Kategorie-Archiv: Rest

Spielkind

Gestern war ich draußen, mein neues Spielzeug (Nikkor 50mm f/1.4) ausprobieren. Festbrennweite ist sehr gewöhnungsbedürftig, meistens muss ich erst einige Schritte zurück gehen, bevor ich fotografieren kann. (Notiz an mich: Immer erst zurückgucken, dann gehen!) Auch zwingt mich dieses Objektiv dazu, mich endlich intensiv mit Blende und Belichtung auseinanderzusetzen, was allerdings auch richtig Spaß macht, da man die Unterschiede sofort sieht. Ich hatte sehr lange Zeit nur ein Objektiv (18-105 mm) und mit diesem mehr geknipst, als halbwegs professionell ranzugehen, da es meistens ausreichend war. Natürlich spielte ich auch mit Blende und Belichtung, aber meistens auf gut Glück ohne genau zu wissen, was ich tat. Damit ist jetzt Schluss, aus der neuen Linse möchte ich alles herausholen können, und mit etwas Glück, den passenden Einstellungen und auch Akrobatik kann das sehr viel sein.

Ganz schön bunt hier!

Am Sonntag habe ich mich vor allem an Selbstporträts gehalten, einerseits, weil die 50mm-Linse perfekt für Porträts ist, andererseits, weil ich mich vor der Kamera anstelle wie der Ochs vorm Berg und nur selten ein wirklich brauchbares Bild rauskommt. Deshalb habe ich geübt, entspannt in die Kamera zu schauen. Auf den meisten Bildern schaute ich wieder “wie ein Gockel wenn’s blitzt”, wie meine Mutter immer zu sagen pflegte, eine Mischung aus fragend und erschrocken, obwohl ich ja den Auslöser selbst in der Hand hatte und es keinerlei Anlass zum Erschrecken gab. Aber alte Gewohnheiten kann man nur schlecht ablegen. Mit der Zeit stellte ich fest, dass es am besten klappt, wenn ich die Brille abnehme. Da ich dann ohnehin nur noch verschwommene Umrisse wahrnehme, kann ich mich trotz der bedrohlichen Kamera recht gut entspannen.

Wanna know a secret?

Am liebsten würde ich jetzt den ganzen Tag üben, lernen, und Bilder bearbeiten. Ich freue mich jetzt schon auf den Feierabend, dann geht’s weiter.

Bokeh ist toll!

Eigentlich wollte ich ja lesen, im Kerzenschein, ganz romantisch. Ohne Brille, weil ich die zum Lesen nicht brauche. Aber als ich kurz von meinem Buch hochschaute, sah ich etwas, was ich einfach festhalten musste: Eine Kerze mit grandiosem Wachsmuster, dahiner ein tolles Bokeh.Tatsächlich sehe ich die Szene in meinem Wohnzimmer ohne Brille fast genauso wie auf dem Bild, nur dass die Lichter im Hintergrund nicht so glatt sind, sondern eher an Schneeflocken erinnern. Perfekte Umgebung, um weiterhin in einem meiner Lieblingsbücher zu lesen.

Nacht

Ich bin dann mal wieder weg (Aktuelle Lektüre: Anne of the Island von L.M. Montgomery. Loved it then, love it now, will always love it. ♥ )

Schreib mal wieder!

Twitter und Facebook sind böse. Beide Plattformen bringen mich dazu, meine Gedanken sofort loszuwerden, wenn ich sie für spannend genug halte, um sie mit der Welt zu teilen. Das wiederum führt dazu, dass ich mein Blog noch mehr vernachlässige als sonst – auf Twitter und Facebook geht es einfach schneller. Obwohl beide Netzwerke ihre Vorteile haben, auf die ich im Moment nicht verzichten möchte, habe ich mir vorgenommen, mich öfter wieder ausführlicher zu melden. Eigentlich gibt’s so viel zu schreiben: Umzug, neue und geradezu exotische Umgebung, interessanter Job und damit verbundene Geschäftsreise (vielleicht sogar bald Reisen), neue Höreindrücke, undundund.

Deshalb werde ich künftig den Hintern wieder öfter hochkriegen und etwas mehr tippen. Wenn ich wieder zu nachlässig werde,  könnt ihr mir ruhig in den Hintern treten – dort, wo ich immer zu finden bin: Auf Facebook oder Twitter.


Blick aus meinem Dachfenster bei Sonnenuntergang. Klick macht groß.

Weiter gehts …

Inzwischen habe ich mich so halb am neuen Wohnort eingerichtet. Die Bücher stehen im Regal, ich kann mich fortbewegen, ohne ständig über Kartons zu stolpern und ich weiß, wo ich am besten einkaufen kann. Sogar mein heißgeliebtes Bier aus der Heimat habe ich hier gefunden, zwischen den unzähligen bayerischen Sorten, bei denen ich vermutlich niemals durchblicken werde.

