Archiv der Kategorie: Unterwegs

Ponta de São Lourenço

Die Ponta de São Lourenço ist der östlichste Zipfel von Madeira und ein wunderschönes Stück Natur. Die Vegetation gab Ende August nicht mehr so viel her, aber dafür hat man einen wunderbaren Blick auf die Felsen, die einmalig schön sind. Die verschiedenen Gesteinsschichten in unterschiedlichen Farben, lange Rillen, die nach uralten Lavaströmen aussehen – wunderbar.

Ponta de São Lourenço

Ponta de São Lourenço

Und Meer, überall Meer. Die Ponta de São Lourenço ist eine schmal Halbinsel, immer wieder sieht man auf beiden Seiten der Wege das Meer aufblitzen. Schon beim Anflug auf Madeira fällt die Ponta de São Lourenço ins Auge, denn sie befindet sich direkt in der Anflugschneise und gehört zu den ersten Dingen, die man von der Insel sieht.

Ponta de São Lourenço

Ponta de São Lourenço

Ponta de São Lourenço

Die Wanderwege sind schmal und stellenweise etwas steil, aber gut gesichert und nicht zu verfehlen. Bei Gegenverkehr kann man recht gut ausweichen, was auch wichtig ist. Die Wanderroute ist sehr beliebt, außer uns waren noch jede Menge andere Menschen unterwegs.

Ponta de São Lourenço

Der steilste Abschnitt ist der Anstieg zum Pico du Furado, den höchsten Berg der Halbinsel. Teilweise muss man sich die ausgetretenen Stufen regelrecht hochziehen, aber der Aufstieg lohnt sich sehr. Auf dem nächsten Bild kann man den Weg auf den Gipfel recht gut erkennen.

Ponta de São Lourenço

Ganz in der Nähe der Ponta de São Lourenço befindet sich der einzige natürliche Sandstrand Madeiras, die Prainha. Die geschützte Badebucht ist recht klein und wunderschön gelegen. Der schwarze Lavastrand heizt sich in der Sonne wahnsinnig auf und das Ende August ca. 24 Grad warme Wasser fühlt sich im Kontrast eiskalt an. Eine herrliche Erfrischung.

Prainha

Ferien auf Korsika: Porto-Ota

Blick auf Porto-Ota
Blick auf Porto, den Hafen von Ota

Die erste Woche auf Korsika haben wir in dem Örtchen Porto-Ota verbracht. Porto ist kein eigener Ort, sondern nur der Hafen des Bergdorfes Ota. Dieser Hafen wurde einzig und alleine für den Tourismus ausgebaut, was man dort auch richtig merkt. Direkt am Meer gibt es keinerlei Privathäuser, nur Restaurants und Hotels.

Blick auf den Hafen
Blick auf den Hafen, wo auch wir unser Hotelzimmer hatten

Um reine Touristenorte mache ich normalerweise einen sehr weiten Bogen, zumal sich diese Orte oft durch hässliche Bauten und viel Lärm auszeichnen. In Porto ist dies aber nicht der Fall. Auf Korsika haben die Einheimischen ein Auge darauf, dass ihre schöne Insel nicht hässlich verbaut wird.

Genueserturm
Blick auf den Genueserturm

Porto ist ein hübscher kleiner Ort und relativ ruhig, zumindest zur Nebensaison. Zur Hauptsaison wird es vermutlich zumindest tagsüber wesentlich schwerer sein, sich durch die Touristenmassen zu kämpfen. Wir waren jedoch Ende September dort und von Tag zu Tag wurden die Straßen und Restaurants leerer und immer mehr Restaurants schlossen ohne Vorwarnung ihre Pforten. Man merkte richtig, wie sich der Ort auf den Winterschlaf vorbereitete.

Strand von Porto
Strand von Porto

Bojen im Hafen
Bojen im Hafen, dessen herrlich petrolfarbenes Wasser so klar ist, dass man von der Brücke aus mühelos kleine Fische erkennen kann.

An Sehenswürdigkeiten hat Porto nicht so viel zu bieten. Ein Genueserturm, der gegen ein geringes Eintrittsgeld besucht werden kann, ein ziemlich düsteres, kleines und teueres Aquarium, in dem man innerhalb von 5 Minuten alles gesehen hat und natürlich das Meer.

