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Salzburg

Das Wochenende habe ich in Salzburg verbracht, eine Stadt, die schon lange auf meiner „to visit“-Liste steht. Salzburg ist wirklich eine wunderschöne Stadt, voller Kultur, Geschichte, kulinarischen Leckereien, Mozart und natürlich Touristen.


Getreidegasse zur frühen Morgenstunde. Schon eine Stunde später konnte man sich kaum noch bewegen.

Ich hatte online ein Salzburg-Paket gebucht, zu dem neben zwei Übernachtungen in einem wirklich schnuckeligen Hotel auch eine Salzburg Card gehörte. Die Karte berechtigte mich zum einmaligen freien Eintritt in allen Salzburger Museen und sonstigen Sehenswürdigkeiten, sowie zum Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel, wovon ich allerdings nur einmal Gebrauch machte. Wenn man viele Sehenswürdigkeiten anschauen möchte, kann ich die Karte auf jeden Fall empfehlen, denn 34 Euro für 2 Tage ist im Vergleich zu den Einzeleintritten wirklich günstig. Außerdem kam ich an vielen Stellen schneller rein, da ich nicht lange an der Kasse stehen musste, sondern die Karte selbst scannen konnte.


Blick auf die Altstadt und Alpen vom Kapuzinerberger aus.

Zu sehen gibt es jede Menge, die Festung Hohensalzburg, Mozarts Geburtshaus, der Dom, die Residenz, Schloss Mirabell, die Katakomben, und und und. Ich lasse Bilder sprechen.


Das berühmte Café Tomaselli, das angeblich die Mozarts sehr mochten. Die Sachertorte mit Melange ist sehr empfehlenswert!


Mozarts Geburtshaus

Beim Rundgang durch Mozarts Geburtshaus hatte ich kurioserweise die ganze Zeit Beethovens „Für Elise“ im Ohr und konnte den Ohrwurm absolut nicht vertreiben. Ich versuchte, mich an Mozarts Stücke zu erinnern, damit der Soundtrack stimmt, aber mir fielen nur Titel ein, keine Melodien. Also schlenderte ich mit Beethoven im Ohr weiter, schaute mir Mozarts Schnupftabakdosen, seine Kindergeige und andere Instrumente sowie jede Menge Schriftstücke an.


Hampel-Mozart

Ich bin eigentlich kein Mozart-Fan, allerdings auch kein Nicht-Fan; ich stehe ihm relativ gleichgültig gegenüber. Die in seinem Geburtshaus spürbare Geschichte machte mir jedoch richtig Lust auf mehr, so dass ich mir nach der Rückkehr „Amadeus“ auf DVD anschaute. Mir ist bewusst, dass der Film sehr fiktiv ist, aber interessant fand ich ihn trotzdem. Und anregend, jetzt möchte ich unbedingt mal eine von Mozarts Opern sehen. Wahrscheinlich die Zauberflöte, die ich als Kind unfreiwillig recht oft in einer Zeichentrickverfilmung gesehen habe, weil mein Vater ein riesiger Fan ist. Mich konnte sie damals trotz der nett gezeichneten Figuren nicht begeistern, was ich inzwischen darauf zurückführe, dass ich vieles einfach nicht gehört habe. Mit CI habe ich jedoch inzwischen den Beweis, dass Opernsängerinnen tatsächlich singen und nicht nur den Mund weit aufreißen.


Das ist übrigens Mozarts Geburtshaus von hinten. Von vorne sah es früher ähnlich aus, aber irgendwer ließ die Verzierungen abklopfen, was ich sehr schade finde.


Festung Hohensalzburg, vom Kapuzinerberg aus gesehen.


Blick auf gewitterwolkenumhangene Alpen.

