Kategorie-Archiv: Rest

Herbstliche Vitaminbombe

Jetzt ist der da, der Herbst. Und hat als höflicher Gast auch an ein Gastgeschenk gedacht: Eine nette Erkältung, hübsch verpackt und mit roten Schleifchen. Ich bin nicht ganz so höflich und lasse ungeliebte Geschenke gerne unauffällig verschwinden. Dabei hilft mir eines der leckersten Heißgetränke der Welt: Zitronen-Orangen-Tee mit frischem Ingwer und Honig. Das Rezept ist sehr simpel und die dazu passenden Zutaten bekommt man jetzt nahezu überall.

Zutaten für 1 Liter Wasser:

  • 3 Bio-Orangen
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 Stück Ingwer
  • Honig (ich bevorzuge kaltgeschleuderten Blütenhonig)

Orangen und Zitronen unter heißem Wasser gründlich waschen, halbieren und eine Zitronenhälfte sowie eine Orangenhälfte zur Seite legen. Rest auspressen und den Saft in eine Teekanne geben. Zitronen- und Orangenhälfte in Scheiben schneiden, eventuell vorhandene Kerne herauspulen und die Scheiben ebenfalls in die Teekanne geben. Ingwer schälen, in dünne Scheiben schneiden und, man ahnt es kaum, in die Teekanne geben. Mit heißem, aber nicht mehr kochendem Wasser übergießen und mit einem Esslöffel voller Honig umrühren, bis sich der Honig komplett verflüssigt hat. Einige Minuten ziehen lassen und genießen.

Sehr gut schmeckt es bestimmt auch mit etwas weniger Saft und frischer Minze, speziell Nanaminze. Jetzt muss ich nur noch frische Minze finden, damit ich es ausprobieren kann.

Ab jetzt wird gebärdet!

OK, ganz so schnell geht es natürlich nicht. Aber ich habe heute den Anfang gemacht, indem ich mich an der Volkshochschule für den Kurs “Deutsche Gebärdensprache I” angemeldet habe. Natürlich werde ich im Rahmen eines Semesters unmöglich die ganze Gebärdensprache lernen können, aber wenigstens werde ich einen Überblick bekommen und dann entscheiden, ob ich im nächsten Semester weitermachen möchte.

Ich mache das übrigens nicht, weil ich fürchte, irgendwann auf die Gebärdensprache angewiesen zu sein – in meinem Alltag würde die mir ohnehin nicht weiterhelfen – sondern, weil ich mich für Sprachen interessiere und die Gebärdensprache sehr faszinierend finde. Ich freue mich darauf!

Können Tauben eigentlich lachen?

Wenn sich früher jemand bei mir beschwerte, dass ihn diverse Vögel viel zu früh wecken würden, kicherte ich immer nur und meinte, dass die mir ja zum Glück nichts anhaben könnten, weil ich sie nicht hören würde. Mittlerweile höre ich die Piepmätze dank CI zwar auch, aber wecken können sie mich immer noch nicht, weil ich den Sprachprozessor im Bett natürlich nicht trage. Also schlummerte ich immer friedlich dem Weckerklingeln entgegen, unbehelligt von den Naturgewalten.


Symbolbild: Buntes und vorbildlich stilles Federvieh im Tropenhaus des Haus des Meeres in Wien.

Doch dann kamen die Tauben. Nein, nicht gehörlose Menschen, sondern die Tiere. Diese verteilen sich mit Vorliebe rund um meine Wohnung. Balkongeländer, Regenrinne am Dach, auf dem Fensterbrett vor dem Badezimmerfenster und auf dem Fensterbrett vor dem Schlafzimmerfenster. Letzteres scheinen sie in den frühen Morgenstunden ganz besonders zu lieben, denn dort lässt sich wunderbar die aufgehende Sonne angurren. Und zwar mindestens so lange, bis ich wach bin. Denn Tauben gehören zu den 5 Prozent der Vögel, die ich dank ihrer tiefen Stimmen ohne CI höre. Tja, da sitzen sie nun, lassen nicht locker, bis ich endlich mit einem lauten Stöhnen wach werde, und dann, ich schwör!, lachen sie hämisch, bevor sie zufrieden davonflattern.

Bitte pfeift die Viecher wieder zurück, ich habe meine Lektion gelernt!