Treppe zum Genueserturm
Treppe zum Genueserturm

Genueserturm
Genueserturm

Der Strand ist steinig und für meine verwöhnten Füße nicht so bequem, aber dennoch wunderschön. Außerdem hat man in Porto angeblich den schönsten Sonnenuntergang auf der ganzen Insel – ob das so ist, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber wunderschön war er auf jeden Fall.

Sonnenuntergang im Hafen
Sonnenuntergang am Genueserturm

Porto ist außerdem ein guter Ausgangsort für Wanderungen. Genau deshalb hatten wir den Ort ausgewählt, wir orientierten uns an unserem Wanderführer und suchten einen Ort, der am Meer ist und von dem man relativ schnell an schöne Wanderorte fahren kann. Porto war in dieser Hinsicht ein absoluter Volltreffer. Für einen reinen Strandurlaub dagegen würde ich Porto nicht empfehlen, für diesen Zweck gibt es auf Korsika wesentlich schönere Strände.

Strand
Strand von Porto

Fast Schottland

Calanches
Les calanches de Piana

Die Urlaubspläne für dieses Jahr standen lange fest. Erst eine mehrtägige Wanderung auf dem West Highland Way von Glasgow nach Fort William, dann einige Tage Edinburgh. Die Route war festgelegt, eine lange Liste notwendiger Anschaffungen wie wasserabweisende Hosen, etwas wärmere atmungsaktive Jacken und zig Schichten Funktionskleidung lag bereit; eigentlich war alles perfekt geplant. Nur die Buchung stand noch aus, denn wir wollten die Buchungen der Unterkünfte und den Gepäcktransfer einer qualifizierten Firma überlassen. Da wir nicht damit rechneten, dass noch mehr Bekloppte Anfang Oktober durch die Highlands wandern wollen, ließen wir uns damit viel Zeit. Zu viel, um genau zu sein. Denn als wir buchen wollten, war bereits seit Wochen alles ausgebucht.

Nicht Schottland
Nicht Schottland, auch wenn es hier fast so aussieht.

Pietra
Kastanienbier. Der Regen kann mir gar nichts.

Zum Glück hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts gebucht und konnten uns schnell umorientieren. Denn von dem Vorhaben, alles auf eigene Faust zu regeln, kamen wir angesichts der Preise für die Unterkünfte schnell wieder ab. Wahnsinn, wie teuer so ein Bed & Breakfast mitten in der Pampa sein kann. Und faszinierend, dass der auch nicht ganz billige Anbieter der Wandertouren im Endeffekt deutlich günstiger ist.

Schwein auf der Bergstraße bei Evisa
Schwein auf der Bergstraße bei Évisa

Nur in den Städten wollten wir uns nicht aufhalten und viel Autofahren reizt uns bei Linksverkehr überhaupt nicht, also war umplanen angesagt. Da das Wetter zu diesem Zeitpunkt bei uns richtig ekelhaft war, surften wir mit Google Maps das Mittelmeer ab und landeten schnell auf Korsika. Berge von alpinen Ausmaßen, Meer und wunderbar warme Temperaturen – gebucht.

Meeresblick beim Capu d'Ortu
Meeresblick beim Capu d’Ortu

Blick vom Capu d'Ortu
Blick vom Capu d’Ortu

Statt durch die Highlands wanderten wir also durch die Macchia, statt dicker wasserabweisender Kleidung waren Shorts, T-Shirts und Bikini angesagt, kein schlechter Kompromiss. Natürlich habe ich wieder viele Bilder mitgebracht, dazu tausende von Eindrücke, die nicht fotografierbar waren. Ein guter Grund, diesem Blog wieder etwas mehr Leben einzuhauchen und das Urlaubsgefühl noch aufrecht zu erhalten, auch wenn ich längst wieder im deutlich kälteren Deutschland bin. Jetzt muss ich aber erst meine Festplatte ausmisten, damit ich die vielen Bilder sichten, sortieren und bearbeiten kann.  Bis dahin gibt es hier und bei Instagram einige Smartphone-Bilder.

L'Auberge Corse in Bonifacio
L’Auberge Corse in Bonifacio

Bonifacio
Bonifacio und die Treppe des Königs von Aragon

Übrigens: Schottland ist natürlich nicht abgeschrieben, sondern nur auf den Frühling 2016 verschoben. Diesmal mit rechtzeitiger Buchung. Ich freue mich schon total.

