochlea-Implantat und Hörgerät. Es ist für mich am besten geeignet, denn es wurde für Menschen mit Hochtonsteilabfall und an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit entwickelt. Bei einem Hybrid-CI wird ebenfalls eine Elektrode in die Hörschnecke geschoben, diese ist aber in der Regel etwas dünner und kürzer als die normalen CI-Elektroden. Daduch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Restgehör bei der Operation erhalten bleibt. </p>
<p>Der Sprachprozessor ist beim Hybrid-CI noch etwas komplexer als beim normalen CI; dieser wird so programmiert, dass bestimmte Frequenzen über die Schallleitung (also das Hörgerät) übermittelt werden, und alle anderen Frequenzen über die Elektrode, also über das CI. Beim Hybrid gibt es im Gegensatz zum CI auch noch ein Ohrpassstück, in dem sich der Lautsprecher für das Hörgerät befindet. Beim CI ist der Gehörgang frei.</p>
<p><img src="http://nikana.de/wp-content/uploads/2012/05/hybrid.jpg" alt="" title="Hybrid" width="600" height="600" class="alignnone size-full wp-image-1768" /><br />
<em>Hybrid-Sprachprozessor von der Firma Cochlear</em></p>
<p>Für mich ist das Hybrid-CI ein Segen. Jahrelang habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, mein Gehör zu verbessern, bin aber immer wieder gescheitert. Man sagte mir, dass ich für ein Hörgerät zu schlecht hören würde, für ein CI aber zu gut. Es schien kein medizinisches Hilfsmittel zu geben, das mir mein Wunschleben ermöglichen konnte. Zwar kam ich mit meiner Schwerhörigkeit durchaus zurecht, aber es gab zu viele Situationen, die unnötig stressig oder gar unmöglich zu bewältigen waren. Alltägliches wie Meetings mit mehreren Leuten, simple Telefonate, lockere Gespräche in der Kneipe nach Feierabend &#8211; all das war für mich entweder nicht möglich oder nur unter allergrößter Anstrengung zu bewältigen.  </p>
<p>Als ich das Hybrid entdeckte und man mir auch sagte, dass ich tatsächlich eine Kandidatin bin, war ich überglücklich. Allerdings war der Weg von der Operation zum sorgenfreien Einsatz des Hybrids nicht einfach, es dauerte gut zwei Jahre, bis ich wirklich vom Hybrid profitierte. Der Lernprozess ist langwierig und anstrengend, vor allem, wenn man wie ich erst spät operiert wird und nie gehörte Töne ganz neu lernen muss. Mir war von Anfang an bewusst, dass es nicht einfach sein wird; nur deshalb war die Herausforderung zu meistern. Es war sehr viel Geduld notwendig, sowohl von mir, als auch von meiner Familie, meinen Freunden und Kollegen.</p>
<p>Ich bin sehr froh, dass ich mich für das Hybrid entschieden habe. Zwar bin ich immer noch schwerhörig und es ist immer noch schwierig, weil nur ein Ohr versorgt wurde, aber im Vergleich zu früher ist doch alles um einiges leichter geworden. Nur für Meetings und laute Umgebungen bräuchte ich beide Ohren, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Deshalb möchte ich demnächst auch noch das linke Ohr operieren lassen, und zwar ebenfalls nach dem restgehörerhaltendem EAS-Verfahren (EAS = Elektrisch-akustische Stimulation).</p>
<p><strong>War das schon alles?</strong><br />
Nein. Dieser Artikel ist weit davon entfernt, vollständig zu sein. Es gibt noch viel mehr Hörgeräte, wie z.B. Knochenleitungsimplantate. Da diese für meine Art der Schwerhörigkeit aber ungeeignet sind, habe ich mich noch nie mit diesen Geräten auseinandergesetzt und kann folglich auch nichts dazu sagen. Auch Hörgerät, CI und Hybrid sind nicht vollständig beschrieben, sondern sehr oberflächlich, um einen allgemeinen Überblick zu bieten.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nikana.de/2012/05/horgerat-ci-und-hybrid-was-ist-das-eigentlich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>ARD und ZDF wollen mehr Untertitel anbieten</title>
		<link>http://nikana.de/2011/12/ard-und-zdf-wollen-mehr-untertitel-anbieten/</link>
		<comments>http://nikana.de/2011/12/ard-und-zdf-wollen-mehr-untertitel-anbieten/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 10:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikana</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lauscher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nikana.de/?p=1539</guid>
