Frohes neues Jahr!

In letzter Zeit habe ich immer wieder mal die Suchanfrage “frohes neues jahr auf rumänisch” in meiner Statistik. Um weitere Suchende nicht erneut enttäuschen zu müssen, habe ich einen lieben Kollegen gebeten, “Frohes neues Jahr” auf Rumänisch zu übersetzen. In Rumänien wünscht man: Un An Nou fericit!

Ein frohes neues Jahr natürlich auch allen anderen Lesern! Ich hoffe, Ihr seid alle so gut ins neue Jahr gekommen wie ich.

Veröffentlicht in Rest | 5 Kommentare

Es kommt nie wie erwartet …

Am Freitag war unser Weihnachtsfest, eine sehr lebhafte und laute Party. Vorher überlegte ich lange, ob ich wirklich das CI tragen soll, weil ich sowieso damit rechnete, es spätestens nach fünf Minuten abzulegen. Ich beschloss, es zu probieren, und wurde positiv überrascht. Bisher habe ich noch nie so viel vom CI profitiert wie ausgerechnet an diesem Abend. Die Musik hörte sich wider Erwarten nicht grausam an (ok, bis auf den unsäglichen Elektrokrempel, aber das ist ein anderes Thema), sondern wunderbar rund. Ich nahm mehrmals die Spule vom Ohr, um zu testen, ob es ohne nicht doch besser wäre – war es nicht, es war schlechter! Dumpfer, langweiliger, leblos … Musik funktioniert mit dem CI, das hätte ich so schnell nicht gedacht. Allerdings muss ich hinzufügen, dass dazu noch eine gewisse Lautstärke vonnöten ist. Wenn die Musik zu leise ist, sind die “Nebengeräusche”, also die neuen Töne, noch zu laut. Sehr seltsam. Auch unterhalten konnte ich mich halbwegs, zwar nicht perfekt, aber auch nicht schlechter als sonst, trotz aller Hintergrundgeräusche.

Im Moment läuft alles recht gut. Seit zwei Wochen habe ich das zum Hybrid gehörende Hörgerät, und mit den neuen Einstellungen fühle ich mich etwas wohler als vorher. Ich habe inzwischen das Gefühl, mit CI besser zu verstehen als ohne, auch wenn der Unterschied noch sehr gering ist. Auf Anhieb verstehe ich nach wie vor selten etwas. Aber es geht voran, das spüre ich ganz deutlich. Inzwischen bin ich auch nicht mehr ganz so müde wie in den ersten 1 1/2 Wochen nach der Anpassung, letzte Woche hat es nur zum Schlafen und zum Arbeiten gereicht.

Veröffentlicht in Lauscher | 8 Kommentare

Zwischenwelt

Im Moment habe ich das Gefühl, in einer seltsamen Zwischenwelt festzustecken. Mit CI höre ich noch nicht gut genug, ohne aber inzwischen auch zu schlecht. Mein Restgehör hat sich nicht verändert, aber da ich mich schon recht gut an das CI gewöhnt habe, kommt ohne mittlerweile einfach zu wenig an. Es ist manchmal nervig, denn inzwischen kann ich nicht mehr einfach den Sprachprozessor abnehmen, um besser zu verstehen, ich verstehe quasi in beiden Situationen gleich schlecht, wenn auch anders schlecht. Ich bin gespannt, was bei der nächsten Anpassung passiert, wenn das Hörgerät dazukommt.

Veröffentlicht in Lauscher | 1 Kommentar

Es sind die kleinen Dinge, die glücklich machen

Wie zum Beispiel neue Höreindrücke. Erst wusste ich gar nicht, woher das komische Geräusch kam, das ich im Park hörte. Doch dann sah ich es. Eine Krähe (oder ein Rabe?) saß mit weit geöffnetem Schnabel im Baum. Ein Vogel! Bisher habe ich nur sehr wenige Vögel gehört, und die vermutlich auch nicht richtig, also nicht das ganze Spektrum. Krähen gehörten nicht dazu, die geöffneten Schnäbel dieser Tiere konnte ich bisher nicht mit einem Geräusch verbinden. Bis heute. Schön ist es nicht unbedingt, aber es ist da. Und macht glücklich.

Neue Höreindrücke können allerdings auch beängstigend sein, wie ich eben feststellen musste, als ich mit dem Rad den stockfinsternen Park durchquerte. Gibt es Vögel, die im Dunkeln noch schreien? Von Eulen mal abgesehen, die gibt es dort sicher nicht.

Veröffentlicht in Lauscher | 2 Kommentare

Ruhig hier? Von wegen!