Sonnenuntergang im Hafen von Porto
Sonnenuntergang im Hafen von Porto

Salzburg II

Blick auf die Altstadt von der Hohensalzburg
Salzburger Altstadt

In Salzburg war ich nicht zum ersten Mal, ganz sicher aber auch nicht zum letzten Mal. Der Kontrast zwischen den beiden Reisen könnte kaum größer sein: Im Mai 2011 konnte man sich vor lauter Menschen kaum bewegen, im Februar 2015 gehörte die Stadt gefühlt uns alleine. Die Weite hat richtig gut getan, vor allem konnte ich endlich mal Mozarts Geburtshaus bewundern, ohne dass ich im Gedränge fast verloren ging.

Mozarts Geburtshaus
Mozarts Geburtshaus

Sonnige Judengasse
Judengasse

Viel Neues habe ich nicht gesehen, aber das machte nichts. Vor allem Mozarts Geburtshaus und die Hohensalzburg ist immer einen Besuch wert. Auch die Residenz war interessant, allerdings haben wir die am Sonntag noch kurz vor der Heimfahrt reingequetscht und waren viel zu müde, um viel aufnehmen zu können. Die Informationsflut in Museen ermüdet mich immer sehr schnell, vor allem, wenn ich einen Audioguide in die Hand gedrückt bekomme und nichts zum Nachlesen habe.

Fiaker
Fiaker am Dom

Hohensalzburg
Kapitelplatz mit Blick auf die Hohensalzburg

Hohensalzburg
Irgendwo in der Hohensalzburg

Gegessen haben wir in Salzburg wieder wunderbar, ich bin auch endlich zu meinen Salzburger Nockerln gekommen. Ein Gedicht. Als ich 2011 in Salzburg war, wurden mir die Nockerln verweigert, weil sie nur für 2 Personen zubereitet wurden und ich alleine war. Diesmal war ich nicht alleine, und was ist? Wir landen prompt im einzigen Restaurant in Salzburg, das Einzelportionen anbietet. Hätte ich das mal 2015 gewusst … Wer alleine in Salzburg unterwegs ist und Salzburger Nockerln essen will, sollte beim Sternbräu vorbeischauen. Übersehen kann man das Restaurant vor allem nachts nicht, der riesige Stern auf dem Dach des Hauses ist meilenweit zu sehen.

Hohensalzburg
Hohensalzburg

Sehr interessant fand ich die Brauereiführung der Stiegl-Brauerei, die etwas außerhalb der Innenstadt liegt, aber noch gut zu Fuß erreichbar ist. Die Brauereiführung begann mit einem kleinen Film zum Thema Bier, der es in sich hatte. In dem richtig gut gemachten Kino saß man nämlich quasi mitten auf der Leinwand, die Bilder wurden sowohl auf dem Boden als auch auf der halbrunden Wand ausgestrahlt. So rollten plötzlich von rechts Trecker in mein Blickfeld, oder unter unseren Füßen begann ein Gebirgsbach zu rauschen. Ich war begeistert, auch wenn ich ob der Bilderflut um mich herum einige Male ein leichtes Schwindelgefühl verspürte.

Stiegl Brauerei
Stiegl-Brauerei

Auch der restliche Teil der Führung war sehr informativ und interessant. Stiegl hat ein riesiges Biermuseum gebaut und dabei weder Kosten noch Mühen gescheut. Wer sich für Bier interessiert und in Salzburg ist, sollte dort unbedingt vorbeischauen.

Baum im Hof der Hohensalzburg
Hof der Hohensalzburg

Zum Abschluss der Führung durften wir noch 3 verschiedene Biere testen. Stiegl hat verschiedene Hausbiersorten, die nur saisonal verfügbar sind. Im Februar war die Männerschokolade dran, ein wunderbares wohlschmeckendes Stout, das sogar tatsächlich etwas Kakao enthält. Die Hausbiere sind sehr experimentell und meistens nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut. Wenn ich näher an Salzburg wohnen würde, würde ich sicherlich ab und zu hinfahren und die anderen Hausbiere testen. Leider werden die nicht nach Deutschland verkauft, was aber angesichts des geringen Angebots auch verständlich ist. Immerhin konnten wir vor Ort zwei Flaschen Männerschokolade kaufen, die kann ich mir sehr gut zu einem schokoladigen Nachtisch vorstellen.

Alpenpanorama
Alpenpanorama

Hach, Salzburg. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch.