		<description><![CDATA[Laut digitalfernsehen.de möchten die ARD und das ZDF das Untertitelangebot ausbauen. Das ZDF will bestimmte Sendungen untertiteln und die ARD bis Ende 2013 alle Erstsendungen. Die ARD plant weiterhin, mehr Hörfilmfassungen für Blinde und Sehbehinderte anzubieten, was ich ebenfalls sehr gut finde. Zwar ist durch die Neuerungen immer noch keine 100-prozentige Untertitelung gegeben, aber es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Laut <a href="http://www.digitalfernsehen.de" target="_blank">digitalfernsehen.de</a> möchten die ARD und das ZDF das Untertitelangebot ausbauen. Das <a href="http://www.digitalfernsehen.de/ZDF-will-Angebote-fuer-Hoer-und-Sehbehinderte-ausweiten.74114.0.html" target="_blank">ZDF will bestimmte Sendungen untertiteln</a> und die <a href="http://www.digitalfernsehen.de/Spitzenverbaende-der-Behinderten-begruessen-Plaene-der-ARD.69817.0.html" target="_blank">ARD bis Ende 2013 alle Erstsendungen</a>. Die ARD plant weiterhin, mehr Hörfilmfassungen für Blinde und Sehbehinderte anzubieten, was ich ebenfalls sehr gut finde.</p>
<p>Zwar ist durch die Neuerungen immer noch keine 100-prozentige Untertitelung gegeben, aber es ist immerhin ein Anfang. Ich hoffe sehr, dass diese Pläne umgesetzt und die Untertitel weiterhin stetig ausgebaut werden. Am besten gleich in einer Qualität, die mit der <a href="http://nikana.de/2011/07/untertitel-anderswo/" target="_blank">in den USA vergleichbar</a> ist.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nikana.de/2011/12/ard-und-zdf-wollen-mehr-untertitel-anbieten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ab jetzt wird gebärdet!</title>
		<link>http://nikana.de/2011/10/ab-jetzt-wird-gebardet/</link>
		<comments>http://nikana.de/2011/10/ab-jetzt-wird-gebardet/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 15:35:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikana</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lauscher]]></category>
		<category><![CDATA[Rest]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nikana.de/?p=1300</guid>
		<description><![CDATA[OK, ganz so schnell geht es natürlich nicht. Aber ich habe heute den Anfang gemacht, indem ich mich an der Volkshochschule für den Kurs &#8220;Deutsche Gebärdensprache I&#8221; angemeldet habe. Natürlich werde ich im Rahmen eines Semesters unmöglich die ganze Gebärdensprache lernen können, aber wenigstens werde ich einen Überblick bekommen und dann entscheiden, ob ich im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>OK, ganz so schnell geht es natürlich nicht. Aber ich habe heute den Anfang gemacht, indem ich mich an der Volkshochschule für den Kurs &#8220;Deutsche Gebärdensprache I&#8221; angemeldet habe. Natürlich werde ich im Rahmen eines Semesters unmöglich die ganze Gebärdensprache lernen können, aber wenigstens werde ich einen Überblick bekommen und dann entscheiden, ob ich im nächsten Semester weitermachen möchte.</p>
<p>Ich mache das übrigens nicht, weil ich fürchte, irgendwann auf die Gebärdensprache angewiesen zu sein &#8211; in meinem Alltag würde die mir ohnehin nicht weiterhelfen &#8211; sondern, weil ich mich für Sprachen interessiere und die Gebärdensprache sehr faszinierend finde. Ich freue mich darauf!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nikana.de/2011/10/ab-jetzt-wird-gebardet/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Glücksmomente</title>
		<link>http://nikana.de/2011/08/gluecksmomente/</link>
		<comments>http://nikana.de/2011/08/gluecksmomente/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Aug 2011 07:35:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikana</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lauscher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nikana.de/?p=1255</guid>
		<description><![CDATA[Wenn man plötzlich trotz mieser Lautsprecherqualität (Laptop) raushört, dass Axl Rose am Anfang von Patience pfeift &#8230; Ihr ahnt gar nicht, wie glücklich Hören macht!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man plötzlich trotz mieser Lautsprecherqualität (Laptop) raushört, dass Axl Rose am Anfang von <a href="http://www.myvideo.de/watch/5568558/Guns_N_Roses_Patience" target="_blank">Patience</a> pfeift &#8230; Ihr ahnt gar nicht, wie glücklich Hören macht!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nikana.de/2011/08/gluecksmomente/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Untertitel anderswo II</title>
		<link>http://nikana.de/2011/08/untertitel-anderswo-ii/</link>
		<comments>http://nikana.de/2011/08/untertitel-anderswo-ii/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Aug 2011 07:13:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikana</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lauscher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nikana.de/?p=1219</guid>