Manchmal denke ich, dass nichts Neues mehr dazukommt. Tag für Tag vernehme ich die Nebengeräusche, ohne dass sie sich zu entwickeln scheinen. Aber das ist ein Trugschuss, das Gehör entwickelt sich unauffällig. In manchen Situationen wird es mir urplötzlich bewusst, dass etwas anders ist. Wie kürzlich beim Kastaniensammeln. Das Laub auf dem Boden raschelte anders als noch vor zwei Wochen, und ich konnte es recht früh hören, wenn sich mir jemand näherte. Die Blätter, die noch an den Bäumen hingen, rauschten anders. Voller, facettenreicher, interessanter. Ähnlich, wie wenn man eine Brille aufsetzt und plötzlich alles scharf sieht.

Inzwischen höre ich Telefone klingeln, wenn die Töne nicht zu hoch sind. Letzte Woche hat es angefangen. Ich saß alleine im Büro, hörte nichts als das Tastaturklappern, bis auf einmal ein neues Geräusch dazu kam. Der Rhythmus ließ mich schnell erahnen, dass es ein Telefon sein könnte. Also begab ich mich auf die Suche, bis ich die Quelle fand: Es war das Handy meines Kollegen. Ein Handy! Ich habe noch nie zuvor einen normalen Handyklingelton gehört, obwohl ich bei jedem meiner Handys immer wieder jeden einzelnen Ton abgespielt habe. Seitdem höre ich ständig irgendwo Telefone klingeln. Endlich!

Autos, Folien und laufendes Wasser stören mich nicht mehr. Zwar setzen sich diese Geräusche immer noch deutlich vom Restgehör ab, aber sie tun das nicht mehr auf eine unangenehme Art und Weise. Sie gehören dazu. Es kommt immer seltener vor, dass ich bei einem Gespräch den Sprachprozessor abnehmen will, um besser zu verstehen. Nur wenn die Hintergrundgeräusche wirklich extrem sind oder jemand laut lacht, schiebe ich die Spule schon mal zur Seite. Sprache verstehe ich mit dem CI noch nicht, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass ich dem Sprachverständnis schon etwas näher gekommen bin.

Nachteile gibt es natürlich auch. Abends bin ich nicht mehr müde, ich bin erschöpft. Mein Schlafbedarf ist deutlich gestiegen, 8 Stunden reichen mir nicht mehr. Es müssen mindestens 9 sein, damit ich halbwegs wach durch den Tag gehen kann. Am Wochenende, wenn kein Wecker klingelt, schlafe ich schon mal 11 Stunden am Stück, obwohl es mir normalerweise nicht bekommt, so lange zu schlafen.

Außerdem scheint mein Gedächtnis zu leiden, Kleinigkeiten muss ich mir immer aufschreiben, sonst sind sie kurze Zeit später wieder verschwunden. Ich hoffe, dass das wirklich mit dem CI zusammenhängt, für eine altersbedingte Gedächtnisschwäche fühle ich mich doch noch etwas zu jung.

Einen weiteren großen Nachteil bekomme ich gerade jetzt zu spüren: Bei Regen wird das Radfahren zu einer sehr komplizierten Angelegenheit. Mangels Auto bin ich eigentlich immer mit dem Rad unterwegs, und das war bei Regen schon immer ungünstig. Mit dem Sprachprozessor ist es aber noch schwieriger geworden. Ich muss eine Kapuze tragen, weil der Sprachprozessor nicht wasserdicht ist, aber mit Kapuze ist meine Sicht doch stark eingeschränkt. Außerdem habe ich das Gefühl, dass alles viel lauter ist, wobei ich mir noch nicht sicher bin, ob der Effekt wirklich mit der Kapuze zusammenhängt, oder ob mein Rad bei Nässe einfach nur furchtbar quietscht. Ich bin noch am überlegen, ob ich den Sprachprozessor bei Regen nicht doch lieber in die Tasche stecke, das scheint im Moment die sicherste Variante zu sein.

Veröffentlicht in Lauscher | 9 Kommentare

TV-Tipp: NDR Visite

Gerade zufällig gefunden: Am 13.10.2009 um 20:15 Uhr berichtet NDR in der Sendung Visite unter anderem über das Hybrid von Cochlear. Wer möchte, kann Fragen zum Hybrid stellen, die wohl in der Sendung beantwortet werden (soweit möglich). Was ich ganz besonders toll finde: NDR bietet auch einen Livestream an, so kann ich die Sendung auch gucken. NDR empfange ich leider nicht über das Kabelfernsehen (oder ich bin zu blöd, den Sender zu finden).

Veröffentlicht in Lauscher | 2 Kommentare

Mein erstes Mal

Alex würde gerne wissen, wie es damals war, als ich das Internet für mich entdeckte.

An das allererste Mal erinnere ich mich noch sehr gut, weil es in vielerlei Hinsicht etwas Besonders war. Das Internet gab es schon eine Weile, aber so richtig konnte ich mir nichts darunter vorstellen. Ich hatte in Zeitschriften davon gelesen, im TV gab es Dokumentationen, meine Lehrer erwähnten es ab und zu – aber selbst darauf zugreifen konnte ich nicht. Internet an Schulen war zu der Zeit noch lange keine Selbstverständlichkeit, und meine Familie besaß keinen Computer. Deshalb lauschte ich den Erzählungen meines Bruders, der an der Uni Zugriff auf das Internet hatte und mir irgendwas von Browsern, E-Mail und Downloads erzählte; Begriffe, mit denen ich rein gar nichts anfangen konnte.