Blick auf die Altstadt
Salzach-Ufer

Château de Quéribus

Das Château de Quéribus liegt direkt über Cucugnan und ist gut zu Fuß erreichbar. Der Weg dorthin ist allerdings recht steil, so dass man trotz der kurzen Strecke von nur knapp 4 km schnell ins Schwitzen kommt.

Beim Aufstieg war es die meiste Zeit bewölkt, wofür ich ziemlich dankbar war. Schatten sucht man in der Gegend nämlich vergeblich, die wenigen und niedrigen Bäume können nicht viel ausrichten.

Château de Quéribus
Der Aufstieg. Die Wege waren großteils leuchtend rot, wunderschön.

Die Burg ist sehr beeindruckend. Riesig thront sie auf dem Felsen und ist in mehrere Ebenen unterteilt. In der Burg selbst kann man sich ewig aufhalten und einiges entdecken.

Château de Quéribus

Beeindruckend ist auch der Fernblick. In östlicher Richtung sieht man das Meer glitzern, im Westen erhascht man einen Blick auf die Burg Peyrepertuse, die man aber nur als solche erkennt, wenn man es weiß. Peyrepertuse sieht aus der Ferne aus wie eine Felsenkette.

Château de Quéribus

Château de Quéribus

Château de Quéribus

Château de Quéribus
Blick nach Peyrepertuse. Die Burg ist ziemlich genau in der Mitte des Bildes, aber kaum als solche zu erkennen.

Der Wind machte uns auf Quéribus zu schaffen, dabei war es gar nicht so extrem windig. Dort oben verwandelt sich aber jeder Windhauch in eine ausgewachsene Böe und obwohl wir nicht gerade federleicht sind, hatten wir teilweise Probleme, uns an Ort und Stelle zu halten. Überall wird man darauf hingewiesen, dass man sich bei starkem Wind nicht auf der Burg aufhalten solle, weil das lebensgefährlich sei. Diese Hinweise konnte ich bei dem Besuch gut nachvollziehen.

Château de Quéribus

Château de Quéribus

In der Burg gibt es noch erhalten Kasematten, die man mehr oder weniger erklettern kann. Die Treppe ist steil und dunkel, alles ist recht eng. Mit meinem Rucksack hatte ich teilweise ziemliche Probleme.

Château de Quéribus
Nicht die Treppe zu den Kasematten, sondern ein wunderschöner Aufgang auf den höchsten Turm, von dem aus man einen herrlichen Fernblick hat.

Detailinformationen zur Burg gibt es bei Wikipedia.

Château de Quéribus

Château de Quéribus

Wie ich einmal beinahe zur Ziegenhirtin wurde

Eigentlich wollten wir nur ein bisschen wandern. Für den Einstieg suchten wir uns eine Wanderung aus, die in unserem Wanderführer als leicht markiert war. Ein Rundweg von 9,5 km, ausgehend von Villefranche-de-Conflent. Blöderweise hatten wir aber vorher nicht nachgeschlagen, wie „leicht“ in diesem Wanderführer definiert ist. Wir guckten nicht großartig aufs Höhenprofil, sondern gingen automatisch von einer recht flachen Route raus. Ein Fehler. Die Route war mit 660 Höhenmetern alles andere als flach und letztendlich viel anstrengender als erwartet. Dennoch lohnte es sich, sowohl von den Sehenswürdigkeiten als auch von der Landschaft her.

Villefranche-de-Conflent
Blick auf Villefranche-de-Conflent

Fort Libéria
Fort Libéria

Weg
Die Wege sind teilweise sehr schmal und erinnern eher an Mauern

Gewitter
Gerade noch dem Gewitterregen entkommen

Als wir gerade an den Ruinen des verlassenen Dorfes Belloc ankamen, sahen wir plötzlich die Ziegen. Erst schaute eine um die Ecke, dann kam die nächste und schwuppdiwupp waren es zu viele, als das wir sie hätten zählen können. Die Ziegen blieben kurz stehen, schauten uns an und stürmten dann geschlossen auf uns los. Hilfe. Da wir beide keinerlei Erfahrung mit Ziegen hatten, wussten wir nicht, was wir tun sollen und entschieden uns zur gemäßigten Flucht in Richtung der Chapelle St-André, die wir ohnehin besichtigen wollten.

Ziege
Määääh!

Ziege
Hat jemand den Ziegenpeter gesehen?