		<description><![CDATA[Als Fan amerikanischer Filme gehörte ein Kinobesuch in Seattle natürlich zum Pflichtprogramm. Nur ist ein Kinogang für mich oft frustrierend, weil ich mehr als die Hälfte nicht verstehe. Deshalb googelte ich vorher nach Kinos, die Untertitel für Schwerhörige anbieten, und wurde direkt fündig. Im Regal Seattle gibt es ein grandioses Untertitelsystem: Die Untertitel werden nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Fan amerikanischer Filme gehörte ein Kinobesuch in Seattle natürlich zum Pflichtprogramm. Nur ist ein Kinogang für mich oft frustrierend, weil ich mehr als die Hälfte nicht verstehe. Deshalb googelte ich vorher nach Kinos, die Untertitel für Schwerhörige anbieten, und wurde direkt fündig. Im <a href="http://www.regmovies.com/" target="_blank">Regal Seattle</a> gibt es ein grandioses Untertitelsystem: Die Untertitel werden nicht auf der Leinwand eingeblendet, sondern laufen auf einer Spezialbrille mit, die man sich kostenlos an der Kinokasse ausleihen kann. Auf diese Weise können schwerhörige und gehörlose Menschen einen Filmabend im Kino genießen, und Normalhörende fühlen sich von den Untertiteln nicht genervt.</p>
<p><img src="http://nikana.de/wp-content/uploads/2011/08/untertitelbrille.jpg" alt="" title="Untertitelbrille" width="500" height="375" class="alignnone size-full wp-image-1220" /><br />
<em>Bild: Untertitelbrille (iPhone-Foto, die Qualität lässt leider zu wünschen übrig).</em></p>
<p>Erst dachte ich, dass die Untertitel zu schwer lesbar wären, aber nachdem ich die Brille einige Male hin und her rückte, passte es. Auch die anfänglichen Kopfschmerzen verschwanden, nachdem ich den richtigen Winkel gefunden hatte. Die Brille bietet zudem einige Einstellungsmöglichkeiten: Man kann die Entfernung einstellen (nah, mittel, fern) und zwischen zwei Schriftgrößen wählen (klein und groß) und den Sprachkanal einstellen. Drei verschiedene Kanäle gibt es, somit ist die Brille auch für Liebhaber des Originaltons nützlich, wenn sie zusätzlich gerne Untertitel in der Originalsprache oder Landessprache haben möchten.</p>
<p>Die Schrift liest sich wie ein LED-Display: Neongrün und grobpixelig, aber durchaus gut lesbar. Bei sehr hellen Bildern hatte ich manchmal leichte Probleme, aber in diesem Fall kann man einfach kurz in den dunklen Kinosaal schauen, um den Text lesen zu können. Vom Film geht dadurch nicht viel verloren, jedenfalls nicht für jemanden, der es ohnehin gewohnt ist, untertitelte Filme zu schauen.</p>
<p>Nachteile gibt es allerdings auch: Die Brille ist recht schwer, auch 30 Minuten nach Filmende konnte man noch sehr genau sehen, wo die Brille auf meiner Nase saß. Brillenträger haben vermutlich keine Chance, die Untertitelbrille vor der regulären Brille zu tragen &#8211; ich habe es gar nicht erst versucht und bin auf Kontaktlinsen ausgewichen. Aber das sind alles Dinge, die bei Weiterentwicklungen berücksichtigt werden können. Wichtig ist, dass es das System überhaupt gibt. Perfekt wäre es, wenn es auch in Deutschland kommen würde, und zwar nicht nur in Großstadtkinos, sondern flächendeckend. Aber da mache ich mir keine allzu großen Hoffnungen, Deutschland hinkt in Sachen Untertitel ohnehin weit hinterher.</p>
<p>Angeschaut habe ich mir übrigens &#8220;Horrible Bosses&#8221;, ein trotz einiger recht flacher Witze sehenswerter Film mit tollen Schauspielern. Einzig Charlie Day (Dale), der für die meisten flachen Witze verantwortlich war, ging mir ein bisschen auf die Nerven. Grandios fand ich die Darstellung der Horrible Bosses Dave Harken (superfieser Kevin Spacey) und Dr. Julia Harris (Jennifer Aniston in einer sehr ungewohnten Rolle).</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nikana.de/2011/08/untertitel-anderswo-ii/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Untertitel anderswo</title>
		<link>http://nikana.de/2011/07/untertitel-anderswo/</link>
		<comments>http://nikana.de/2011/07/untertitel-anderswo/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 01:09:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikana</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lauscher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nikana.de/?p=1184</guid>
		<description><![CDATA[Untertitel sind in Deutschland bei schwerhörigen und gehörlosen Menschen ein ewiges Frustthema. Die meisten Sendungen sind gar nicht untertitelt, und wenn es Untertitel gibt, lässt oft die Qualität zu wünschen übrig. In den USA scheint das anders zu sein. Vorhin zappte ich ein bisschen durch die Programme und blieb bei Sex and the City hängen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Untertitel sind in Deutschland bei schwerhörigen und gehörlosen Menschen ein ewiges Frustthema. Die meisten Sendungen sind gar nicht untertitelt, und wenn es Untertitel gibt, lässt oft die Qualität zu wünschen übrig.</p>