Dennoch ist noch lange nicht alles getan. Als nächstes steht streichen auf dem Plan – die Wohnung wurde zwar erst vor kurzem renoviert, aber mit der terrakottabraunen Wand im Wohnzimmer kann ich mich nicht anfreunden. Deshalb werde ich die demnächst überstreichen – sobald ich mich endlich für eine Farbe entschieden habe. Danach folgt der zweite Teil der Einrichtung: Neue Möbel kaufen, aufbauen, restliche Kartons ausräumen. Umzüge ziehen sich bei mir immer über Monate dahin.

Was ich allerdings bisher kaum geschafft habe: Mir meinen neuen Wohnort richtig anzuschauen. Zwar weiß ich, wie ich ins Büro komme und wo ich Lebensmittel und andere notwendige Dinge besorgen kann, aber in der historischen und wirklich schönen Innenstadt Regensburgs war ich bisher so gut wie gar nicht. Am letzten Sonntag hat es für eine kleine Fototour gereicht, die allerdings zugegebenermaßen nur deshalb so kurz war, weil es einfach nur eisig kalt war und mir beim Fotografieren fast die Hände abgefroren sind. Ein bisschen konnte ich mir ein Bild von der Stadt machen und habe sogar auf Anhieb mein Rad wieder gefunden (yeah!), aber es gibt immer noch jede Menge zu entdecken, vor allem viele enge Gassen, in denen keine Farbe zweimal vorkommt. Selten habe ich so eine farbenfrohe Innenstadt gesehen wie hier in Regensburg.

Schwer tue ich mir noch mit dem Dialekt, auch wenn es schon besser läuft als in den ersten beiden Wochen. Selbst auf Hochdeutsch kann kaum jemand den Dialekt unterdrücken – diejenigen, die ohne Dialekt sprechen, sind vermutlich alle zugezogen. Ich mag Dialekte sehr, schließlich habe ich selbst die ersten 19 Jahre meines Lebens ausschließlich pfälzisch gesprochen, aber mich an einen komplett neuen Dialekt zu gewöhnen ist gar nicht so einfach. Oft genug habe ich nicht die geringste Ahnung, was meine Gesprächspartner von mir wollen – nicht, dass das für mich eine neue Situation wäre, für Schwerhörige ist das eher Alltag. Aber es fällt mir schwerer, zu erraten, was sie meinen könnten. Für Spannung ist auf jeden Fall gesorgt.

 

Der Countdown läuft

Ab Montag wohne ich offiziell in dieser schönen Stadt. Freude und Trauer gehen Hand in Hand, im Moment überwiegt die Trauer. Die Vorstellung, meine Heimat zu verlassen, verursacht Magenschmerzen, Übelkeit, das ganze Programm. Natürlich wird es mir dort gefallen, dessen bin ich mir sicher, aber ein Neustart von diesem Ausmaß ist unfassbar schwierig. Es wird sich einpendeln, irgendwann. Jetzt muss ich jedoch weiter durch die erste Welle. Und mit dem Prokrastinieren aufhören, sonst fährt der LKW am Freitag leer los. Also, auf gehts, das Leben in Kisten packen. So seltsam das auch ist.

Den Blick aus meinem Bürofenster mag ich am liebsten, wenn es ein bisschen nebelig ist. Die hässlichen Schornsteine der Fabriken und das Atomkraftwerk verschwinden und Karlsruhe zeigt sich von seiner schönen Seite. Derzeit ist der Blick aus dem Fenster von etwas Wehmut begleitet, lange werde ich ihn nicht mehr genießen können. Im Februar wird sich alles ändern. Neuer Arbeitgeber, neue Stadt, neues Bundesland … neues Leben.

Obwohl Karlsruhe nicht mein Heimatort ist, fühlt es sich nach langen 13 Jahren sehr nach Heimat an. So schnell wird sich daran auch nichts ändern, denn home is nunmal where your heart is. Karlsruhe, my ♥, ich mag zwar wegziehen, aber das heißt nicht, dass ich dich vernachlässigen oder gar vergessen werde. Wir sehen uns noch. Häufig. Wenn auch nicht mehr aus dem Bürofenster.

Tschüss 2010. War schön mit dir!

2010 war ein recht interessantes Jahr, eigentlich war alles dabei. Sehr liebe und tolle Menschen kennengelernt, neue Freundschaften geschlossen, viele interessante Hörerfahrungen gemacht, eine weitreichende Entscheidung getroffen … Es hat Spaß gemacht, auch wenn es natürlich Momente gab, an die ich mich am liebsten nicht mehr erinnern würde.

Ich freue mich auf ein spannendes 2011, das vermutlich viel Stoff zum Bloggen bieten wird, so dass sich hier hoffentlich nicht wieder eine dicke Staubschicht ansetzen wird. Kommt gut ins neue Jahr!