Blöderweise interpretierten die Ziegen unseren Aufbruch wohl als Aufforderung zum Folgen und in Nullkommanichts waren wir von den Tieren umzingelt. Wir beschlossen, erstmal stehen zu bleiben, die Ziegen würden schon irgendwann wieder abhauen. Die dachten aber nicht im Traum daran und probierten lieber aus, wie unsere Schnürsenkel schmecken.

Freche Ziege
Frechdachsziege

Als wir gerade überlegten, ob wir einfach weitergehen sollen, hörten wir Pfiffe und Rufe und konnten sehen, dass eine Ziege die Rufe ebenfalls hörte. Die Leitziege lauschte zunächst angestrengt und stieß dann einige Määäääääh-Rufe aus. Ihre Herde reagierte auf diese Rufe und kam langsam angetrabt. Unter lautem Gemäääähe setzte sich die Herde in Bewegung und verschwand, allerdings ohne zu bemerken, dass vier junge Ziegen bei uns geblieben waren. Wir versuchten die Jungtiere zu verscheuchen, aber die starrten uns nur verständnislos an und begannen wieder zu grasen. Also beschlossen wir notgedrungen, der Herde zu folgen.

Die jungen Ziegen folgten uns erwartungsgemäß, allerdings hatten wir zu lange gezögert und inzwischen war von der restlichen Herde nichts mehr zu sehen. Da wir nicht wussten, wohin die Tiere verschwunden waren, riefen wir einfach einige Male, bis wir Antwort von der Ziegenhirtin bekamen. Sie kam zurück, erfasste die Situation sofort und versuchte, die Jungtiere zu sich zu locken. Diese hatten uns aber wohl zu ihren neuen Eltern auserkoren und dachten gar nicht daran, uns wieder zu verlassen. Für den Hütehund hatten sie auch keinen Blick übrig. Zum Glück befand sich aber zwischen den wenigen Ruinen der verlassenen Siedlung auch noch eine Hütte mit Tür. Die Ziegenhirtin bat uns, in die Hütte zu gehen und die Tür zu schließen. Nach gut 5 Minuten in der stockdunklen und etwas gruseligen Hütte waren die Tiere dann endlich verschwunden und wir konnten unseren Weg fortsetzen.

Chapelle St-André
Chapelle St-André

Chapelle St-Etienne
Chapelle St-Etienne

Weg
Fernblick

Villefranche-de-Conflent
Fort Libéria und Villefranche-de-Conflent

Der Rest der Strecke verlief ereignislos. Wir wanderten zunächst zur Chapelle St-Etienne und dann zum Fort Libéria, das wir auf dem Hinweg ignoriert hatten und uns erst auf dem Rückweg anschauten. Ich fand das Fort ziemlich beeindruckend, am besten hat mir die Kapelle gefallen. Interessant war auch der Wehrgang und der gefühlt unendliche Tunnel, in dem 754 Stufen direkt nach Villefranche-de-Conflent führen. In Villefranche-de-Conflent schauten wir uns noch ein bisschen die gemütliche Altstadt an, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten.

Fort Libéria - Eingang
Eingang zum Fort Libéria

Fort Libéria - Kapelle
Blick durch’s Fenster

Fort Libéria
Im Fort

Fort Libéria - Soldatenunterkunft
Soldatenunterkunft

Fort Libéria - Wehrgang
Wehrgang im Fort

Fort Libéria - Kapelle
Kapelle im Fort

Fort Libéria - 754 Stufen
754 Stufen zur Stadt

Villefranche-de-Conflent
Villefranche-de-Conflent

Villefranche-de-Conflent
Villefranche-de-Conflent

Cucugnan

Die meiste Zeit des Urlaubs übernachteten wir in Cucugnan, einem kleinen Dorf in den Corbières. Cucugnan liegt auf einem recht steilen Hügel. Auf den Bildern sah es gar nicht so steil aus, aber die Straßen haben es in sich. Besonders schmerzhaft merkten wir die Steigungen, wenn wir nach langen Wanderungen zum Abendessen ins Restaurant spazierten.

Cucugnan

Rue du Pauzadou

Rue de l'Auberge

Eglise St Julien

Sehr gut gefallen hat mir die Windmühle, die an der höchsten Stelle des Ortes steht. Von der Ferne sieht das Dorf sehr idyllisch aus, aber auch im Ort selbst lässt es sich aushalten. Nette enge Gassen, typisch französische Häuser und so gut wie gar keine Hektik. Auch kulinarisch bietet Cucugnan einiges, die drei Restaurants vor Ort verarbeiten in erster Linie regionale Waren, wozu auch vorzügliche Weine gehören. Der sehr würzige Honig, der in Cucugnan hergestellt wird, kann sich ebenfalls sehen lassen.