Sommer

Auf der Wiese liegen. Auf Bäume klettern. Blumen pflücken. Baumhäuser bauen. Kirschbäume plündern. Füße in den Dorfbach hängen. Wasserbombenschlachten. In rauen Mengen Wassereis essen. Sommersprossen zählen. Blaue Flecken zählen. Heftpflaster zählen. Barfuß über den heißen Asphalt hüpfen. Der Dorffußballmannschaft zujubeln. Dem Eiswagen nachrennen. Die Luft nach dem Sommerregen inhalieren. Rollschuh laufen. Rad fahren. Gummitwist spielen. Hüpfkästchen. Schnitzeljagd. Verstecken. Ich sehe was, was du nicht siehst. Abklatschen. Barbiepuppen. Fußball. Völkerball. Pfannkuchen mit Kopfsalat. Radieschen. Selbstgesammelte Pfifferlinge. Steinpilze. Blaubeeren. Walderdbeeren. Sauerampfer. Gänseblümchenketten basteln. Eidechsen und Blindschleichen beobachten. Grashüpfer fangen. Hufmännel suchen. Nachbars Pferde füttern. Eisgekühlte Wassermelone. Pommes auf der Schwimmbadwiese. Rhabarberkuchen mit Baiserhaube. Erdbeerkuchen mit Schlagsahne. Frischgepflückte Tomaten. Bohnengemüse mit Spiegelei. Unter dem Rasensprenger durchrennen. Im Sommeregen tanzen. Auf Sandsteinfelsen klettern. Im Burgruinenkeller den Geist des Ritters suchen. Urzeitkrebse züchten. Micky Maus lesen. Tierposter aus der Apotheke aufhängen. Pippi Langstrumpf. Anne auf Green Gables. Origami. Das Ferienprogramm im ZDF. Weidenflöten schnitzen. Raider. Ed von Schleck. Solarzeppelin auf dem Sportplatz steigen lassen. Halbgeschmolzene Schokozigaretten. Schleckmuscheln. Regenwürmer ausgraben. Holzschiffchen basteln. Flieger aus Kastanienblättern. Haarkränze aus Wiesenblumen. Das Leben genießen. Lachen.

Nie erwachsen werden müssen. Dorfkindheit im Sommer. ♥

Spielkind

Gestern war ich draußen, mein neues Spielzeug (Nikkor 50mm f/1.4) ausprobieren. Festbrennweite ist sehr gewöhnungsbedürftig, meistens muss ich erst einige Schritte zurück gehen, bevor ich fotografieren kann. (Notiz an mich: Immer erst zurückgucken, dann gehen!) Auch zwingt mich dieses Objektiv dazu, mich endlich intensiv mit Blende und Belichtung auseinanderzusetzen, was allerdings auch richtig Spaß macht, da man die Unterschiede sofort sieht. Ich hatte sehr lange Zeit nur ein Objektiv (18-105 mm) und mit diesem mehr geknipst, als halbwegs professionell ranzugehen, da es meistens ausreichend war. Natürlich spielte ich auch mit Blende und Belichtung, aber meistens auf gut Glück ohne genau zu wissen, was ich tat. Damit ist jetzt Schluss, aus der neuen Linse möchte ich alles herausholen können, und mit etwas Glück, den passenden Einstellungen und auch Akrobatik kann das sehr viel sein.

Ganz schön bunt hier!

Am Sonntag habe ich mich vor allem an Selbstporträts gehalten, einerseits, weil die 50mm-Linse perfekt für Porträts ist, andererseits, weil ich mich vor der Kamera anstelle wie der Ochs vorm Berg und nur selten ein wirklich brauchbares Bild rauskommt. Deshalb habe ich geübt, entspannt in die Kamera zu schauen. Auf den meisten Bildern schaute ich wieder “wie ein Gockel wenn’s blitzt”, wie meine Mutter immer zu sagen pflegte, eine Mischung aus fragend und erschrocken, obwohl ich ja den Auslöser selbst in der Hand hatte und es keinerlei Anlass zum Erschrecken gab. Aber alte Gewohnheiten kann man nur schlecht ablegen. Mit der Zeit stellte ich fest, dass es am besten klappt, wenn ich die Brille abnehme. Da ich dann ohnehin nur noch verschwommene Umrisse wahrnehme, kann ich mich trotz der bedrohlichen Kamera recht gut entspannen.

Wanna know a secret?

Am liebsten würde ich jetzt den ganzen Tag üben, lernen, und Bilder bearbeiten. Ich freue mich jetzt schon auf den Feierabend, dann geht’s weiter.

Bokeh ist toll!