<p>In den USA scheint das anders zu sein. Vorhin zappte ich ein bisschen durch die Programme und blieb bei <strong>Sex and the City</strong> hängen. Ich suchte Untertitel auf der Fernbedienung, wurde direkt fündig und war begeistert vom klaren Schriftbild.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1185" title="Mr. Big" src="http://nikana.de/wp-content/uploads/2011/07/seattle-078-e1310949588729.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Bei einem Kinofilm sind Untertitel allerdings nichts besonderes, jedenfalls nicht bei einem amerikanischen Film. Was mich viel mehr verblüffte, ist die Tatsache, dass in der Werbepause ca. 50% der Spots untertitelt waren! Hierzulande kriegen wir es kaum hin, die Nachrichten zu untertiteln, und in Amerika gibts TV-Werbung zum Mitlesen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1186" title="Werbung" src="http://nikana.de/wp-content/uploads/2011/07/seattle-080-e1310949656998.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Natürlich kann man jetzt damit argumentieren, dass das reine Geldmacherei ist und Untertitel in der Werbung doof sind, aber darum geht es mir gar nicht. Mir geht es vielmehr darum, dass in einigen Ländern wirklich alle Möglichkeiten genutzt werden. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass die Menschen in Amerika viel natürlicher mit der Schwerhörigkeit umgehen, ich habe es heute dreimal erlebt, dass meine Gesprächspartner automatisch langsamer und deutlicher gesprochen haben, sobald sie mein CI bemerkten. Diese richtige Reaktion hat mich etwas verblüfft, denn in Deutschland reden die Leute normalerweise automatisch sehr viel lauter, was meistens wenig hilfreich ist. Entweder sind die Amerikaner besser informiert, oder sie tun instinktiv das Richtige.</p>
<p>Alles ist natürlich nicht perfekt. Leute, die genervt reagieren, wenn ich sie nicht sofort (oder mit viel Pech gar nicht) verstehe, gibt es hier natürlich auch. Und die Untertitel funktionieren auch nicht überall. Nicht alle Sender scheinen Untertitel zu nutzen und bei Live-Untertiteln fehlt mehr als die Hälfte. 100% Untertitel bei Livesendungen halte ich allerdings auch für absolut unmöglich, da müsste ein Fließtext direkt über den kompletten Bildschirm laufen und ein absoluter Profi (Schnelltipper, perfektes Gehör) mittippen. Anders ist eine vollständige Untertitelung beim normalen Sprechtempo bei Interviews, Talkshows und dergleichen nicht machbar.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Ich muss mich korrigieren. Gestern Abend habe ich noch einen Nachrichtensender gefunden, bei dem die Untertitel immer 100% stimmten, egal ob bei Interviews oder bei vom Teleprompter abgelesenen Texten. Sie liefen relativ schnell mit (vierzeilig, Fließtext) und waren für einen geübten Untertitelleser leicht erfassbar. Sie liefen nur leicht zeitverzögert, kein Vergleich zu den lahmen und extrem zusammengekürzten Untertiteln in Deutschland. Sehr nachahmenswert!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nikana.de/2011/07/untertitel-anderswo/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Können Tauben eigentlich lachen?</title>
		<link>http://nikana.de/2011/06/konnen-tauben-eigentlich-lachen/</link>
		<comments>http://nikana.de/2011/06/konnen-tauben-eigentlich-lachen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 18 Jun 2011 13:12:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikana</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lauscher]]></category>
		<category><![CDATA[Rest]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nikana.de/?p=1081</guid>
		<description><![CDATA[Wenn sich früher jemand bei mir beschwerte, dass ihn diverse Vögel viel zu früh wecken würden, kicherte ich immer nur und meinte, dass die mir ja zum Glück nichts anhaben könnten, weil ich sie nicht hören würde. Mittlerweile höre ich die Piepmätze dank CI zwar auch, aber wecken können sie mich immer noch nicht, weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn sich früher jemand bei mir beschwerte, dass ihn diverse Vögel viel zu früh wecken würden, kicherte ich immer nur und meinte, dass die mir ja zum Glück nichts anhaben könnten, weil ich sie nicht hören würde. Mittlerweile höre ich die Piepmätze dank CI zwar auch, aber wecken können sie mich immer noch nicht, weil ich den Sprachprozessor im Bett natürlich nicht trage. Also schlummerte ich immer friedlich dem Weckerklingeln entgegen, unbehelligt von den Naturgewalten.</p>