Moulin d'Omer

Moulin d'Omer

Moulin d'Omer

Wir wohnten in einer schnuckeligen kleinen Frühstückspension, in der es nur zwei Zimmer gab und bei der wir vorher auf einem Fragebogen ankreuzen mussten, was wir zum Frühstück haben wollen.

Ich mochte die Zeit in dem Dorf, in dem die Zeit still zu stehen scheint. Wir hatten mit 6 Übernachtungen genau das richtige Maß getroffen; ein, zwei Tage länger und es wäre wahrscheinlich langweilig geworden. Direkt um Cucugnan gibt es zwar zwei wunderschöne und interessante Burgen, allerdings kann man die locker an nur einem Tag besichtigen. Für weitere Ausflüge muss man ins Auto steigen. Zwar sind die Wege zu schönen Ausflugsorten in der Luftlinie gar nicht so weit, aber durch die sehr kurvigen und steilen Straßen ist man bisweilen ewig unterwegs.

Moulin d'Omer

Carcassonne

Carcassonne ist die Stadt für alle, die ein bisschen Mittelalter vermischt mit der Moderne erleben möchten. In den Gassen der alten Festung wimmelt es von kleinen Lädchen, Bars und Restaurants. Ich fühlte mich sehr an San Gimignano erinnert, nur die hohen Türme fehlten.

Die Festung ist umfassend renoviert, trotz der vielen Touristenläden kann man sich gut vorstellen, wie Carcassonne im Mittelalter ausgesehen haben könnte.

Zum Essen suchten wir uns ein Restaurant an einem der vielen gemütlichen Plätzchen und bekamen zu überraschend günstigen Preisen ein sehr schmackhaftes Menü. Ich probierte regionale Spezialität Cassoulet, ein überbackenen Eintopf aus weißen Bohnen, in dem zu meiner Überraschung neben einigen Schweinefleischstückchen eine gekochte Bratwurst schwamm. Abgeschmeckt war das Gericht unter anderem mit etwas Zimt. Mir schmeckte es so gut, dass ich sogleich beschloss, das Gericht zuhause nachzukochen.

Die Bilder zeigen überwiegend die Cité de Carcassonne.

Cité de Carcassonne

Cité de Carcassonne

Carcassonne - Blick auf die Stadt

Cité de Carcassonne

Cité de Carcassonne

Cité de Carcassonne

Cité de Carcassonne

Pont vieux

Riesenrad

Dresden

Eigentlich wollten wir zwei Tage in der Sächsischen Schweiz wandern. Nachdem wir aber am zweiten Tag von einem kräftigen Gewitter geweckt wurden und die Wetter-App keine Besserung versprach, entschlossen wir uns für einen Kurzausflug nach Dresden. Dort war es zwar furchtbar grau, aber immerhin trocken.

Dresden ist eine sehenswerte Stadt, vor allem die Altstadt am Elbufer.

Elbufer Dresden

Sehr interessant fand ich die Frauenkirche, die im zweiten Weltkrieg komplett ausgebrannt ist und erst vor wenigen Jahren wieder aufgebaut wurde. Dabei wurden zum Teil noch erhaltene Steine der ursprünglichen Frauenkirche verwendet, die man gut dadurch erkennt, dass sie im Gegensatz zum Rest eine schwarze Patina haben. Diese Steine machen die Kirche noch interessanter.

Frauenkirche Dresden

Ebenfalls gut gefallen hat mir die katholische Hofkirche mit den vielen Statuen an der Außenwand. Innen befindet sich unter anderem eine sehr moderne Pietà aus Meißner Porzellan.

Katholische Hofkirche Dresden

Statue an der Außenwand der Hofkirche Dresden

Statue an der Außenwand der Hofkirche Dresden

Pietà in der katholischen Hofkirche Dresden

Katholische Hofkirche Dresden

Gegenüber der katholischen Hofkirche befindet sich die berühmte Semperoper, die wir allerdings nur von außen angeschaut haben.

Semperoper Dresden

Interessant ist auch der Stallhof mit den vielen Tierköpfen, die an Säulen befestigt sind.