Eigentlich wollte ich ja lesen, im Kerzenschein, ganz romantisch. Ohne Brille, weil ich die zum Lesen nicht brauche. Aber als ich kurz von meinem Buch hochschaute, sah ich etwas, was ich einfach festhalten musste: Eine Kerze mit grandiosem Wachsmuster, dahiner ein tolles Bokeh.Tatsächlich sehe ich die Szene in meinem Wohnzimmer ohne Brille fast genauso wie auf dem Bild, nur dass die Lichter im Hintergrund nicht so glatt sind, sondern eher an Schneeflocken erinnern. Perfekte Umgebung, um weiterhin in einem meiner Lieblingsbücher zu lesen.

Nacht

Ich bin dann mal wieder weg (Aktuelle Lektüre: Anne of the Island von L.M. Montgomery. Loved it then, love it now, will always love it. ♥ )

Schreib mal wieder!

Twitter und Facebook sind böse. Beide Plattformen bringen mich dazu, meine Gedanken sofort loszuwerden, wenn ich sie für spannend genug halte, um sie mit der Welt zu teilen. Das wiederum führt dazu, dass ich mein Blog noch mehr vernachlässige als sonst – auf Twitter und Facebook geht es einfach schneller. Obwohl beide Netzwerke ihre Vorteile haben, auf die ich im Moment nicht verzichten möchte, habe ich mir vorgenommen, mich öfter wieder ausführlicher zu melden. Eigentlich gibt’s so viel zu schreiben: Umzug, neue und geradezu exotische Umgebung, interessanter Job und damit verbundene Geschäftsreise (vielleicht sogar bald Reisen), neue Höreindrücke, undundund.

Deshalb werde ich künftig den Hintern wieder öfter hochkriegen und etwas mehr tippen. Wenn ich wieder zu nachlässig werde,  könnt ihr mir ruhig in den Hintern treten – dort, wo ich immer zu finden bin: Auf Facebook oder Twitter.


Blick aus meinem Dachfenster bei Sonnenuntergang. Klick macht groß.

Weiter gehts …

Inzwischen habe ich mich so halb am neuen Wohnort eingerichtet. Die Bücher stehen im Regal, ich kann mich fortbewegen, ohne ständig über Kartons zu stolpern und ich weiß, wo ich am besten einkaufen kann. Sogar mein heißgeliebtes Bier aus der Heimat habe ich hier gefunden, zwischen den unzähligen bayerischen Sorten, bei denen ich vermutlich niemals durchblicken werde.

Dennoch ist noch lange nicht alles getan. Als nächstes steht streichen auf dem Plan – die Wohnung wurde zwar erst vor kurzem renoviert, aber mit der terrakottabraunen Wand im Wohnzimmer kann ich mich nicht anfreunden. Deshalb werde ich die demnächst überstreichen – sobald ich mich endlich für eine Farbe entschieden habe. Danach folgt der zweite Teil der Einrichtung: Neue Möbel kaufen, aufbauen, restliche Kartons ausräumen. Umzüge ziehen sich bei mir immer über Monate dahin.

Was ich allerdings bisher kaum geschafft habe: Mir meinen neuen Wohnort richtig anzuschauen. Zwar weiß ich, wie ich ins Büro komme und wo ich Lebensmittel und andere notwendige Dinge besorgen kann, aber in der historischen und wirklich schönen Innenstadt Regensburgs war ich bisher so gut wie gar nicht. Am letzten Sonntag hat es für eine kleine Fototour gereicht, die allerdings zugegebenermaßen nur deshalb so kurz war, weil es einfach nur eisig kalt war und mir beim Fotografieren fast die Hände abgefroren sind. Ein bisschen konnte ich mir ein Bild von der Stadt machen und habe sogar auf Anhieb mein Rad wieder gefunden (yeah!), aber es gibt immer noch jede Menge zu entdecken, vor allem viele enge Gassen, in denen keine Farbe zweimal vorkommt. Selten habe ich so eine farbenfrohe Innenstadt gesehen wie hier in Regensburg.

Schwer tue ich mir noch mit dem Dialekt, auch wenn es schon besser läuft als in den ersten beiden Wochen. Selbst auf Hochdeutsch kann kaum jemand den Dialekt unterdrücken – diejenigen, die ohne Dialekt sprechen, sind vermutlich alle zugezogen. Ich mag Dialekte sehr, schließlich habe ich selbst die ersten 19 Jahre meines Lebens ausschließlich pfälzisch gesprochen, aber mich an einen komplett neuen Dialekt zu gewöhnen ist gar nicht so einfach. Oft genug habe ich nicht die geringste Ahnung, was meine Gesprächspartner von mir wollen – nicht, dass das für mich eine neue Situation wäre, für Schwerhörige ist das eher Alltag. Aber es fällt mir schwerer, zu erraten, was sie meinen könnten. Für Spannung ist auf jeden Fall gesorgt.