<p><a href="http://nikana.de/wp-content/uploads/2011/06/DSC_2529.jpg"><img src="http://nikana.de/wp-content/uploads/2011/06/DSC_2529-e1308402426568.jpg" alt="" title="Vogel" width="600" height="896" class="alignnone size-full wp-image-1082" /></a><br />
<em>Symbolbild: Buntes und vorbildlich stilles Federvieh im Tropenhaus des Haus des Meeres in Wien.</em></p>
<p>Doch dann kamen die Tauben. Nein, nicht gehörlose Menschen, sondern die Tiere. Diese verteilen sich mit Vorliebe rund um meine Wohnung. Balkongeländer, Regenrinne am Dach, auf dem Fensterbrett vor dem Badezimmerfenster und auf dem Fensterbrett vor dem Schlafzimmerfenster. Letzteres scheinen sie in den frühen Morgenstunden ganz besonders zu lieben, denn dort lässt sich wunderbar die aufgehende Sonne angurren. Und zwar mindestens so lange, bis ich wach bin. Denn Tauben gehören zu den 5 Prozent der Vögel, die ich dank ihrer tiefen Stimmen ohne CI höre. Tja, da sitzen sie nun, lassen nicht locker, bis ich endlich mit einem lauten Stöhnen wach werde, und dann, ich schwör!, lachen sie hämisch, bevor sie zufrieden davonflattern.</p>
<p>Bitte pfeift die Viecher wieder zurück, ich habe meine Lektion gelernt!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nikana.de/2011/06/konnen-tauben-eigentlich-lachen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das ewige Untertitel-Thema</title>
		<link>http://nikana.de/2011/04/das-ewige-untertitel-thema/</link>
		<comments>http://nikana.de/2011/04/das-ewige-untertitel-thema/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 07:57:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikana</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Lauscher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nikana.de/?p=957</guid>
		<description><![CDATA[Als schwerhöriger oder gehörloser Mensch ist man meistens auf Untertitel angewiesen, wenn man einen Film genießen möchte. Deshalb kaufe ich auch relativ viele DVDs &#8211; auf DVDs sind Untertitel, die bei mir immer mitlaufen. Nur musste ich leider in letzter Zeit feststellen, dass immer mehr Neuerscheinungen ohne englischsprachige Untertitel in den Handel kommen. Eigentlich ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als schwerhöriger oder gehörloser Mensch ist man meistens auf Untertitel angewiesen, wenn man einen Film genießen möchte. Deshalb kaufe ich auch relativ viele DVDs &#8211; auf DVDs sind Untertitel, die bei mir immer mitlaufen. Nur musste ich leider in letzter Zeit feststellen, dass immer mehr Neuerscheinungen ohne englischsprachige Untertitel in den Handel kommen. Eigentlich ist das aus der Sicht eines Schwerhörigen ein Luxusproblem, weil diese DVDs durchaus deutsche Untertitel haben, aber ich schaue englischsprachige Filme am liebsten im Original und da verwirren deutsche Untertitel oft mehr, als sie helfen. Vor allem, wenn ich den Satz tatsächlich verstehe und feststellen muss, dass die Übersetzung falsch oder schlecht ist. Außerdem habe ich bei englischen Untertiteln die erfreuliche Erfahrung gemacht habe, dass sie zu 99 Prozent  1:1 mit den Dialogen übereinstimmen. Deutsche Untertitel weichen häufig sogar von der deutschen Tonspur ab, was vermutlich damit zusammenhängt, dass die Untertitel und die Dialoge gesondert übersetzt werden. </p>
<p>Liebe DVD-Industrie: Ich bin wirklich dankbar, dass ihr bei synchronisierten Filmen nicht auch auf deutsche Untertitel verzichtet, aber bitte, führt die englischsprachigen wieder ein. Die 4-6 MB für die Untertitelspur machen den Braten auch nicht fett. Auf die deutsche Tonspur umschalten ist für mich keine Option, weil mich die falschen Lippenbewegungen dermaßen verwirren, dass ich erst recht nicht mehr folgen kann. Natürlich kann ich die DVDs in England bestellen, was ich auch fleißig tue, aber das kann doch nicht Sinn der Sache sein? Spontankäufe beim Bummel sind leider immer seltener möglich.</p>
<p>Und, wenn ich schon dabei bin: Bitte mehr deutsche Filme mit Untertiteln! Es kommt wirklich sehr selten vor, dass ein deutschsprachiger Film Untertitel mitliefert. Am meisten habe ich mich über <em>Das Leben der Anderen</em> geärgert &#8211; als die DVD auf den Markt kam, war eine Hörfassung für Blinde inklusive (was ich sehr gut finde), aber keine Untertitel für Schwerhörige/Gehörlose. Inzwischen wurde der Film im Fernsehen mit Untertiteln ausgestrahlt und meines Wissens sind diese jetzt auch auf der DVD, aber damals fand ich dieses Konzept sehr enttäuschend. Oder auch <em>Herr Lehmann</em> &#8211; den Film habe ich kurz nach Erscheinen der DVD zu schauen versucht, allerdings gab es keine deutschen Untertitel, nur englische. Versucht mal, einen deutschsprachigen Film mit englischen Untertiteln zu schauen, das geht noch weniger als umgekehrt. Zum Glück hatte ich die DVD nur ausgeliehen, nach 15 Minuten musste ich nämlich frustriert aufgeben. In Deutschland gibt es in der Hinsicht wirklich sehr viel Nachholbedarf, nicht nur auf DVD, sondern auch im Fernsehen.</p>