Stallhof Dresden

Innen besichtigt haben wir nur die Kirchen und die Festung, letztere war allerdings aufgrund des Elbhochwassers 2013 nur eingeschränkt zugänglich und auch einige Ausstellungsstücke fehlten, weil sie restauriert werden mussten. Sehr schade. Im öffentlich zugänglichen Bereich hat man allerdings von den Hochwasserschäden nichts mehr gesehen. Die Gesichte zur Festung fand ich auch recht interessant, die Führung via Audioguide ist empfehlenswert.

Goldener Engel Kunstakademie Dresden
Goldener Engel auf dem Dach der Kunstakademie

Sächsische Schweiz: Hohnstein und Bastei

In die Sächsische Schweiz möchte ich schon, seit ich als Kind in den Zeitschriften meine Mutter bei den Reisetipps Bilder von der Bastei entdeckte. Felsen und Burgen hatten es mir schon immer angetan und die Bastei sah besonders verlockend aus. Leider musste ich aber feststellen, dass Sachsen doch ein Stückchen weit weg ist und so dauerte es noch über 20 Jahre, bis ich diesen Traum verwirklichte.

Unser Lager schlugen wir in Hohnstein auf, einem sehr hübschen Dörfchen mit einer interessanten Burg. Die Burg hat eine bewegte Geschichte hinter sich und dient mittlerweile als Jugendherberge und als Bikertreffunkt.

Am Anreisetag schauten wir uns die Burg an, in der einige Räume gegen ein geringes Eintrittsgeld zugänglich sind. Danach genossen wir auf der Terrasse des Hotels „Zur Aussicht“ bei gutem Essen den wunderschönen Blick über das Dorf.

Hohnstein
Abendlicher Blick auf die Burg Hohnstein

Für unsere Wandertour am nächsten Tag hatten wir uns mithilfe des Internets und einer in Hohnstein erworbenen Wanderkarte einen Rundweg gebastelt, der überwiegend auf dem Malerweg entlang führte. Der Malerweg ist ein 112 km langer Wanderweg durch die Sächsische Schweiz und die Etappen lesen sich so verlockend, dass wir den unbedingt einmal komplett wandern möchten. Vorerst beschränkten wir uns aus Zeitmangel aber auf eine Kombination aus Etappe 3 und Etappe 2.

Im Schindergraben
Steinmännchen-Sammlung im Schindergraben

Schindergraben
Morgensonne im Schindergraben

Ganz haben wir es nicht geschafft, uns an unseren Plan zu halten. Gleich an der ersten Kreuzung entschieden wir uns für die falsche Abzweigung und waren dadurch auf dem Weg, den wir eigentlich erst auf dem Rückweg nehmen wollten. Das merkten wir aber erst, als wir an der Polzentalmühle standen, ein markanter Wegpunkt, der auf der Karte an der vermuteten Stelle gar nicht eingezeichnet war. Nach einer kurzen Suche fanden wir den Punkt auf der Karte und merkten, dass wir in die entgegengesetzte Richtung gegangen waren.

Wir hätten den Weg jetzt einfach umgekehrt begehen konnten, wanderten dann aber über einen anderen Weg wieder in die ursprünglich vorgesehene Richtung. Dadurch verpassten wir einen Teil des Malerwegs, was aber nicht so schlimm war, weil wir den ohnehin irgendwann komplett wandern möchten.

Felsen
Felsen an der Polenz

Waltersdorfer Mühle
Waltersdorfer Mühle

Weg
Abwärts über wunderschöne Wege

Treppe
Und wieder aufwärts über scheinbar unendliche Treppen

Felsen
Felsen bei Rathen

Nach einiger Zeit erreichten wir Rathen, ein kleines Dorf an der Elbe. Rathen liegt sehr nahe an der Bastei und scheint ein sehr beliebter Touristenort zu sein. Bis nach Rathen hatten wir den Wald fast für uns, ab Rathen waren jede Menge Leute unterwegs.

Der Aufstieg zur Bastei war ziemlich anstrengend, was allerdings nicht unbedingt am Höhenunterschied lag, sondern eher an der Sonne, die meistens ungehindert auf uns hinabbrennen konnte. Bei 33 Grad merkt man jeden Schritt, der Rucksack wird von Stufe zu Stufe schwerer und irgendwann will man sich nur noch in den Schatten legen und seine Ruhe haben.