Die meistgehörte Sprache in Salzburg war an diesem Wochenende übrigens Englisch. Halb Amerika schien auf der Jagd nach Mozartkugeln zu sein. Dabei ging es teilweise recht lustig zu, im Mirabellgarten stolperte ich über eine ganz besondere Familie. Ich war gerade dabei, meine Kamera den Lichtverhältnissen anzupassen, als mich ein gebrülltes „GUYS!“ direkt neben mir wie ein Flummiball in die Höhe hüpfen lies. Ich hatte nicht gehört, dass sich jemand neben mich gestellt hatte, dafür brüllte derjenige jetzt den halben Park zusammen. Das Stimmvolumen lies darauf schließen, dass der Herr zuhause mindestens ein Jugend-Baseballteam trainiert.

„You guys, right over here, stand there, right there!! Such a beautiful spot!“ brüllte er weiter und zog die Aufmerksamkeit des halben Parks auf sich. Ich beobachtete, wie sich die Guys (Mama, Tochter, Sohn und Oma) in Position stellten und breit in die Kamera grinsten. Da ich den beautiful spot ebenfalls fotografieren wollte, allerdings minus Guys, wartete ich geduldig, bis sie fertig waren. Und wartete. Und wartete. Gefühlte 20 Minuten später (in echt waren es in etwa 2-3) schielte ich zum Papa rüber, um herauszufinden, was er mit seiner Kamera treibt. Und musste tierisch aufpassen, nicht laut aufzulachen: Papa filmte die steif dastehenden und unentwegt grinsenden Guys mit einer Videokamera! Mir tun die daheimgebliebenen Freunde und Verwandte leid, die irgendwann zig gefilmte Standbilder über sich ergehen lassen müssen.


Salzburger Dom


Wunderschönes Ambiente im St. Peter Stiftskeller, dem vermutlich ältesten Restaurants Salzburgs.

Salzburg ist auf jeden Fall eine Reise wert. Ich bin mir sicher, dass es nicht bei diesem einen Ausflug bleibt.

Bayern erkunden: Regensburg (2)

Am Sonntag bin ich ohne Stadtführer losgezogen, zur Walhalla. Die Fahrt an der Donau entlang war recht schön und ging vor allem schneller, als ich ursprünglich dachte. Die ca. 11 km von meiner Wohnung aus lassen sich locker in 35 Minuten zurücklegen. Da es dort oben wirklich gemütlich und schön ist, werde ich künftig ab und zu nach Feierabend die Abendsonne an der Walhalla genießen und später luckylukemäßig dem Sonnenuntergang entgegenreiten entgegenradeln.

Diesmal hatte ich auch meine Kamera dabei, aber leider sind die Bilder nicht so gut geworden, weil ich großteils gegen die Sonne fotografierte (absichtlich) und dabei teilweise nicht merkte, dass der Autofocus einen Ast vor dem Gebäude ins Visier genommen hatte. Den wollte ich natürlich nicht scharf haben. Aber es ist nicht ratsam, all zu genau durch das Objektiv zu schauen, auch mit Sonnenbrille nicht. Und da es viel zu hell war, um auf dem Display etwas zu erkennen, konnte ich erst zuhause feststellen, dass die Bilder nichts geworden sind. Dieses Experiment werde ich demnächst wiederholen und gucken, dass ich eine gute Perspektive ohne Baum kriege – was im Frühling/Sommer allerdings gar nicht so einfach ist. Eines der misslungenen Bilder poste ich hier trotzdem, weil ich trotz der Unschärfe die Sonnenstrahlen einfach toll finde.

Wenn ich nicht gerade mit meiner Kamera in einer Ecke stand und geduldig darauf wartete, dass kein Besucher ins Bild läuft (was nahezu unmöglich war), lag ich neben der Walhalla im Gras, vergnügte mich mit meinem Buch und frischgebackenen Muffins und erfreute mich an der Wärme, dem Duft des Frühlings und an der grandiosen Aussicht. An der Donau lässt es sich gut entspannen.