<p>Übrigens wäre es schön, wenn bei der Untertitelung deutscher Filme mehr Wert auf Genauigkeit gelegt würde. Bei deutschen Filmen weichen die Untertitel sehr oft von den Dialogen ab, was meiner Meinung nach kein Platzproblem ist, sondern eine Frage der Technik. Zum Beispiel beim <em>Tatort</em>: Die Dialoge werden in den Untertiteln oft stark gekürzt oder teilweise ganz verschluckt. Wenn man es aber schafft, die rasanten und wortreichen Dialoge bei den <em>Gilmore Girls</em> oder <em>The Big Bang Theroy</em> 1:1 als Untertitel darzustellen, dann schafft man es auch beim <em>Tatort</em>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nikana.de/2011/04/das-ewige-untertitel-thema/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hör-Update</title>
		<link>http://nikana.de/2011/04/hor-update/</link>
		<comments>http://nikana.de/2011/04/hor-update/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 06:49:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikana</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lauscher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nikana.de/?p=919</guid>
		<description><![CDATA[Ich hatte kürzlich eine E-Mail-Anfrage von einer Familie, die vor der schwierigen Entscheidung steht, ob sie ihr einjähriges Kind mit einem CI versorgen soll und deshalb nach Erfahrungsberichten sucht. Leider ist meine Antwort nicht angekommen, weil die E-Mail-Adresse des Absenders fehlerhaft war. Deshalb antworte ich hier, wenn auch etwas unpersönlicher. Es ist sowieso mal wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte kürzlich eine E-Mail-Anfrage von einer Familie, die vor der schwierigen Entscheidung steht, ob sie ihr einjähriges Kind mit einem CI versorgen soll und deshalb nach Erfahrungsberichten sucht. Leider ist meine Antwort nicht angekommen, weil die E-Mail-Adresse des Absenders fehlerhaft war. Deshalb antworte ich hier, wenn auch etwas unpersönlicher. Es ist sowieso mal wieder an der Zeit für einen Erfahrungsbericht.</p>
<p>Ich hoffe sehr, dass die betroffene Familie diesen Beitrag sieht. Liebe Familie, falls ihr noch weitere Fragen habt, könnt ihr gerne noch einmal das Kontaktformular nutzen &#8211; das gilt natürlich auch für alle anderen Leser, die lieber nicht die Kommentarfunktion nutzen möchten.</p>
<p>Vorab möchte ich sagen, dass der Erfahrungsbericht eines Erwachsenen nicht mit den Erfahrungen eines Kleinkindes zu vergleichen ist. Bei Erwachsenen ist das Gehör längst fertig ausgebildet. Wenn man im Erwachsenenalter das Hören neu erlernen muss, ist es extrem anstrengend, ermüdend, schwierig und in manchen Fällen sogar unmöglich. Nicht umsonst werden CI-Operationen bei erwachsenen Menschen, die nie gehört und auch nicht richtig sprechen gelernt haben, oft abgelehnt.</p>
<p>Generell ist es in Sachen CI so, dass man sich nie direkt mit einem anderen CI-Träger vergleichen sollte, auch wenn man gleichaltrig ist. Es verläuft bei jedem anders, manche lernen das Hören mit dem CI extrem schnell, bei anderen dauert es Jahre und bei wieder anderen klappt es leider nie. Das darf man nie vergessen. Das erklärt einem normalerweise auch jede Klinik, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass das viele verdrängen. Es ist mir schon oft passiert, dass mich jemand fragte, wie es bei mir gerade läuft. Wenn ich antwortete, dass es sehr langsam voran geht, dass meine Werte sich seit der letzten Anpassung kaum verändert hatten, erntete ich oft einen erstaunten Blick und die Aussage: „Aber du wurdest ungefähr zur selben Zeit operiert wie ich, ich bin viel weiter! Übst du auch genug?“ So etwas lässt mich immer nur tief aufseufzen. Alles im Leben läuft unterschiedlich ab. Das eine Kind lernt schneller laufen als das andere, aber das heißt noch lange nicht, dass mit dem langsameren Kind etwas nicht stimmt oder dass es nicht ausreichend übt. Es liegt einfach nur daran, dass die Menschen verschieden sind, es gibt keine Norm. Wenn jemand z.B. nur ein Jahr taub war, kann es sein, dass er direkt nach dem ersten Einschalten des CIs etwas versteht. Es kann aber auch sein, dass er absolut nicht damit zurechtkommt, obwohl man es aufgrund der Hörbiografie erwarten sollte. Deshalb an alle CI-Interessierten: Nehmt alle Erfahrungsberichte mit, die ihr kriegen könnt (habe ich auch gemacht), aber vergleicht euch oder euer Kind später nicht damit. Damit tut ihr euch keinen Gefallen. Horcht in euch hinein, macht das, was für euch richtig ist und macht um Himmels Willen kein Wettrennen oder etwas ähnliches daraus. Wenn es etwas länger dauert, dann ist es eben so. Aber das ist nicht schlechtes, auch wenn es die Geduld teilweise überstrapaziert &#8211; ich weiß, wovon ich rede, ich bin so ein „langsames Kind“ und gleichzeitig der ungeduldigste Mensch der Welt.</p>