Ausblick bei der Bastei Richtung Königstein
Blick über die Elbe Richtung Königstein

Auf zur Bastei
Basteitreppe, ausnahmsweise schattig

Gelohnt hat es sich aber sehr, die Bastei ist wirklich beeindruckend. Viele Schilder weisen darauf hin, wo früher Menschen gewohnt oder die Bastei bewacht hatten. Heute ist für mich kaum noch vorstellbar, wie das ausgesehen haben mag, denn bis auf die Basteibrücke ist kaum noch etwas erhalten.

Bastei
Rundweg in der Bastei

Basteibrücke
Basteibrücke

Felsformation gegenüber der Bastei
Felsformation gegenüber der Bastei

Bastei
Rundweg in der Bastei

Elbe, Blickrichtung Dresden
Blick über die Elbe Richtung Dresden

Im Bergrestaurant gönnten wir uns ein eiskaltes Getränk zur Abkühlung. Unser mitgebrachtes Wasser war mittlerweile lauwarm und leistete zwar gute Dienste zur Hydration, aber Abkühlung konnten wir uns davon nicht versprechen.

Als nächstes gingen wir Richtung Schwedenlöcher, ein sehr schöner Wanderweg, der teilweise Klammcharakter hat. Auf unserer Wanderkarte waren die Schwedenlöcher als gesperrt gekennzeichnet, zum Glück war diese Information aber inzwischen veraltet. Ohne Schwedenlöcher hätten wir wirklich etwas verpasst, ich mochte die Gegend sehr.

Bei der Bastei
Aussichtspunkt in der Nähe der Schwedenlöcher.

Die nachfolgenden Bilder habe ich alle auf dem Wanderweg durch die Schwedenlöcher aufgenommen. Die Schwedenlöcher heißen so, weil sich die Bürger von Rathen dort während des dreißigjährigen Krieges vor den Schweden versteckt haben.

Schwedenlöcher

Schwedenlöcher

Schwedenlöcher

Schwedenlöcher - Treppe

Schwedenlöcher - Steg

Schwedenlöcher - Durchgang
Schmaler Durchgang, der Wanderweg ist kaum als solcher zu erkennen

Nach den Schwedenlöchern ging es weiter zum Amselfall, der allerdings nur leicht tröpfelte. Der Weg dorthin ist mit dicken Sandsteinquadern regelrecht gefliest und führt teilweise steil bergauf. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie dieser Weg bei Regen begehbar ist.

Treppe beim Amselfall
Treppe beim Amselfall

Danach ging es weiter nach Rathewalde, wo wir uns eine weitere Erfrischung gönnten. Unser Wasser war mittlerweile fast aufgebraucht, obwohl wir vier Flaschen dabei hatten. Die Hitze und die vielen Steigungen machten sich durchaus bemerkbar. Zum Glück gibt es auf der Strecke unzählige gemütliche Einkehrmöglichkeiten.

Alles Eintauchen der Hände ist streng verboten
Brunnen in Rathewalde. Inschrift: „Alles Eintauchen der Hände ist streng verboten. Jeder Trinker hat 5 Pf. Trinkgeld zu entrichten.“

Der Weg zwischen Rathewalde und dem Hockstein war äußerst mühsam und der einzige nicht malerische Abschnitt des Malerwegs. Er führte direkt an einer vielbefahrene Straße entlang, ungeschützt über das freie Feld. Die Nachmittagssonne machte uns auf diesem Abschnitt sehr zu schaffen und wir waren sehr froh, als wir endlich wieder im Wald waren.

Der Hockstein selbst liegt genau gegenüber von Hohnstein und bietet einen schönen Ausblick auf das ganze Dorf und die darunter liegende Polenztalmühle.

Hohnstein
Hohnstein

Polenztalmühle
Polenztalmühle

Der Abstieg vom Hockstein hat mir sehr viel Spaß gemacht. Eine lange Eisentreppe führt durch einen engen Spalt im Fels. Der Durchgang ist teilweise so eng und niedrig, dass wir mit unseren Rucksäcken gerade so durchpassten.

Nach gut 22 km waren wir wieder in Hohnstein und beschlossen den wunderschönen Tag nach einer erholsamen Dusche bei einem eiskalten Köstritzer und einem leckeren Abendessen.

Wer gerne wandert, Felsen mag und vielleicht sogar klettert ist im Elbsandsteingebirge sehr gut aufgehoben. Ich habe den Tag sehr genossen und werde auf jeden Fall wiederkommen.