Früher, als wir Kinder waren, missbrauchten wir blecherne Gießkannen als Trompeten. Kräftig reingeblasen, manchmal auch Worte reingebrüllt. Heraus kam ein eher undefinierbarer Geräuschebrei, der sehr blechern klang. Genau so hört sich mittlerweile das Hören mit dem CI an. Alles ist blechern geworden. Wenn ich rede, klingt es, als ob ich in einer Ritterrüstung stecken würde. Dieser seltsam hohle Klang ist stark gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem großartig. Es ist ein Fortschritt. Ich bin schon sehr gespannt, was als nächstes kommt.
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Alter Kram












Mein erstes Mal
Alex würde gerne wissen, wie es damals war, als ich das Internet für mich entdeckte.
An das allererste Mal erinnere ich mich noch sehr gut, weil es in vielerlei Hinsicht etwas Besonders war. Das Internet gab es schon eine Weile, aber so richtig konnte ich mir nichts darunter vorstellen. Ich hatte in Zeitschriften davon gelesen, im TV gab es Dokumentationen, meine Lehrer erwähnten es ab und zu – aber selbst darauf zugreifen konnte ich nicht. Internet an Schulen war zu der Zeit noch lange keine Selbstverständlichkeit, und meine Familie besaß keinen Computer. Deshalb lauschte ich den Erzählungen meines Bruders, der an der Uni Zugriff auf das Internet hatte und mir irgendwas von Browsern, E-Mail und Downloads erzählte; Begriffe, mit denen ich rein gar nichts anfangen konnte.
Irgendwann lud er mich ein, ihn an der Uni zu besuchen, um im Internet zu surfen. Ich war aufgeregt, aber auch ängstlich. Durfte ich das überhaupt? Ich war noch Schülerin und sah mit meinen 17 Jahren eher wie 15 aus, als Studentin würde ich also auf keinen Fall durchgehen. Mein Bruder beschwichtigte mich aber, kein Mensch dort würde sich dafür interessieren, ob ich Studentin wäre. Also ging ich mit ihm in den düsteren Rechnerraum im Keller der Universität. Sechs Computer standen darin, nur einer war besetzt. Mein Bruder zeigte mir, wie man den Browser startete (Netscape Navigator) und öffnete die Suchmaschine yahoo. “Gib einfach etwas ein”, forderte er mich auf, und ich surfte begeistert drauflos. Als allererstes suchte ich Songtexte meiner damaligen Lieblingsband und war schwer begeistert, weil ich tatsächlich welche fand. Danach waren Rezepte dran, unzählige, viel zu viele. Ich war von der ersten Sekunde an begeistert und wäre am liebsten ewig in diesem muffigen Rechnerraum geblieben.
14 Jahre ist das jetzt her, und von der Begeisterung ist bis jetzt nichts verloren gegangen. Es dauerte noch eine Weile, bis ich zuhause Internet hatte, denn als ich selbst zu studieren begann, war mir ein Internetanschluss noch zu teuer. Also musste ich auch an der Fachhochschule auf die Rechnerräume ausweichen, die nur zu bestimmten Zeiten zugänglich waren und bisweilen dermaßen altersschwache Rechner im Angebot hatten, dass man kaum voran kam. Erst mit meinem ersten richtigen Job leistete ich mir meinen ersten Internetanschluss – eine ISDN-Flatrate, die für damalige Verhältnisse unheimlich schnell war, heute aber nur noch ein Gähnen hervorrufen würde. Das waren noch Zeiten …
Und wie war es bei Euch?