<p>Jetzt aber zu meinen Erfahrungen: Nach 1 1/2 Jahren kann ich durchaus sagen, dass das eine der besten Entscheidungen war, die ich jemals getroffen habe. Ich komme viel besser im Alltag zurecht, verstehe die meisten Leute spätestens nach dem zweiten Nachfragen (früher musste ich teilweise unglaublich oft nachfragen und habe irgendwann frustriert aufgegeben) und, was für mich sehr wichtig ist, ich komme besser mit Fremdsprachen zurecht. Früher habe ich oft nicht herausgehört, welche Sprache mein Gegenüber überhaupt spricht, wenn ich ihn nicht verstanden habe. Inzwischen höre ich es nicht nur meistens heraus, sondern kann auch auf Englisch mit fremden Menschen kommunizieren. Das war früher absolut unmöglich, denn obwohl mein Englisch schon vor dem CI recht gut war, habe ich einfach nichts verstanden, es war ein undurchdringliches Blabla. Inzwischen ist alles viel deutlicher geworden. Zwar bin ich immer noch schwerhörig und das wird sich vermutlich auch nie ändern, aber das ist eher eine mittelschwere Schwerhörigkeit, die irgendwann vielleicht sogar mal zu einer leichten Schwerhörigkeit wird.</p>
<p>Mit Musik komme ich ebenfalls gut zurecht, ich glaube, da spielt mein Restgehör eine große Rolle. Inzwischen nehme ich nicht nur viel mehr Instrumente wahr, ich verstehe auch die Texte, wenn auch eher bruchstückhaft. Ich höre oft raus, in welcher Sprache gesungen wird und erkenne bei fremden Liedern manchmal sogar, wie sie heißen, das ist etwas, was mir früher nie gelungen ist. Ich erinnere mich daran, wie ich im Teenageralter eine Freundin fragte, ob sie wisse, welches Lied da gerade gespielt wird. Ihre Antwort verblüffte mich total: „Noch nicht, aber wart mal &#8230;“ Einige Takte später konnte sie mir tatsächlich den Titel nennen und ich nur total erstaunt fragen: „Wie machst du das?“, was sie wiederum regelrecht schockierte.</p>
<p>Schwierigkeiten gab es natürlich auch, im ersten Jahr fand ich das Hörenlernen extrem anstrengend. Die ersten Wochen waren schrecklich und schön zugleich, alles war neu, alles hat gepfiffen. Ich habe Sprache am Anfang so gut wie gar nicht mehr verstanden, weil ich vorher die Höhen nicht hatte, die viele Laute ausmachen, und quasi jeder beim Sprechen gepfiffen hat. Anstelle eines S habe ich nur einen Pfeifton gehört. Das gibt sich mit der Zeit, dafür braucht man eine Menge Geduld. Es war aber nicht einfach, in den ersten Wochen habe ich oft das CI ausgeschaltet, wenn ich einem Gespräch gar nicht mehr folgen konnte. Inzwischen kann ich nicht mehr folgen, wenn es aus ist &#8230;</p>
<p>Wie es mir in der Anfangszeit erging, habe ich im Blog recht ausführlich festgehalten:</p>
<ul>
<li><a href="http://nikana.de/2009/08/der-erste-tag/">Der erste Tag</a></li>
<li><a href="http://nikana.de/2009/09/zweiter-und-dritter-tag/">Zweiter und dritter Tag</a></li>
<li><a href="http://nikana.de/2009/09/vierter-tag/">Vierter Tag</a></li>
<li><a href="http://nikana.de/2009/09/nebenwirkungen/">Nebenwirkungen</a></li>
<li><a href="http://nikana.de/2009/09/du-hoerst-ja-schlechter-als-vorher">Du hörst ja schlechter als vorher!</a></li>
</ul>
<p>(Und alle anderen Artikel aus der Kategorie <a href="http://nikana.de/category/lauscher/">Lauscher</a>)</p>
<p>Mittlerweile ist das CI für mich im Alltag so wichtig geworden, dass ich nicht mehr darauf verzichten möchte. Deutlich wurde das auch kürzlich, als ich in der Stadt unterwegs war und vorher vergessen hatte zu prüfen, ob ich frische Batterien dabei hatte. Ich hatte keine dabei, und leider ging die Kapazität der alten auch während des Bummels zur Neige. Ich stand mitten in der Stadt, hörte von dem lebhaften Tun um mich herum nur noch ein Grundbrummen und kam mir komplett hilflos vor. Eigentlich wollte ich mir eine neue Sonnenbrille kaufen, habe dann aber verzichtet, weil mir die Kommunikation mit den Verkäufern zu schwierig gewesen wäre &#8211; der Optiker hätte mir einen Schrank aufschließen müssen, hätte bestimmt Fragen gehabt, etc. Der Heimweg mit dem Rad war ebenfalls wenig lustig, ich höre zwar ohne CI durchaus Autos, kann aber nicht einschätzen wie schnell sie sind und wie nahe sie schon sind. Ich musste so häufig an Kreuzungen und unübersichtlichen Stellen in alle Richtungen schauen, dass ich ständig ins Straucheln geriet. Zuhause legte ich sofort ein frische Batterien an die Luft und öffnete eine Flasche Mineralwasser, die ich ohne hinzuschauen sofort Tisch stellte. Kurz darauf bemerkte ich die Pfütze, die sich in beängstigender Nähe zum Laptop gebildet hatte &#8211; die Flasche war übergesprudelt, wie es so oft bei Plastikflaschen passiert. Ich hatte das Zischen nicht gehört, das mir sonst immer hilft, derartige Situationen abzuwenden.</p>