Während der Rückfahrt hinter dem Hochwasserdamm hatte ich fast wieder das Gefühl, zuhause zu sein. Solange man die Donau nicht sieht, könnte es genau so gut der Rhein sein. Die Gerüche sind die gleichen, der ewige Gegenwind ebenfalls. Nur wenn man die Donau sieht, merkt man sofort den Unterschied. Der Rhein ist eher grau-blau, während die Donau zumindest aus der Nähe neckarbraun wirkt, aus der Ferne hingegen blau. Hinter dem Hochwasserdamm jedoch ist das Heimweh nicht ganz so groß.

Bayern erkunden: Regensburg (1)

Mit den Temperaturen steigt auch meine Motivation, den neuen Wohnort unter die Lupe zu nehmen. Deshalb habe ich mir kürzlich den neuen Stadtführer Regensburg zu Fuß von Thomas Schnakenberg gekauft und werde die einzelnen Kapitel nach und nach abarbeiten. Das erste Kapitel habe ich mir bereits gestern vorgenommen: ‚Best of‘ Regensburg – Der klassische Spaziergang

Ich mag die Idee, die hinter dem Buch steckt, total. Ich bin ganz großer Fan vom Spazierengehen und eigentlich immer für einen schönen Bummel zu haben. Leider war dieser Bummel doch etwas stressiger, als erwartet, was zum Großteil daran lag, dass das Buch nicht so gut strukturiert ist. Es mangelt an einem klaren roten Faden, an Absätzen, an klaren Anweisungen. Ich wusste oft nicht, wo ich mich laut Buch eigentlich gerade aufhalten sollte.

Der Autor setzt oft voraus, dass man sich in Regensburg schon etwas auskennt. Das tut er nicht bewusst, das ist einer der Fehler, die auch Autoren von Bedienungsanleitungen oft begehen: Sie vergessen, dass ihre Zielgruppe das beschriebene Objekt nicht kennt und erwähnen oft für sie nebensächlich erscheinende Fakten nicht, die für den Leser jedoch von äußerster Wichtigkeit sind. Beim Lesen des ersten Kapitels ist mir aufgefallen, dass sich das Schreiben von Reiseführern kaum vom Schreiben technischer Dokumentationen unterscheidet. Die Grundsätze sind dieselben: Kenne das Produkt, das du beschreibst, und kenne dein Publikum. Mache dich so schlau wie möglich und stelle dich anschließend dumm. Es ist nicht einfach, sich in die Zielgruppe hineinzuversetzen, wenn man dieser selbst nicht angehört. Deshalb geht das auch oft schief.

Das Buch hat natürlich auch positive Seiten. Großartig finde ich die Karten der einzelnen Etappen, an denen ich mich sehr gut orientieren kann, wenn ich im Fließtext den Faden verloren habe. Schade nur, dass ich jedes Mal zurückblättern muss und anschließend die Stelle zum Weiterlesen selten auf Anhieb wiederfinde. Schön wären Minikarten auf jeder Seite, auf denen die gerade beschriebene Sehenswürdigkeit markiert ist. Das würde die Orientierung erheblich erleichtern.

Ebenfalls toll sind die Infoboxen, die zu Beginn eines Kapitels die wichtigsten Fragen beantworten: Wie komme ich hin? Wie viele Kilometer muss ich zurücklegen? Ist die Strecke barrierefrei? Bei Objekten, die man gegen Eintritt anschauen kann, werden außerdem die Öffnungszeiten und die Preise erwähnt.

Ich werde mir in den nächsten Tagen auch noch die anderen Etappen vornehmen und eine abschließende Rezension schreiben.

Gestern bin ich ausnahmsweise ohne Kamera losgezogen und hatte unterwegs keine Lust, das iPhone zu zücken. Deshalb gibt es nur ein Bild vom gestrigen Spaziergang, aufgenommen auf dem Rückweg. Diesen unglaublich schönen Sonnenuntergang musste ich einfach festhalten.

Sonnenuntergang
Sonnenuntergang an der Steinernen Brücke