Irgendwann lud er mich ein, ihn an der Uni zu besuchen, um im Internet zu surfen. Ich war aufgeregt, aber auch ängstlich. Durfte ich das überhaupt? Ich war noch Schülerin und sah mit meinen 17 Jahren eher wie 15 aus, als Studentin würde ich also auf keinen Fall durchgehen. Mein Bruder beschwichtigte mich aber, kein Mensch dort würde sich dafür interessieren, ob ich Studentin wäre. Also ging ich mit ihm in den düsteren Rechnerraum im Keller der Universität. Sechs Computer standen darin, nur einer war besetzt. Mein Bruder zeigte mir, wie man den Browser startete (Netscape Navigator) und öffnete die Suchmaschine yahoo. “Gib einfach etwas ein”, forderte er mich auf, und ich surfte begeistert drauflos. Als allererstes suchte ich Songtexte meiner damaligen Lieblingsband und war schwer begeistert, weil ich tatsächlich welche fand. Danach waren Rezepte dran, unzählige, viel zu viele. Ich war von der ersten Sekunde an begeistert und wäre am liebsten ewig in diesem muffigen Rechnerraum geblieben.

14 Jahre ist das jetzt her, und von der Begeisterung ist bis jetzt nichts verloren gegangen. Es dauerte noch eine Weile, bis ich zuhause Internet hatte, denn als ich selbst zu studieren begann, war mir ein Internetanschluss noch zu teuer. Also musste ich auch an der Fachhochschule auf die Rechnerräume ausweichen, die nur zu bestimmten Zeiten zugänglich waren und bisweilen dermaßen altersschwache Rechner im Angebot hatten, dass man kaum voran kam. Erst mit meinem ersten richtigen Job leistete ich mir meinen ersten Internetanschluss – eine ISDN-Flatrate, die für damalige Verhältnisse unheimlich schnell war, heute aber nur noch ein Gähnen hervorrufen würde. Das waren noch Zeiten …

Und wie war es bei Euch?

Veröffentlicht in Rest | 1 Kommentar

Törööööö

Früher, als wir Kinder waren, missbrauchten wir blecherne Gießkannen als Trompeten. Kräftig reingeblasen, manchmal auch Worte reingebrüllt. Heraus kam ein eher undefinierbarer Geräuschebrei, der sehr blechern klang. Genau so hört sich mittlerweile das Hören mit dem CI an. Alles ist blechern geworden. Wenn ich rede, klingt es, als ob ich in einer Ritterrüstung stecken würde. Dieser seltsam hohle Klang ist stark gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem großartig. Es ist ein Fortschritt. Ich bin schon sehr gespannt, was als nächstes kommt.

Veröffentlicht in Lauscher | 2 Kommentare

Dinge, die man nicht tun sollte

Mit eingeschaltetem CI und einem übergroßen Glas Latte Macchiato in einem Café lesen. Ein unbekanntes Geräusch erschreckte mich dermaßen, dass ich aufgrund der kaffeebedingten Nervosität mein Buch quer durch das Café warf. Zum Glück habe ich wenigstens niemanden getroffen …

Veröffentlicht in Lauscher, Rest | 2 Kommentare

Du hörst ja schlechter als vorher!

Diesen Satz durfte ich mir vorgestern anhören, und ich bin mir sicher, dass es nicht das letzte Mal war. Es stimmt allerdings nicht ganz: Ich höre wesentlich besser, verstehe aber schlechter. Das ist auch kein Wunder, die ganzen neuen Geräusche lenken ab. Sie setzen sich vom bekannten Rest ab wie Öl, das auf dem Wasser schwimmt, und bis das Gehirn alle Eindrücke zu einer Einheit zusammenfügen kann, werden wohl noch einige Wochen vergehen.

Besonders schwierig ist es in Stresssituationen. Am Montag und Dienstag war ich stundenlang im Krankenhaus, meine kleine Schwester besuchen. Dort kam alles zusammen: Hohe Decken und somit eine sehr schlechte Akustik, viel Lärm, ein ständiges Kommen und Gehen, immer wieder verschiedene Ärzte und Pfleger, die sich teilweise nicht so recht auf Schwerhörige einstellen konnten – Spaß hat es keinen gemacht. Es war sogar so schwierig, dass ich den Sprachprozessor komplett ausgeschaltet habe, um halbwegs mitzukriegen, was jetzt Sache ist. Jetzt fühle ich mich, als ob ich zwei Tage verloren hätte, obwohl das natürlich Blödsinn ist.

Veröffentlicht in Lauscher | 3 Kommentare