<p>Ohne CI arten für mich ganz normale Alltagshandlungen in Stress aus. Ich kann mich mittlerweile in sehr vielen Situationen auf mein Gehör verlassen und tue es schon lange unbewusst. Das CI ist mittlerweile ein Teil von mir selbst, kein Fremdkörper mehr. Natürlich gibt es auch noch Situationen, in denen ich das CI bewusst abstelle und es genieße, z.B. wenn ich in der Bahn unterwegs bin und mir die Geräuschkulisse zum Lesen zu laut ist. Aber das sind natürlich ganz andere Situationen, die bewusst herbeigeführt werden. Wenn ich auf einmal komplett unerwartet ohne CI dastehe, macht es weitaus weniger Spaß.</p>
<p>Abschließend möchte ich sagen, dass ich es Eltern auf jeden Fall empfehlen möchte, im Internet nach anderen Eltern zu suchen, deren Kind im gleichen Alter operiert wurde. Auch wenn hier ebenfalls ein 1:1 Vergleich nicht möglich ist, liegen die Erfahrungswerte jedoch vermutlich näher an den eigenen als die eines Erwachsenen. Ein einjähriges Kind ist mitten in der Hörlernphase und nimmt die Veränderungen über ein CI wahrscheinlich ganz anders wahr, als es ein Erwachsener tut. Das Schwierige ist, dass man von dem Kind selbst eher keinen Erfahrungsbericht bekommen kann, aber ich hoffe, dass die Eltern des Kindes weiterhelfen können.</p>
<p>Viele Kliniken führen übrigens auch Kontaktlisten und geben auf Anfrage Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse raus &#8211; natürlich nur von Patienten, die der Weitergabe ausdrücklich zugestimmt haben und selbstverständlich ohne weitere Daten. Es ist einen Versuch wert, bei der Klinik nach Kontaktdaten von Eltern zu fragen, deren Kind in einem ähnlichen Alter operiert wurde. Bei Kliniken mit vielen CI-Patienten findet man vielleicht auch vor Ort Eltern, mit denen man sich austauschen kann. In Freiburg sind z.B. immer genügend Patienten im Implant Centrum, mit denen man Gespräche führen kann.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nikana.de/2011/04/hor-update/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Stille Wasser&#8230;</title>
		<link>http://nikana.de/2011/01/stille-wasser/</link>
		<comments>http://nikana.de/2011/01/stille-wasser/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Jan 2011 08:13:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikana</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lauscher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://nikana.de/?p=873</guid>
		<description><![CDATA[In der Zeit steht gerade eine schöne Kolumne zur mündlichen Mitarbeit im Schulunterricht: &#8220;Man erzieht die Leute zu Dauerlaberern&#8221; Martenstein ruft darin zu Recht auf, mündliche Mitarbeit nicht mehr zu benoten, da diese gar nichts über das Wissen aussagt. Nur eine Stelle der Kolumne ist leider nicht ganz korrekt: Mir ist aufgefallen, dass man zwar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Zeit steht gerade eine schöne Kolumne zur mündlichen Mitarbeit im Schulunterricht: <a href="http://www.zeit.de/2011/05/Martenstein" target="_blank">&#8220;Man erzieht die Leute zu Dauerlaberern&#8221;</a></p>
<p>Martenstein ruft darin zu Recht auf, mündliche Mitarbeit nicht mehr zu benoten, da diese gar nichts über das Wissen aussagt. Nur eine Stelle der Kolumne ist leider nicht ganz korrekt:</p>
<blockquote><p>Mir ist aufgefallen, dass man zwar nachdenkliche Menschen problemlos  diskriminieren darf, nicht aber Behinderte. Behinderte zu diskriminieren  ist erfreulicherweise tabu.</p></blockquote>
<p>Es mag tabu sein, aber es geschieht trotzdem. Bzw. ist zu meiner Schulzeit passiert. Als ich noch in der Schule war, hat meine mündliche Mitarbeit genauso gezählt wie die der Mitschüler, auch nachdem meine Behinderung bekannt war. Ich konnte einfach nicht mitreden, denn bis ich die Frage verstanden hatte, war es oft schon zu spät. Deshalb habe ich mich so gut wie nie gemeldet und mich auch nicht an Diskussionsrunden beteiligt. Eine Note für mündliche Mitarbeit habe ich trotzdem bekommen. Gut war sie nicht.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://nikana.de/2011/01/stille-wasser/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

